Aufregung

Große Aufregung um Sporthalle

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Aufregung um die vom SV Fun-Ball Dortelweil in der Bad Vilbeler Kernstadt geplante Sporthalle hält an. Ein Gespräch beim Bürgermeister brachte keine Lösung.

Eigentlich hatten sich die Verantwort- lichen alles ganz einfach vorgestellt: Sie bringen im Haupt- und Finanzausschuss eine Vorlage ein und die findet, weil es um den anerkannten SV Fun-Ball geht, große Zustimmung. Man wollte ohne Aufsehen dem Dortelweiler Sportverein ermöglichen, sich mit einer eigenen Halle in die Kernstadt auszudehnen, dort, wo rund dreieinhalbtausend Neubürger in den Quellenpark ziehen wollen.

990 000 Euro hoher Kommunalkredit

Für 1 Euro wollte die Stadt dem Verein ein 1800 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung stellen, auf dem er, mit Hilfe eines 990 000 Euro schweren Kommunalkredits, seine Halle würden bauen können. Aber das Vorhaben wurde, kurz bevor es in den Ausschuss ging, auch den Verantwortlichen des traditionsreichen Turnvereins bekannt. Und so fragte die SPD, ob auch dem TV eine Nutzung der Halle gestattet werden könnte. Es hagelte weitere Fragen der Opposition, obwohl bei Enthaltung der SPD alle anderen dafür waren (WZ vom 6. November). Doch die Abstimmung über die Vorlage wurde in der Stadtparlamentssitzung vertagt. Zu heftig war die Aufregung geworden. Aus den Reihen des TV hieß es, Fun-Ball habe einen Informationsvorsprung vor dem TV gehabt. Begründet wird dies damit, dass der 2. Vorsitzende des SV Fun-Ball, Klaus Rotter, Mitarbeiter bei Stadtrat Klaus Minkel ist. Und Minkel wiederum leitet die Bad Vilbeler Stadtwerke und hat auch die Vorlage für die städtischen Gremien erarbeitet.

Minkel sieht Verleumdung

Bei einem Spitzengespräch mit den Vereinsvertretern wollte Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr die Wogen glätten. Doch das endete ohne Ergebnis. Tenor: Der Verein Fun-Ball will das Projekt alleine verwirklichen oder gar nicht. Vorsitzender Stefan Kött zur WZ: "Beim Projekt Quellenpark handelt es sich nicht um eine Sport-AG, die man einfach wieder auflösen kann, wenn es nicht richtig klappt. Wir gehen hier enorme Verpflichtungen für Jahrzehnte ein und haften als Verein hierfür. So ein Projekt kann man nur mit Partnern machen, denen man 100-prozentig vertraut. Bei allem Respekt für den TV Bad Vilbel: Wir kennen weder die handelnden Personen gut, noch können wir Bonität und nachhaltige Leistungsfähigkeit des TV einschätzen. Dies würde auf jeden anderen Verein genauso zutreffen." Zudem käme laut Kött eine Vielzahl praktischer Fakten hinzu. "Wer hat den Hut auf bei Bauplanung, Ausschreibung, Bauaufsicht, Ausstattung etc…? Bei der Bestimmung des Sportangebotes: Wer darf was zu welchen Zeiten anbieten und wie erfolgt die Zuordnung zu den Mitgliedern? Da sei Streit programmiert.

TV-Vorsitzender bezeichnet Gespräch als enttäuschend

TV-Vorsitzender Wolfgang Schmidt sagt zur WZ, das Gespräch beim Bürgermeister sei "für uns enttäuschend" verlaufen. Beim Turnverein von 1881 ist man wenig erfreut darüber, dass der Bürgermeister bis zur nächsten Ausschusssitzung am 14. Dezember einen eigenen Entwurf des TV haben möchte. "Das ist ungerecht, denn der Fun-Ball hat über Monate daran gearbeitet." Stadtrat Minkel erklärt, der TV wollte, dass Fun-Ball baut; er hätte die Hälfte des Eigenkapitals eingebracht und sich zu 50 Prozent an einer gGmbH beteiligt. "Also Arbeit einseitig bei Fun-Ball." Würde der TV selber bauen, gäbe es nicht nur erhöhte Kosten. So stünde auch Rotter "wegen der vorangegangenen Verleumdung durch den TV nicht mehr als Planer und Bauleiter zur Verfügung."

Termin im Finanzministerium

An diesem Freitag soll im hessischen Finanzministerium die Finanzierung des Projektes geklärt werden. Derweil hat der TV-Vorstand schon Kontakt mit dem Vorstand des Turnvereins Massenheim aufgenommen. An diesem Wochenende will man "gemeinsam die Lage" besprechen. Schmidt zur WZ: "Die haben vorher ebenso wenig von dem Fun-Ball-Projekt gewusst wie wir."

Kommentar

Miserabel kommuniziert

Dass es um die Sporthalle im künftigen Neubaugebiet Quellenpark zu einer derartigen Aufregung kommt, hatten wohl am wenigsten die erwartet, die das Projekt durch die Gremien peitschen wollten. Denn eine an sich

gute Sache ist wirklich miserabel kommuniziert worden. Monatelang wurde das Projekt nur bei Stadt, Stadtwerken und Fun-Ball

diskutiert. Der traditionsreiche Turnverein blieb außen vor. Statt andere Vereine und die Gremien früher einzubinden, wurden sie überrascht und sollten auf die Schnelle einem

Millionenprojekt zustimmen. So funktioniert keine transparente Politik.

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