Ein ausgebrannter Dachstuhl.
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Völlig ausgebrannt ist der Balkon mit den angrenzenden Räumen und das Dachgeschoss eines Hauses auf dem Heilsberg. Die Feuerwehren konnten ein Übergreifen der Flammen auf den kompletten Dachstuhl verhindern.

Feuerwehreinsatz

Wetterau: Nach Hausbrand mit hohem Schaden – Ursachenermittler legen Ergebnis vor

  • VonSebastian Schmidt
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  • Ines Dauernheim
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Mindestens 100 000 Euro Schaden sind bei einem Hausbrand am Samstagabend (24.07.2021) in der Wetterau entstanden. Jetzt gibt es das Ergebnis der Brandermittler.

Update vom Montag, 26.07.2021, 16:10 Uhr: Am Samstagabend (24.07.2021) ist ein Feuer in einem Bad Vilbeler Wohnhaus ausgebrochen, das von der Feuerwehr gelöscht wurde. Die Bewohner hatten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht, aber es ist großer Schaden am Haus entstanden. Am Montag (26.07.2021) sind nun die Brandursachenermittler der Wetterauer Kriminalpolizei im Einsatz gewesen und haben den Brandort untersucht.

Nach Hausbrand in der Wetterau: Gebäude unbewohnbar

Nachdem die Ermittler ihre Arbeiten durchgeführt haben, kommen sie zu dem Ergebnis, dass es keinerlei Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung gebe. Wie bereits vermutet wurde, sei das Feuer aufgrund eines Gasgrills im Bereich des Balkons ausgebrochen. Das stark beschädigte Gebäude sei momentan nicht mehr bewohnbar. (pm/seg)

Wetterau: Grillfeuer greift aufs Dach über – Mindestens 100.000 Euro Schaden

Erstmeldung vom Sonntag, 25.07.2021, 16:51 Uhr: Bad Vilbel – Ein außer Kontrolle geratenes Grillfeuer hat am Samstagabend für einen Feuerwehrgroßeinsatz auf dem Heilsberg gesorgt. Gegen 18 Uhr sind die Feuerwehren Heilsberg und Kernstadt Bad Vilbel alarmiert worden. »Die erste Meldung lautete ein Balkon brennt«, sagt Josef Achmann. Der stellvertretende Stadtbrandinspektor hat den Einsatz, an dem fünf Fahrzeuge und fast zwei Dutzend Feuerwehrleute beteiligt waren, geleitet.

Wetterau: Bei Eintreffen der Feuerwehr keine Bewohner mehr im Haus

Als die Feuerwehrleute der Heilsberger Wehr vor Ort waren, hätten sie bereits gesehen, dass der Balkon samt des hölzernen Aufbaus einer Wohnung im Obergeschosses eines Mehrfamilienhauses brennt und sich die Flammen gen Dachstuhl ausbreiteten. Die Feuerwehrleute seien sofort unter Atemschutz ins Gebäude gegangen, um mit einem C-Rohr die Flammen zu bekämpfen. Beim Eintreffen der Helfer seien keine Bewohner mehr im Haus gewesen, lediglich seien noch zwei Katzen drinnen vermutet worden.

Als kurze Zeit später die Kernstadtfeuerwehr samt Drehleiter zur Stelle war, sei die Drehleiter ausgefahren worden und aus dem Korb der Leiter hätten Feuerwehrleute, ebenfalls mit Atemschutz ausgestattet, von außen gelöscht. Außerdem hätte ein dritter Trupp eine »Riegelstellung« aufgebaut, um von unten Wasser auf Fassade und Dach gespritzt, so sei verhindert worden, dass sich der Brand weiter ausdehnt, sagt Achmann zum Ablauf des Einsatzes.

Feuer in der Wetterau: Strom musste abgeschaltet werden

Schon beim Eintreffen hätten die Feuerwehrleute erkannt, dass sie schnell handeln mussten und im Haus der Strom abgeschaltet werden musste, da auf dem brennenden Dach eine Solaranlage montiert ist, wie Achmann erklärt.

Schnell habe die Ursache des Brandes ausgemacht werden können: Ein Gasgrill. Der Bewohner hatte vor gehabt zu grillen. Er habe die Flamme entfacht, hätte sich dann vom Grill entfernt. Nach weniger als fünf Minuten hätte seine Frau entdeckt, dass ein Brand entstanden sei.

