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Noch präsentiert sich Ena Giebel in ziviler Kleidung, doch schon bald wird sie in feiner Robe als Quellenkönigin Ena I. den Bad Vilbelern zuwinken.

Hoheitlich

Ena Giebel ist die neue Quellenkönigin

Es ist ein Novum in der Geschichte der Bad Vilbeler Quellenkönigin: Erstmals wird die Regentin zwei Jahre lang das Amt übernehmen. Und auch sonst ist Ena Giebel als Ena I. keine typische Königin.

Bilinguales Abi, College-Abschluss in Kanada, Studium im Bereich Finanzen: Die große weite Welt ruft, was hält Sie in Bad Vilbel?

Ena I.:In Bad Vilbel bin ich aufgewachsen. Mit 18 bin ich dann zwar nach Frankfurt gezogen, weil ich dachte, das sei irgendwie cooler. Aber als ich nach einem halben Jahr in Kanada zurück kam, habe ich wieder eine wunderschöne Wohnung in Bad Vilbel gefunden. Es ist immer schön, nach einem Tag im Arbeitstrubel nach Hause zu kommen. Hier ist meine Familie, hier finde ich Ruhe, hier bin ich zu Hause.

Im Hessentagstrubel im kommenden Jahr wird es kein Quellenfest geben. Sie werden daher die erste Königin mit einer zweijährigen Amtszeit sein. Mussten irgendwelche Hobbys diesem neuen Amt weichen?

Ena I.:Tatsächlich war es mein Plan, nach dem Bachelor eine Pause zu machen. Weil die vergangenen drei Jahre duales Studium sehr einnehmend waren, wollte ich meinen berufsbegleitenden Master ohnehin verschieben, ob ein oder zwei Jahre ist nicht so wichtig. In meiner Freizeit gehe ich gerne bouldern, mache Yoga oder koche. Ich denke dafür sollte auch in den zwei Jahren genügend Zeit bleiben.

Die Quellenkönigin darf bekanntlich ihr Kleid mitentwerfen: Welche Vorlieben haben Sie eingebracht?

Ena I.:Ich bin nicht so der Spitze-Tüll-Typ. Es sollte klassisch und elegant sein. Blau ist tatsächlich meine Lieblingsfarbe, allerdings wollte ich kein hellblaues Kleid, weil das meine Vorgängerin Bianca schon hatte. Stattdessen gefiel mir ein fliederfarbener Akzent. Ich freue mich schon riesig darauf, es endlich anzuziehen.

Das Amt der Quellenkönigin geht ja auch immer mit festlichen Frisuren einher.

Ena I.:Ich habe schon fleißig Frisuren gegoogelt. Mein Kleid wird einen Rückenausschnitt haben, deswegen werde ich die Haare hochgesteckt tragen. Die Frisur soll aber trotzdem federleicht und nicht so pompös sein.

Waren Sie schon immer eine Königin?

Ena I.:Gar nicht! Ich würde mich auch nicht als typisches Mädchen bezeichnen. Ich sehe mich auch jetzt nicht als Königin, sondern eher als Botschafterin. Das ist ja auch das Besondere in Bad Vilbel, dass dieses Amt hier nicht so dörflich ausgeübt wird und es nicht darum geht, bei einem Dorffest in der ersten Reihe einen übern Durst zu trinken. Hier repräsentiere ich Bad Vilbel, das ist so viel mehr. Ich persönlich bräuchte auch das Krönchen nicht, aber es gehört dazu, also werde ich es auch mit Freude tragen.

Ihre Vorgängerin musste sich zweimal bewerben, bis es geklappt hat. Wie anstrengend verlief Ihre Bewerbung?

EnaI.: Definitiv anders als gedacht. Ich habe mich nie auf das Amt der Quellenkönigin beworben. Ich wollte eigentlich die Hessentagsdame werden. Ich wurde auch zum Gespräch eingeladen, aber leider haben sich nicht so viele Männer beworben, und die Stadt hat sich schlussendlich für ein Paar entschieden. Ich wurde dann gefragt, ob ich Quellenkönigin werden will. Da war ich komplett baff.

Mussten Sie lange überlegen?

