Wie viele Wetterauer Gastronomen bereitet Mükremin Karakus die Wiedereröffnung seines Restaurants vor. 	FOTO: NIKLAS MAG
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Wie viele Wetterauer Gastronomen bereitet Mükremin Karakus die Wiedereröffnung seines Restaurants vor.

Nach Zwangspause

Gastronomien in Bad Vilbel und Karben: Das sagen die Wirte zur Wiedereröffnung

  • vonNiklas Mag
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Für Gastronomen endet eine düstere Zeit, denn endlich dürfen sie ihre Restaurants und Cafés wieder öffnen. Allerdings nur mit strengen Auflagen.

Wir können noch gar nicht abschätzen, ob und wie viele Gäste morgen kommen«, sagt Alkan Öztürk, Inhaber des Restaraunts Down Under in der Frankfurter Straße in Bad Vilbel. Sein Betrieb verfügt über recht große Flächen, lebt nicht nur von Restaurantgästen, die zum Essen ins Down Under kommen, sondern auch durch Barkultur und ein regelmäßiges volles Haus zu Fußballübertragungen. »Wir müssen abwarten, was morgen passiert. Für alle Gastronomen ist die Situation völlig neu.«

Ungefähr 60 Plätze könne das Down Under unter Corona-Auflagen bedienen. »Ich denke nicht, dass die in den nächsten Tagen voll werden«, meint der Gastronom. Seit 20 Jahren ist das australische Restaurant an Ort und Stelle. »In den vergangenen Wochen haben wir unsere Speisen zum Abholen angeboten und draußen eine To-Go-Cocktailbar eingerichtet. Der Umsatz ist trotzdem etwa 80 bis 90 Prozent weniger als normal«, sagt Öztürk.

Down Under Bad Vilbel: Desinfektionsmittel am Eingang

Der Desinfektionsmittelspender am Eingang des Restaurants steht schon, alles soll noch einmal sauber gemacht werden. »Wir möchten alles so umstellen, dass der Betrieb möglichst normal aussieht. Keine abgesperrten Tische mit hochgestellten Stühlen. Es soll nach Restaurant aussehen, die Atmosphäre ist wichtig«, findet er. Der heutigen Öffnung hat er ansonsten recht gelassen entgegengeblickt: »Ich bin vor allem froh, dass alle gesund sind. Aber wir haben unseren Job schon sehr vermisst, deshalb sind wir alle froh, dass wieder geöffnet werden kann.«

Restaurants und Cafés haben vorerst noch mit vielen Auflagen zu leben. So müssen Namen und Anschriften der Gäste notiert werden, fünf Quadratmeter Platz müssen die Tische haben, an denen nur Menschen aus maximal zwei Haushalten sitzen dürfen.

Pescador Memo Bad Vilbel: Trotz Auflagen froh, wieder öffnen zu können

Mükremin Karakus betreibt das Fischrestaurant Pescador Memo in der Frankfurter Straße und ist am Donnerstagmittag mit Vorbereitungen für das Mittagsgeschäft und die Wiedereröffnung beschäftigt. Auch sein Geschäft soll ab dem heutigen Freitag wieder Gäste empfangen. Die vergangenen Wochen seien schwer gewesen. »Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.«

Karakus hat seine Gerichte zur Abholung angeboten, das habe gerade gereicht, um die Miete zu bezahlen. »Meine Frau, ich und ein Koch haben hier gearbeitet.« Auf seinen 40 Quadratmetern Fläche werde er wegen den Auflagen nur recht wenige Gäste unterbringen können, doch verfügt sein Restaurant auch über eine kleine Außenfläche. »Diese werden wir auch öffnen und vor allem können wir die Fläche vom Friseursalon »Hülya« nebenan mitbenutzen.« Trotz aller Auflagen sei er froh darüber, wieder öffnen zu können. »Ich glaube, meine Mitarbeiter freuen sich auch sehr. Sie konnten die letzten Wochen nicht arbeiten. Keiner weiß so genau, was morgen passiert.«

Deftig und Fein Karben: Vergangene Wochen mit Lieferservice überstanden

In Bad Vilbels Nachbarstadt Karben ist die Situation nicht viel anders. Stefan und Anja Kohler stecken am Mittag mit ihrem Restaurant »Deftig und Fein« im Karbener Bürgerzentrum mitten in den Vorbereitungen für die Wiedereröffnung: »Wir machen morgen ganz normal auf zu den normalen Öffnungszeiten«, sagt Stefan Kohler. Er und seine Frau hätten die vergangenen Wochen ebenfalls mit einem extra eingerichteten Lieferservice überstanden und zudem Grüne Soße für Rewe produziert. »Wir freuen uns sehr, dass wir wieder öffnen können. Soforthilfen und Kurzarbeit haben lange nicht abgefangen, was finanziell fehlt«, meint er. »Es gab bittere Momente.«

Doch sei das Ehepaar nun guten Mutes, dass langsam wieder Normalität einkehrt, rund 30 Plätze seien im Restaurant verfügbar. »Wir hoffen deshalb auf einen schnell eintretenden Sommer, denn draußen haben wir mehr als genug Platz.« Der obligatorische Desinfektionsmittelspender sei ebenfalls bereits installiert und auch die anderen Maßnahmen werden im Deftig und Fein umgesetzt. »Die Auflagen sind nicht ohne, aber wir sind froh, dass es wieder losgeht.«

Gastronomien in Bad Vilbel: Unternehmer seit Beginn der Krise gut vernetzt

Die Bad Vilbeler Gastronomen sind untereinander gut vernetzt und haben zu Beginn der Corona-Krise beispielsweise gemeinschaftlich einen Rechtsanwalt eingeladen, um sich über Möglichkeiten zur Kostenreduzierung beraten zu lassen. Der Verein Stadtmarketing hatte zudem eine Webseite online gestellt, die eine Übersicht über sämtliche Corona-Angebote der Vilbeler liefert. 

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