Tanja Lucas von der Büchergalerie in Bad Vilbel ist mit genähten Masken von ihrer Mutter gut für die nächsten Wochen gerüstet.
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Tanja Lucas von der Büchergalerie in Bad Vilbel ist mit genähten Masken von ihrer Mutter gut für die nächsten Wochen gerüstet.

Ladenöffnung

Freude über Wiedereröffnung der Läden in Bad Vilbel

  • vonNiklas Mag
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Seit Montag dürfen kleine Geschäfte wieder geöffnet haben. Auch die Frankfurter Straße macht langsam wieder ihre ersten Atemzüge nach rund einem Monat Shutdown.

Auf der Frankfurter Straße ist es so still wie vermutlich nie zuvor. Doch wer auf den ersten Blick die Corona-Pandemie damit in Verbindung bringt, hat nur teilweise recht, denn die Straße ist zurzeit wegen den Umbaumaßnahmen der Kreuzung mit dem Grünen Weg nicht befahrbar. Dennoch sind am Morgen einige Vilbeler unterwegs, um Einkäufe zu erledigen, denn die Geschäfte sind nach Wochen endlich wieder offen.

»Wir hatten Hilfe von der Parkapotheke und konnten dort noch für etwa zwei Wochen nach der Schließung Bücher verkaufen«, erzählt Tanja Lucas, Mitarbeiterin in der Büchergalerie von Claudia Heyne. »Wir waren aber immer für die Kunden erreichbar und haben auch einen Lieferservice für Bücher angeboten.« Das habe alles in allem gut funktioniert, gerade zu Ostern hätten einige Vilbeler das Angebot des Buchladens angenommen. »Wir sind dennoch sehr froh, dass wir wieder öffnen können. Die Hygieneregeln werden von allen befolgt, das klappt sehr gut, obwohl die Gänge zwischen den Regalen nicht so weitläufig sind«, findet Lucas. »Für die nächsten Wochen sind wir außerdem gut gerüstet«, meint sie und hält einen Stapel bunter Schutzmasken in die Höhe.

Wiedereröffnung der Läden in Bad Vilbel: Klebestreifen und Plexiglas

Der Feinkostverkauf und Gastronomiebetrieb von Rafael Jimenez Davila musste im März nicht komplett schließen: »Wir haben unser Bistro, unsere Gastronomie, natürlich sofort eingestellt, aber wir hatten weiter geöffnet, weil wir ja auch Lebensmittel verkaufen.« Im Al Rafa gibt es nicht nur Spezialitäten aus mediterranen Ländern, sondern auch eine Fleischtheke. »Außerdem haben wir sofort damit begonnen, sämtliche Maßnahmen umzusetzen. Klebestreifen auf dem Boden, Plexiglasscheiben und ein Schild aufgestellt, mit dem wir Kunden auf die Abstandsregeln hinweisen«, erzählt Jimenez Davila. 

Rafael Jimenez Davila spürt langsam die Umsatzeinbußen.

Doch zwischen 30 und 40 Prozent seines Umsatzes seien in den vergangenen Wochen weggebrochen und das werde sich vorerst auch nicht ändern: »Der Fußgängerverkehr auf der Frankfurter Straße nimmt langsam wieder etwas zu, aber es hat natürlich am Montag keinen Schlag getan, und der Laden war plötzlich wieder voll«, erklärt er. »Wir denken ab jetzt von Tag zu Tag und sind finanziell recht stabil momentan. So können wir erst mal weitermachen.« Ihm falle es jedoch sehr schwer abzuschätzen, wie lange das so weitergehen kann. »Das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.«

Wiedereröffnung der Läden in Bad Vilbel: Stoffservice im Auf und Ab

Ein gigantisches Auf und Ab hat Christiane Pötter in den vergangenen Wochen erlebt. Bis Montag sei es eher ein Ab gewesen, doch jetzt folgt das Auf. Vor ihrem kleinen Laden für Näh- und Strickbedarf haben sich seit Montag immer wieder Schlangen gebildet, auch am gestrigen Morgen stehen drei Kunden vor der Tür und warten darauf, dass Christiane Pötter ihre bestellten Waren an die Tür bringt, denn in ihrem Geschäft ist es ziemlich eng. »Ich hatte komplett geschlossen und konnte durch Rücklagen und die eine oder andere kleine Lieferung die letzten Wochen gut überstehen«, resümiert die Inhaberin. Nach Wochen der Stille, folgt nun aber der beschriebene Ansturm. »Das ist momentan der Wahnsinn. Ich habe fast keine Gummibänder mehr und es gibt kaum noch Nachschub«, erklärt sie.

Bei Christiane Pötter boomt das Geschäft mit Nähbedarf.

Der Grund, warum so viele Masken benötigt werden ist vielleicht kein schöner, doch ihrem Einzelhandelsbetrieb, der sich seit Jahren in der Frankfurter Straße befindet, tut das nach der langen Schließung gut: »Was ich die letzten verloren habe, kommt jetzt wieder rein«, sagt sie und überreicht einer jungen Kundin ihre bestellten Waren. Diese ist glücklich und kann sich nun wieder der Maskenproduktion widmen: »Ich kann nähen und deshalb fragen mich momentan viele Leute, ob ich Masken für sie machen kann«, erzählt sie. »Ich könnte momentan Hunderte machen, ich komme gar nicht hinterher.«

Wiedereröffnung der Läden in Bad Vilbel: Gastronomie kämpft

Der Einzelhandel erholt sich wieder langsam von den langen Wochen der Schließung. Die Gastronomen in der Quellenstadt müssen allerdings weiterkämpfen und sind für jede Unterstützung dankbar. Auf der Webseite https://badvilbelbringts.de/ sind gastronomische Betriebe aufgelistet, die während der Corona-Zeiten ihre Speisen zur Abholung oder zur Lieferung anbieten.

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