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Der Boden des Schwimmbeckens ist teilweise mit Beton saniert worden.

Infrastruktur

Freibad muss erneuert werden

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Das Bad Vilbeler Freibad muss komplett erneuert werden. Die Stadt investiertb in die laufende Unterhaltung, bis das neue Kommunalbad gebaut ist.

B ademeister Jörg Lau zeigt in den großen Raum mit den Kabinen: "Die Umkleiden haben wir jetzt neu gestrichen." Er und sein Kollege Lutz Buchner sind auch in den Herbst- und Wintermonaten im Bad Vilbeler Freibad anzutreffen. "Hier gibt es jede Menge zu tun", sagt Lau. Vor allem gilt es, immer wieder zu renovieren und zu reparieren. Denn das Bad ist in die Jahre gekommen.

Seit dem Jahr 1937 verfügt Bad Vilbel über ein Freischwimmbad. Die Einrichtung wurde nach damaligen Standard gebaut. "Heute würden sie so etwas nicht mehr genehmigt bekommen." Diese Aussage konnte Stadtrat Klaus Minkel bewusst machen, denn kürzlich hatten er und Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr sich vom Zustand des Freibades überzeugen können. Es war an dem Tag, an dem eine Spezialfirma Bohrkerne aus dem trockengelegten Schwimmerbecken entnehmen konnte. "Wir haben das Becken in leerem Zustand gesehen. Sie hätten die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen", sagte Minkel. Das Becken weise zahlreiche Unebenheiten auf. Auch weitere Punkte hat man wohl entdeckt, die eine Genehmigung nicht mehr möglich gemacht hätten.

Die Bohrkerne wurden entnommen und analysiert. Ergebnis: Der Beton ist marode. Das bedeutet nach Angaben der Verantwortlichen, dass das Becken neu gebaut werden muss. "In den nächsten Jahren, bis das Kommunalbad des Kombibades gebaut sein wird, werden wir den Betrieb im Freibad noch aufrecht erhalten." Dann müsse das Becken aber erneuert werden.

Bekenntnis zum Baderhalt

Im Klartext heißt das: Badegäste müssen einige Zeit auf das künftige Kommunalbad oder andere Freibäder ausweichen. Seitens der Stadt möchte man aber keine weitere Bad-lose Zeit aufkommen lassen. Der Baustart für das neue Kommunalbad, das zwischen B 3 und Schulzentrum errichtet wird, ist für Herbst kommenden Jahres angekündigt worden. Man rechnet mit einer Bauzeit von einem guten Jahr. Ab Herbst 2021 stünde das neue Bad dann Schülern, Sportvereinen und anderen zur Verfügung. Könnte also gut sein, dass ab dem Jahr 2022 das stark in die Jahre gekommene Freibad an der Huizener Straße saniert wird. Bis dahin werde man nur so viel investieren, "damit das Bad betriebsbereit bleibt". Aktuell sind die Löcher wieder verfüllt und das Wasser eingelassen worden. Minkel empfahl den Stadtverordneten, auch die übrigen Einrichtungen des Freibades zu sanieren und nicht nur das Schwimmerbecken.

Freibad schnellstmöglich sanieren

Nach diesen Ausführungen war der Antrag von SPD und Grünen obsolet geworden. Die Oppositionsfraktionen wollten erreichen, das Freibad schnellstmöglich zu sanieren und langfristig zu erhalten. Der Magistrat solle bis 2020 eine Machbarkeitsstudie zur behutsamen Sanierung und Modernisierung des Freibads als Traditionsbad vorlegen. Die Koalitionsfraktionen von CDU und FDP meinten, der Magistrat sei in Sachen Freibad längst tätig. Jörg-Uwe Hahn (FDP) sagte zum Antrag, wenn der Beton kaputt sei, sei nichts mehr zu sanieren. Das politische Ziel sei klar: Über 2022/23/24 hinaus bleibe das Freibad erhalten, sagte Hahn.

Stadt bekennt sich zu Freibad

In ihrem Antrag beriefen sich SPD und Grüne auf die Aktivitäten einer Bürgerinitiative zum Erhalt des Freibades. "Dieser BI hätte es gar nicht bedurft. Wir wollen ja auch, dass es weiter ein Freibad gibt." Letztlich sah das für die Grünen auch Ausschussmitglied Clemens Breest ein und zog den Oppositionsantrag zurück, der im Wesentlichen auf den Forderungen der Bürgerinitiative beziehungsweise der Bürgerpetition fußte (siehe Kasten). Einstimmig angenommen wurde in CDU-FDP-Antrag, in dem es heißt: "Die Stadtverordnetenversammlung bekennt sich zum Erhalt und zur Sanierung des Bad Vilbeler Freibades und unterstützt dabei alle Maßnahmen des Magistrats, wie er sie in seinem Schreiben vom 15. Juli an die Freibad-Initiative aufgeführt hat."

Ergänzt wurde, dass der Magistrat aufgefordert wird, im Ausschuss "regelmäßig über die Pläne für das Freibad zu berichten". Dazu Minkel: "Das hätten wir sowieso getan."

Forderungen aus der Bürgerschaft zum Freibad: Unsere Kinder müssen die Gelegenheit haben, schwimmen zu lernen. Die umliegenden Schulen sollen das Bad weiterhin für den Schulsport nutzen können. Senioren wollen sich in zentraler Lage fit halten. Jugendliche schätzen das Freibad als beliebten Treffpunkt für Sport, Spiel und Spaß. Sportler und Vereine sollen weiter in einem 50-Meter-Becken trainieren können. Das Freibad soll ein wichtiger Ort der Erholung und Begegnung bleiben, dessen Besuch sich jeder leisten kann. (pe)

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