Gemeinsam für die gute Sache

Als Klaus Althoff beginnt, laut vorzurechnen, werden die Augen seiner Zuhörer groß. Denn mit der Summe, die die Arbeitsgemeinschaft der Dortelweiler Vereine (Arge) im vergangenen Dezember beim Stadtteil-Weihnachtsmarkt eingenommen hat, und die sie nun spenden kann, hätte keiner gerechnet. "6000 Euro, damit können wir wirklich zufrieden sein", sagt Althoff. Trotz eigentlich schlechter Bedingungen habe sich mal wieder gezeigt, dass auf die Dortelweiler Verlass sei. "Wir sammeln bei jedem Wetter", sagt Althoff stolz.

Von APP

Als Klaus Althoff beginnt, laut vorzurechnen, werden die Augen seiner Zuhörer groß. Denn mit der Summe, die die Arbeitsgemeinschaft der Dortelweiler Vereine (Arge) im vergangenen Dezember beim Stadtteil-Weihnachtsmarkt eingenommen hat, und die sie nun spenden kann, hätte keiner gerechnet. "6000 Euro, damit können wir wirklich zufrieden sein", sagt Althoff. Trotz eigentlich schlechter Bedingungen habe sich mal wieder gezeigt, dass auf die Dortelweiler Verlass sei. "Wir sammeln bei jedem Wetter", sagt Althoff stolz.

Das Prinzip hinter der alljährliche Arge-Spendenaktion ist einfach: Jeder Verein bringt sich – so gut es geht – beim Weihnachtsmarkt ein, so entsteht gemeinsam ein breites Angebot mit Ständen für Knoblauchbrot, Glühwein oder Crêpes. "Die Vereine kaufen Notwendiges ein oder basteln selber, sämtliche Einnahmen werden dann bei mir gesammelt", erklärt Althoff. Dann entscheiden die Vereinsmitglieder gemeinsam, für welchen guten Zweck, sie das Geld ausgeben wollen.

Dieses Jahr wird die Spende aufgeteilt. Ein Teil geht an Sabrina Gerwien aus Dortelweil (23), die von Mikrozephalie betroffen ist. Bei dieser Entwicklungsstörung hat der Kopf eine geringere Größe, sie geht einher mit einer geistigen Behinderung. "Anfangs haben wir uns gesagt, dass sie nur krank ist", erinnert sich Mutter Edelgard Gerwien. "Bis man sich eingestand, dass sie behindert ist, dauerte es lange." Durch eine Versteifung des Rückens war Sabrina lange gekrümmt, Behandlungen oder gar Operationen sind für sie extrem gefährlich, da sie keine Blutgerinnung besitzt. "Nun wurde der Körper durch zwei Stangen gedehnt, mit denen wird sie ihr Leben lang leben müssen", weiß ihre Mutter. Die Belastung für die kleine Familie ist groß: "Manchmal habe ich das Gefühl, alles ist wie verhext", sagt Gerwien. Im Haus der beiden zieht’s, der eigentlich schon längst zu installierende Lift macht Probleme. Gerwien hat oft das Gefühl, allein dazustehen.

Dem wollen die Dortelweiler Vereine nun zumindest etwas Linderung schaffen: 4000 Euro bekommt die Familie für etwas, auf das sie schon lange wartet: "Unser Bad ist alles andere als behindertengerecht", sagt Gerwien. "Das möchten wir endlich ändern." Die restlichen 2000 Euro wandern in diesem Jahr an den Flüchtlingshilfeverein für die Unterstützung der geflüchteten Kinder und Jugendlichen. "Unbegleitete Flüchtlinge haben wir in Bad Vilbel nicht, aber viele Familien mit Kindern", weiß Myriam Gellner, die Vorsitzende des Vereins. Gut ein Drittel der Flüchtlinge in Bad Vilbel sind Kinder, viele wohnen mit ihren Familien im ehemaligen Rathaus in der Parkstraße.

"Wir haben schon einige Ideen gesammelt, wo das Geld gut aufgehoben wäre, aber das prüfen wir noch", erklärt Gellner, die sich über die Summe freute. Über die Hauspaten sollen auch die Geflüchteten mitbestimmen, wo das Geld investiert wird. Denn die wissen meist genau wo der Schuh drückt. "Die Kinder haben Bedarf bei Hausaufgabenhilfe, bei Beiträgen für den Sport- oder Musikverein", sagt Gellner. "Ebenfalls gut vorstellen könnte ich mir eine Vorleseaktion oder ein großes Kinderfest mit Hüpfburg. Dazu wären natürlich alle Vilbeler eingeladen!" (Foto: pm)

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