kgg_BaumaerkteOeffnen_nma__4c_1
+
Am Samstag sind die Gänge bei Roland Maeusel in Massenheim noch verwaist, doch seit gestern dürfen Kunden den Baumarkt wieder betreten.

INFO

Genug Platz für viele Kunden

  • vonNiklas Mag
    schließen

Fast drei Monate sind die Bäumarkte geschlossen gewesen. Seit Montag können Kunden diese wieder wie gewohnt betreten. Sowohl der Vilbeler Roland Maeusel als auch der Karbener Lothar Fass sind erleichtert, endlich wieder öffnen zu dürfen.

Roland Maeusel blickt am Samstag die leeren und langen Gänge seines Baumarktes in Massenheim hinab: »Wir haben jetzt seit dem 16. Dezember geschlossen«, erzählt er. Ein paar Kunden stehen vor dem Laden in einer Schlange, denn an zwei Stehtischen bedienen Mitarbeiter des Baumarktes die Vilbeler, die Waren telefonisch bestellt haben. »Das haben wir so organisiert, damit nicht ganz geschlossen ist. Seit Januar sind meine Mitarbeiter aber dennoch in Kurzarbeit«, erklärt der Inhaber. Das Kurzarbeitergeld habe er auf 90 Prozent aufgestockt. »Mit dem Abholungsservice verkaufen wir allerdings nur zehn bis 15 Prozent von dem, was wir normalerweise verkaufen würden.«

Mit Nachholbedarf gerechnet

Auch der Bedarf der Geschäftskunden sei im Winter niedrig gewesen, Gartenbauer beispielsweise hatten wegen der Witterung wenig zu tun gehabt und dementsprechend wenig Material benötigt. »Ich sage mal so, was die Liquidität angeht, ist es bei uns mittlerweile recht angespannt«, sorgt sich der Baumarkt-Betreiber.

Um die Jahreswende habe er viele Produkte bestellen müssen, die von den Kunden im Frühjahr gekauft werden, die Kosten seien entsprechend hoch gewesen, die Einnahmen beschrieben gering. »Da mussten wir aufpassen, dass wir nicht trockenlaufen. Priorität hatten natürlich die Gehälter der Mitarbeiter. Mit Fortsetzung des Lockdowns wäre das alles aber wirklich schwierig geworden.«

Umso glücklicher ist er, endlich wieder öffnen zu können. »Wir rechnen damit, dass die Leute viel Nachholbedarf haben. Bei vielen fällt sicherlich auch der große Osterurlaub aus, weshalb das Geld dann eher ins Eigenheim oder den eigenen Garten investiert wird«, vermutet Maeusel. In seinem geräumigen Markt ist genug Platz für viele Kunden, zwischen 300 und 400 dürfen es dementsprechend maximal sein. »Aber so viele Menschen sind nie gleichzeitig hier drin, auch nicht bei einem größeren Ansturm«, weiß er.

Besonderen Fokus wolle er auf die Sicherheit im Kassenbereich legen, denn dort ist die Gefahr am größten, dass sich Menschen zu nahe kommen: »Wir öffnen alle Kassen, haben also volle Besetzung. Dort muss es zügig gehen, damit sich kein Knäuel bildet«, so Maeusel. »Aber das haben wir im Griff. Wir sind sehr froh, dass wir wieder öffnen und vor allem unsere Kunden wieder gebührend und vor Ort beraten können.«

Darauf freut sich auch Kunde Gregor Voss. »Unser Projekt für das Frühjahr ist es, einen neuen Zaun zu bauen«, sagt er, während er am Abholtisch im Vorraum des Marktes einige Papiere in die Hand bekommt. »Ich denke, das ist auch eine Art Therapie für die Leute. Viele sind zu Hause und haben Zeit, der Urlaub fällt aus. Deshalb werden viele Leute die Möglichkeit nutzen und das Eigenheim aufwerten.«

Finanzen geschont, wo es nur ging

Lothar Fass führt das Hagebau-Centrum in Karben und erklärt am gestrigen Montag: »Es ist gut besucht heute. Wir haben natürlich alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, weil mir mit großem Andrang gerechnet haben.« Am Montag sei man in den Regelbetrieb gestartet, einen Reservier- und Abholservice für die Waren habe man auch vor Corona schon angeboten, und der Service werde derzeit weiterhin rege genutzt. »Wir haben die Zahl der Einkaufswagen auf die erlaubte Zahl der Kunden abgestimmt. Pro Wagen dürfen zwei Personen hinein.« Er wünsche sich im Allgemeinen, dass sich alle Menschen vernünftig verhalten, denn es gelte unbedingt, eine erneute Schließung über mehrere Wochen zu verhindern. Finanziell habe er seinen Baumarkt geschont, wo es geht und deshalb einige Bestellungen verschoben. »Wir sind sehr froh, dass wir endlich wieder öffnen können.«

Neben Baumärkten sieht die hessische Öffnungsstrategie auch seit Montag vor, dass Gartenmärkte, Baumschulen und Buchhandlungen seit Montag wieder geöffnet sein dürfen. Alle weiteren Geschäfte dürfen nach Terminvereinbarung und entsprechender Datenerfassung wieder Kunden in die Läden lassen. In Regionen mit einer Inzidenz unter 50 darf der Einzelhandel sogar komplett öffnen. Ende März sollen Gastronomie und Kultur unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, wenn die Inzidenz die 100-Marke nicht überschreitet. nma

Im Hagebau-Centrum in Karben hat man am Montag mit einem großen Ansturm gerechnet. Der sei zwar ausgeblieben, der Baumarkt sei aber dennoch gut besucht gewesen, sagt Inhaber Lothar Fass.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare