ADFC Bad Vilbel

Ute Gräber-Seißinger seit 16 Jahren Vorsitzende

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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Es kommt nicht oft vor, dass jemand 16 Jahre an der Spitze eines Vereins steht. Dr. Ute Gräber-Seißinger ist so jemand. Warum sie das Ehrenamt beim Fahrradclub so lange ausübt.

Zum Gesprächstermin kommt Dr. Ute Gräber-Seißinger per Fahrrad. Weil es regnet, hat sie einen orangefarbenen Overall übergezogen. »Natürlich habe ich bei dem Wetter noch überlegt, aber ich wollte das Rad gerade heute nicht stehen lassen«, sagt die 58-Jährige. Gerade heute ist sie nämlich mit dem WZ-Redakteur verabredet, um über ihre langjährige Tätigkeit als Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) Bad Vilbel zu sprechen. Rund 16 Jahre hat sie mittlerweile den Vorsitz inne und vertritt die Interessen der Radfahrer.

Ihre Leidenschaft fürs Radfahren erwachte während ihres Studiums der Volkswirtschaft in Frankfurt. Dort lernte sie ihren heutigen Mann kennen. Gemeinsam mit ihrem damaligen Freund reparierte sie Fahrräder und unternahm Urlaubsreisen mit dem Fahrrad.

Zum Radclub gekommen ist sie durch den damaligen Vorsitzenden des ADFC. Der Massenheimer Pfarrer Harald Wysk war es, der die leidenschaftliche Radfahrerin, ihren Mann und ihre Tochter für den Club gewinnen konne. Das war 1993, seinerzeit war der Club noch kein eingetragener Verein. Aber ihm stand ein Pfarrer vor, der gerne auf zwei Rädern zu seinen Terminen unterwegs war und darüber hinaus noch Touren anbot, für die sich die junge Familie Seißinger sehr interessiert habe.

Teamarbeit bevorzugt

Schon kurz nach dem Eintritt in den jungen ADFC habe sie das Tourenprogramm mitgestalten wollen. »Wir fanden es einfach prima, dass so etwas hier angeboten wurde.« Gräber-Seißinger blieb auch dann aktiv, als Pfarrer Wysk eine Stelle als Notfallseelsorger in Oberhessen annahm und aus Massenheim wegzog. »Im Mai 2001 habe ich mich breitschlagen lassen, das Amt zu übernehmen«, lächelt die ADFC-Vorsitzende. Die Stellvertreter wechselten immer mal wieder, von Wulfhard Bäumlein zu Dr. Joachim Brendel und zum jetzigen 2. Vorsitzenden Christian Martens.

Auch die anderen Vorstandsmitglieder seien gut engagiert, begründet sie, warum sie so lange Vorsitzende geblieben ist. »Einige Vorstandsmitglieder sprühen regelrecht vor Ideen.« Alleine schultern wollte sie die Vereinsführung nämlich nicht. Dass Vorstandsarbeit beim ADFC Teamarbeit ist, habe sich in den Jahren 2009/2010 gezeigt. Da seien ihre Eltern kurz hintereinander verstorben, in der Zeit sei sie privat stark beansprucht und viel unterwegs gewesen.

Zur Teamarbeit kommt noch ein zweiter Grund, warum sie das Ehrenamt so viele Jahre ausüben kann. Als freiberufliche Lektorin finde sie Zeit für ehrenamtliche Tätigkeit. Dabei ist die Einzahl hier falsch. Neben dem ADFC ist die promovierte Volkswirtschafterin auch im Tennisclub Bad Vilbel und beim Lektorenverband tätig. Im Tennisclub vergibt sie die Hallen-Abos und ist sogar bei den Damen 40 und den Damn 50 akive Spielerin. Die sportliche 58-Jährige nennt neben dem Radfahren und dem Tennisspielen auch Yoga und Wandern als ihre Hobbys.

Kein Wunder also, dass sie mit ihrer Familie in den Urlauben gerne Radreisen unternimmt. Durchs Altmühltal ist sie ebenso schon geradelt wie etwa an der Loire entlang bis an den Atlantik – eine Tour, an die sie sich besonders gerne erinnert. Im heimatlichen Bad Vilbel will sie so oft wie möglich mit dem Rad unterwegs sein. Gerade auf kurzen Strecken in der Stadt biete sich das Fahrradfahren als »gesunde Fortbewegungsart« an. Selbst wenn es heiß ist oder, wie an diesem Tag mit dem WZ-Redakteur, es in Strömen regnet.

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