Feuer in der Wetterau: Nach 2 Stunden Einsatz beendet

Auch von der Drehleiter aus haben die Feuerwehrleute den Brand gelöscht.

Ein Notruf wurde abgesetzt, so dass die Feuerwehren ausrücken konnten. Pandemiebedingt würden je Mannschaftsfahrzeug lediglich maximal sechs Helfer ausrücken, erklärt der Vize-Stadtbrandinspektor. Die Mannschaftsstärke sei für den Einsatz ausreichend gewesen. Nach fast zwei Stunden sei der Einsatz beendet gewesen. Am Haus sei ein Schaden von mindestens 100 000 Euro entstanden, schätzt Achmann. Menschen seien nicht verletzt worden, auch die beiden Katzen nicht.

Allerdings seien die Wohnungen im Dachgeschoss und dem ersten Obergeschoss vorerst nicht mehr bewohnbar. Die Bewohner seien von Verwandten und Freunden aufgenommen worden. Nachdem ein Elektriker die Stromversorgung im Haus wieder hergestellt und überprüft habe, hätten die Bewohner der Erdgeschoss-Wohnung zurückkehren können. »Die Feuerwehren schalten lediglich den Strom ab, zum Anschalten ist ein Fachmann nötig«, erklärt der Vize-Stadtbrandinspektor.

Feuer in der Wetterau erinnert an Bönstadt

Der erfahrene Feuerwehrmann rät zur Vorsicht im Umgang mit Feuer, auch beim Grillen mit Gas. Man würde meinen, Grillen mit Gas sei sicherer als mit Kohle, das sei ein Trugschluss.

Bei ihm werden Erinnerungen wach, an den Einsatz der Niddataler Feuerwehren vor zwei Wochen. In Bönstadt kam es an einem Gasgrill zu einer Verpuffung, bei der ein Mann schwer verletzt wurde. Das Haus in Bönstadt ist nicht mehr bewohnbar. Der Schaden dort wurde auf 250 000 Euro beziffert. Seither läuft eine Spendenaktion für die Familie.

Feuer in der Wetterau: Grill nicht aus den Augen lassen

Achmann erinnert sich aber auch an einen Einsatz in der Kernstadt am 17. Juli, als die Feuerwehrleute alarmiert wurden, weil Passanten einen Feuerschein auf einem Balkon gesehen hatten. »Auch hier ging es um einen Grill«, sagt er. Auf dem Balkon am dritten Stock eines Hauses an der Frankfurter Straße sei mit Holzkohle gegrillt worden. Das hätten den Anschein eines Brandes gehabt. Die Feuerwehren seien ausgerückt und hätten nachgeschaut.

»Lassen sie niemals den Grill aus den Augen, bleiben sie dabei«, rät er und empfiehlt, wenn auf dem Balkon gegrillt werde, Wasser parat stehen zu haben oder einen Feuerlöscher. Grills sollten nie zu nah an der Wand oder mit Holz vertäfelten Umrandungen stehen. »Unterschätzen Sie die Gefahr von diesen fast alltäglichen Situationen nicht«, bittet der Feuerwehrmann. Denn ein ungeahnter Windstoß könne binnen Sekunden alles ändern. Wen man dabei sei, könne man durchs Schließen des Deckels und das Abdrehen des Gashahns die Situation rasch entschärfen.

Vor Hausbrand: Wetterauer Feuerwehr fängt Kornnatter ein

Dass die Einsätze der Feuerwehren vielfältig sind, hätten die Helfer am Samstag wieder erlebt. Etwa 45 Minuten vor dem Brand auf dem Heilsberg, seien die Dortelweiler Einsatzkräfte alarmiert worden, weil an der Bahnhofsstraße eine Kornnatter gesichtet wurde. »Wir sind als Feuerwehren Mädchen für alles und konnten da auch helfen«, sagt Achmann. Die Helfer hätten die Natter eingefangen und später im Feld ausgesetzt. »Da hat sich vielleicht noch der ein oder andere Kollege an eine Schulung mit einem Reptilienexperten der Frankfurter Feuerwehr erinnert, die wir kurz vor Corona hatten«, erklärt der Vize-Stadtbrandinspektor. Das sei zwar ein unspektakulärer Einsatz gewesen, aber auch nicht alltäglich.

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