Karl-Heinz Diehl ist reisesüchtig. Zahlreiche Fotos und Andenken schmücken seine Wohnung in Bad Vilbel.	FOTOS: MAG/PRIVAT
+
Karl-Heinz Diehl ist reisesüchtig. Zahlreiche Fotos und Andenken schmücken seine Wohnung in Bad Vilbel. FOTOS: MAG/PRIVAT

Karl-Heinz Diehl

Globetrotter und Menschenfreund wird 75

  • vonNiklas Mag
    schließen

Am heutigen Samstag wird der Bad Vilbeler Karl-Heinz Diehl 75 Jahre alt. Der Weltenbummler hat in den vergangenen Jahrzehnten so viele Länder besucht, dass er sie kaum noch zählen kann.

M an muss seine Bilder aufhängen. Das erfreut, jedes Mal, wenn man nach Hause kommt«, meint Karl-Heinz Diehl und deutet an die Wände seines Wohnzimmers in Bad Vilbel. Die Schränke stehen voll mit exotischen Utensilien, an den Wänden hängen beschriftete Fotos: Dichte Dschungel, Eisschollen, endlose Wüsten und Bergmassive. Überall dabei: Ein stets lachender Karl-Heinz Diehl. Einst lernte der Vilbeler in Kassel das Werkzeugmacher-Handwerk, führte dann nacheinander zwei Foto- und Schreibwarengeschäfte in Mühlheim und Ober-Höchststadt.

Seine Leidenschaft zum Reisen fand er Ende der 70er Jahre: »Da war ich auf einem Weinfest in Hofheim, und Bekannte planten eine Reise in die USA. Ich habe aber abgelehnt.« Doch der Gedanke, eine größere Reise zu machen, habe ihn nicht mehr losgelassen. Ein Werbeplakat habe ihn schließlich zu einer Hawaii-Reise inspiriert.

»Auf Hawaii schwärmte dann eine Frau von Afrika, und ich dachte: ›das muss ich auch sehen‹. Drei Monate später war ich in Kenia«, erinnert sich Diehl und lacht. »So nahm das seinen Lauf, ich wurde süchtig.« Eine der prägendsten Erinnerungen seiner frühen Globetrotter-Jahre sei definitiv die Insel Neuguinea. Diese liegt nördlich von Australien, ist doppelt so groß wie Deutschland und kaum besiedelt. Es leben noch zahlreiche unentdeckte Völker in den tiefen Urwäldern, die sogar heute, im Jahr 2020, noch als weißer Fleck auf der Weltkarte gelten. »Ich habe dort im Dschungel diese Stämme besucht. Sie leben in hohen Baumhäusern, haben selten oder sogar gar keinen Kontakt zur Zivilisation, und ich habe dort viele Fotos gemacht.« Die Reise habe fast ein schlimmes Ende genommen, denn Diehl verirrte sich mit einer Gruppe tagelang in dem dichten Dschungel. »Da habe ich wirklich ein paarmal gedacht: Das war es jetzt, hier kommen wir nicht raus.«

Im zweiten Anlauf auf Kilimandscharo

Glücklicherweise hat es der Globetrotter zurück in die Wetterau geschafft. Eine Bekannte riet ihm, seine Reiseerlebnisse zu teilen. »In einem Seniorenstift in Oberhöchststadt habe ich dann meine erste Dia-Show gezeigt, ich war wahnsinnig aufgeregt«, erinnert sich Diehl. Mittlerweile füllt er in unregelmäßigen Abständen das Harheimer Bürgerhaus mit seinen Shows. Dem Coronavirus fiel seine Afrika-Bilderschau im März zum Opfer. »Wir verschieben das in den Herbst«, sagt Diehl.

Denn auch auf dem afrikanischen Kontinent hat der Weltenbummler schon viele »Ecken« entdeckt. Mit einer Karawane ist der Vilbeler durch die Sahara gestreift, hat Urvölker in den Savannen besucht und sogar den Kilimand- scharo bestiegen. Dieser Berg ist mit fast genau 5900 Metern Höhe, der höchste auf dem afrikanischen Kontinent. »Beim ersten Mal bin ich bei 5000 Metern nicht weitergekommen. Die Luft ist einfach zu dünn und der Körper braucht genug Zeit, um sich daran gewöhnen zu können. Diese Zeit hatte ich nicht. Das wird dann sonst einfach zu gefährlich.« Taktischer Rückzug war angesagt, Diehl wäre nicht der erste erfahrene Wanderer gewesen, der an diesem Berg sein Leben lässt. Beim zweiten Versuch - einige Jahre später - bestieg Diehl vor der Kilimandscharo-Tour zuerst noch den Mount-Kenya. »Dadurch war mein Körper an die Höhe angepasst, und ich habe es danach auf den Gipfel des Kilimandscharo geschafft.

Jeden Tag ein Weltwunder

Die ganze Welt hat Karl-Heinz Diehl noch nicht gesehen: »Ich bin vor allem an den Menschen interessiert, die ihre ursprünglichen Lebensweisen beibehalten haben. Deshalb fahre ich lieber nach Afrika, Indien oder Nepal. Doch Japan und Australien stehen ebenfalls auf der Liste.«

Indien und Nepal könne er jedem Reiseinteressierten nur ans Herz legen, genau wie Neuguinea. »Jeden Tag ein Weltwunder«, schwärmt Karl-Heinz Diehl. Chile habe ihn landschaftlich ebenfalls umgehauen, genau wie das Dreiländereck in Südamerika, wo mitten im Urwald 200 Wasserfälle zu bestaunen seien. »Bali, Borneo und Sumatra sind ebenfalls ein Traum. Das war wunderschön dort«, schwärmt das weitgereiste Geburtstagskind.

Im Januar hat Karl-Heinz Diehl eine Kuba-Reise beendet, kurz vor dem Beginn der Corona-Pandemie. Als nächstes steht eine Japan-Reise an sobald das wieder möglich ist. Mehr zu Diehls Abenteuern und Reisen, ist auf der Webseite www.globetrotter -diehl.de zu finden. nma

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare