Quellenpark

SV Fun-Ball plant Mehrzweckhalle im Quellenpark

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Der SV Fun-Ball Dortelweil plant eine Multifunktionshalle im künftigen Neubaugebiet Quellenpark. Die Stadt Bad Vilbel will das Projekt massiv unterstützen. Doch es hagelt Fragen der Opposition.

Als wenn Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) es schon geahnt hatte, dass viele kritische Fragen im Raum standen. Er holte nämlich weit aus, um die Vorlage des Magistrats zu begründen. Die sieht nämlich vor, dem SV Fun-Ball Dortelweil in Erbpacht für 1 Euro ein knapp 1800 Quadratmeter großes Grundstück im künftigen Neubaugebiet Quellenpark zu überlassen. Darüber hinaus will die Stadt dem Verein einen Kommunalkredit in Höhe von 990 000 Euro "mit möglichst langer Laufzeit" zur Verfügung stellen". In der Vorlage stehen 30 Jahre zu einem Tilgungssatz von 3,33 Prozent. Stöhr brachte die von ihm und Stadtrat Klaus Minkel erarbeitete Vorlage ein und verwies darauf, dass es sich um den größten Verein der Wetterau handele. Der SV Fun-Ball wolle auch eigenes Geld zur Verfügung stellen. Wenn die Stadt dem Verein das Grundstück und den Kommunalkredit zur Verfügung stelle, sei dies "kein großes Geschenk an den Verein, vielmehr gebe es ein großes Geschenk des Vereins an die Allgemeinheit". Man habe mit dem Dortelweiler Verein nur beste Erfahrungen gemacht, er engagiere sich besonders häufig sozial. Stöhr erwähnte die Kooperation mit der Regenbogenschule.

Für Tanz, Judo, Fitness

Mit der neuen Halle, die unter anderem für Fitnesstraining, Tanz und Judo vorgesehen ist, schaffe der Verein Betätigungsmöglichkeiten für die künftigen Neubürger, die die Stadt nicht schaffen könne.

SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Kühl sagte, man sei zwar grundsätzlich dafür, aber die Vorlage sei "doch eher dürftig". Es fehlten zahlreiche Informationen. Immerhin erhalte der Verein ein Grundstück von erheblicher Größe. Kühl forderte namens seiner Fraktion, die Stadt solle eine Nutzungsvereinbarung abschließen, die es den Schulen erlaube, diese Halle gleichfalls zu nutzen. "Ebenso soll die Halle für den Turnverein Bad Vilbel geöffnet werden." Stöhr verwies darauf, dass der TV in der Huizener Straße "mehr bekommen hat als der SV Fun-Ball", weil er das Grundstück, auf dem die Halle stehe, in seinem Eigentum habe. Im Quellenpark werde aber die Stadt Eigentümerin des Grundstücks bleiben.

Im Verlauf der Situzng gab es immer wieder Anfragen zu dem Finanzierungsplan. Offenbar sahen vor allem die Mitglieder der Opposition hier Risiken. Der SV hatte in einem Schreiben an die Stadt einen Finanzierungsplan aufgestellt. Darin heißt es, man bringe 150 000 Euro an Eigenkapital ein, vom Spendenverein für Sport und Kultur rechne man mit 630 000 Euro bzw. einem Drittel der Baukosten. Vom Land erwartet man 220 000 Euro an Zuschuss, vom Landessportbund 30 000 und an "sonstigen Spenden" 20 000 Euro. Die neue 20 mal 30 Meter große Halle soll rund 1,89 Millionen Euro kosten. Damit bliebe eine Deckungslücke von 840 000 Euro, die durch den Kommunalkredit der Stadt geschlossen werden soll. Ohne Zuschüsse kein Bau  

Die Unsicherheiten versuchte der FDP-Stadtverordnete Jörg-Uwe Hahn zu zerstreuen. "Wenn der SV die Zuschüsse nicht erhält, wird er die Halle nicht bauen." Er stelle auch fest, dass keine der Fraktionen gegen die Magistratsvorlage sei. Das bestätigten die weiteren Redebeiträge. So meinte Martin Gecks von den Freien Wählern, wenn man keine Schlafstadt sein wolle, müsse man den künftigen Neubürgern etwas anbieten. CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter nannte es "großartig, dass sich der Verein so engagiert". Und Grünen-Fraktionschef Jens Matthias sagte, es sei gut, dass frühzeitig an Schulen und Kitas gedacht werde.

Die SPD-Fraktion enthielt sich, alle anderen votierten mit ja. Damit kann der SV Fun-Ball die notwendigen Zuschussanträge stellen.

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