An einem Herbsttag ist natürlich wenig los auf dem Dortelweiler Platz. Im Sommer sieht es besser aus, aber nur zu bestimmten Zeiten. Wie der Platz belebt werden kann, darüber gibt es seit Jahren Diskussionen. 	FOTO: HOLGER PEGELOW
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An einem Herbsttag ist natürlich wenig los auf dem Dortelweiler Platz. Im Sommer sieht es besser aus, aber nur zu bestimmten Zeiten. Wie der Platz belebt werden kann, darüber gibt es seit Jahren Diskussionen. FOTO: HOLGER PEGELOW

Dortelweiler Platz

Bad Vilbel: Großer Platz mit wenigen Besuchern

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Zu den noch jungen Plätzen in Bad Vilbel gehört der Dortelweiler Platz. Seit vielen Jahren gibt es Diskussionen darüber, wie der Bereich vor dem Kulturforum belebt werden könnte.

Es regnet gerade in Strömen. Einige Leute stehen unter dem Dach des Brunnencenters, andere haben Schutz unter dem weit vorgezogenen Eingang des Sport- und Kulturforums gesucht. Auch als der Regen aufhört, ist nicht viel los auf dem großen Platz an der Friedberger Straße. Nun mögen das herbstliche Wetter und die Pandemie ihren Teil dazu beigetragen haben, dass so wenige Menschen unterwegs sind.

An schönen Tagen ist das anders. Vor allem im Sommer sieht man viele Kinder auf dem weitläufigen Platz spielen oder Jugendliche treffen sich vor dem Efzet, dem Bad Vilbeler Jugendzentrum, das im Sport- und Kulturforum untergebracht ist.

Seit Jahren gibt es Diskussionen über diesen Platz. Er ist 1997 entstanden, als Dortelweil West gebaut worden ist, der neue Teil Dortelweils. Je nachdem, wann man hier steht, kann man sich durchaus wundern, warum dieser Platz nicht mehr Menschen anlockt. Immerhin ist das Areal zwischen den Parkplätzen an der Straße und dem Eingang zu Einkaufszentrum und Veranstaltungshalle mit rund 20 000 Quadratmetern großzügig bemessen.

An Bäumen fehlt es auch nicht, denn immerhin ein gutes Dutzend Ahornbäume sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten gen Himmel gewachsen. Es gibt Bänke zum Verweilen und einen Platz mit Stufen. Ein öffentlicher Bücherschrank lädt dazu ein, ausgelesene Werke hineinzustellen und sich andere zu holen.

Perfekte Lage für einen Treffpunkt

Das Einkaufszentrum mit Supermarkt, Bank und Apotheke lockt Fußgänger an. Nach Geschäftsschluss liegt der Platz relativ öde da. Das italienische Restaurant hat seit August geschlossen, und im Einkaufszentrum selbst stehen viele Läden leer.

Die Lage des Bereiches, der die Infrastruktur für Dortelweil-West liefert, ist perfekt. Nicht nur das neue Dortelweil mit seinen rund 1000 Wohneinheiten liegt fußläufig, auch der alte Dortelweiler Ortskern ist nur einen Spaziergang entfernt.

Bei der Stadt und in der Kommunalpolitik weiß man gut, dass für die Belebung des Platzes etwas getan werden muss. Aber was? Ein Wochenmarkt, der anfangs mittwochs veranstaltet wurde, litt rasch unter Besucher- und demzufolge auch Beschickerschwund. Nun hat man, auf Initiative des Dortelweiler SPD-Mitglieds Beate Bender hin, einen neuen Anlauf unternommen. Samstags findet nun seit Kurzem dort ein Wochenmarkt mit fast einem Dutzend Anbietern statt. Die Entwicklung bleibt abzuwarten.

Eine Belebung erfuhr der Platz gewiss mit den »Summer Emotions«. Event-Techniker Daniel Schneider hatte in diesem Sommer ein mehrwöchiges Programm mit Musik, Comedy und Theater auf die Beine gestellt. Seinen Angaben zufolge schwankte der Besuch zwischen 30 und 250 Gästen. Offenbar kamen selbst in Krisenzeiten wie dieser die Menschen dorthin, weil etwas geboten worden ist. Ob das ein mögliches Modell für die Zukunft ist?

Eine weitere Idee ist von der Managerin des Einkaufszentrums, Jana Frunder, geäußert worden. Die trennenden Büsche zwischen Parkplatz und Einkaufszentrum müssten weichen. Ein Vorschlag, den die Stadt abgelehnt hat. Ob das Entfernen der Büsche die Menschen auf den Platz selber lockt, scheint fraglich. Auch die Idee, eine große Skulptur aufzustellen, ist schon geäußert worden.

Minkel sieht einen Platz mit Potenzial

CDU-Stadtrat Klaus Minkel sagt, der Platz sei besser, »als er schlechtgeredet wird«. Der Betreiber des Brunnencenters habe ihm gegenüber seine Absicht erklärt, im Rahmen der Revitalisierung des Zentrums die Gastronomie am Platz zu verstärken, was zu einer Belebung führen würde.

Zudem sei der Platz eigentlich unvollständig, so lange die Randbebauung im Süden fehlt. »Die Kritiker machen es sich leicht und kritisieren stets ein unfertiges Werk«, betont Minkel.

Es bleibt also abzuwarten, wie die weitere Entwicklung dort sein wird. Zunächst einmal sollte ein neuer Pächter für das geschlossene italienische Lokal gefunden werden. In Corona-Zeiten gewiss kein leichtes Unterfangen.

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