Ena I.:Ich habe mich sofort an eine witzige Geschichte erinnert: Als ich zehn Jahre alt war, traf ich 2006 bei einem Public Viewing zur Fußball WM auf die damalige Quellenkönigin Astrid. Sie sagte damals zu mir: "Wenn du groß bist, wirst du auch mal Quellenkönigin". Und jetzt bin ich es tatsächlich. Ich musste mir schon Gedanken machen, ob ich das zwei Jahre machen will und ob das mit meiner Freizeit vereinbar ist. Bei einem Treffen konnte ich die ehemaligen Quellenköniginnen Katharina, Frida, Stephanie, Jasmin sowie die amtierende Königin Bianca kennenlernen. Dabei konnten alle meine Fragen beantwortet werden, und ich war mir schnell sicher, dass ich das zu einhundert Prozent machen will. Auch der Arbeitskreisleiter Thomas Horinek, Kurt Liebermeister als 1. Vorsitzender des Vereins Stadtmarketing sowie Betreuerin Verena Eiser haben mich sofort herzlich in das Team aufgenommen.

Wie intensiv müssen Sie sich auf Ihr neues Amt vorbereiten?

Ena I.:Ich habe meine Vorgängerin bereits auf einigen Terminen begleitet. Es wird etwas komplett Neues für mich sein, in einer solchen Rolle aufzutreten, aber ich bin schon jetzt total begeistert. Bianca hat in ihren Reden gerne Zitate untergebracht, vielleicht sollte ich mir auch schon mal ein paar Zitate zurechtlegen. Ich habe zwar noch nie vor so vielen Menschen gesprochen, aber beruflich muss ich häufig vor Menschen sprechen, die in der Hierarchie deutlich über mir stehen. Ich habe damit also kein Problem.

Wenn Ihre Macht über das Symbolische hinausginge: Was würden Sie in Bad Vilbel veranlassen?

Ena I.:Hier geht es vielen Leuten sehr gut, aber es gibt dennoch sehr viele Institutionen, die man unterstützen kann. Ich würde gerne integrative Projekte für Kinder ins Leben rufen, Aktionen, die für ein Gemeinschaftsgefühl sorgen. Ich hoffe sehr, dass ich die Möglichkeit dazu bekomme.

In Ihrem Begrüßungswort, das bald auf der städtischen Homepage zu lesen sein wird, sprechen Sie von einer "unvergleichlichen Lebensqualität" in Bad Vilbel. Was zeichnet Bad Vilbel besonders aus?

Ena I.:Bad Vilbel ist sehr modern und hat sich in den letzten Jahren super entwickelt. Wenn ich aus meiner Wohnung gehe, bin ich direkt im Kurpark und kann an der Nidda spazieren gehen. Ich gehe unfassbar gerne im Restaurant Alte Mühle essen. Bad Vilbel hat die Burg und unglaublich viel Kultur zu bieten. Ich habe einen kleinen Neffen, mit dem kann ich aber auch auf wunderschöne Spielplätze gehen. Bad Vilbel sorgt am Wochenende bei mir für pures Urlaubsgefühl.

In Ihre Amtszeit wird, wie erwähnt, auch der Hessentag fallen. In welcher Rolle sehen Sie sich dabei?

Ena I.:Das weiß ich noch nicht so genau. Ich weiß auch noch nicht, ob ich mich überhaupt einbringen kann, das wird sich zeigen. Ich hoffe aber sehr, dass ich mich werde einbringen können. Aber jetzt stehen erst die Inthronisierung und andere Termine an.

Wie finden Sie denn das Hessentagspaar?

Ena I.:Die beiden sind sehr charmant. Ich war auch bei ihrer Vorstellung und durfte beide kennenlernen. Das ist ein schönes Paar, sie passen sehr gut zusammen. Das ist schon genau so richtig.

Zum Abschluss: Das Volk will natürlich wissen: Gibt es einen Prinzgemahl?

Ena I.:Ja, den gibt es. Er freut sich auch und nennt mich schon jetzt "Meine Quellenkönigin". Am Ende vom Tag ist es mein Ehrenamt und er unterstützt mich wo er kann, wird aber nicht bei allen Terminen dabei sein. Ich freue mich schon sehr auf die kommenden zwei Jahre.

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