Bad Vilbel

Weg frei für Bau des Kurparkhotels

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Die endgültige Entscheidung ist gefallen: Im Bad Vilbeler Kurpark wird das Kurhaus saniert, eine Stadthalle wird errichtet, ebenso ein Hotel. Aber nicht alle sind mit allen Projekten einverstanden.

Stürzt sich die Stadt Bad Vilbel anlässlich des Hessentages bei der Vollendung der Stadtmitte in ein finanzielles Abenteuer, oder entwickelt sich die Kur- und Festspielstadt durch die Sanierung des Kurhauses, den Bau einer neuen Stadthalle und eines Kongresshotels zum Leuchtturm in der Rhein-Main-Region? Diese Meinungen prägten die Debatte der Stadtverordnetenversammlung, als es um den Bebauungsplan für den westlichen Kurpark ging. Denn jetzt stand die finale Entscheidung für die Großprojekte an, die weitgehend bis zum Hessentag 2020 gestemmt sein sollen.

Im Oktober 2017 kamen die Stadtverordneten zu einer Sondersitzung zusammen, um den Bau der Stadthalle und die damit verbundene Kurhaussanierung zu beschließen. Außerdem wurde beschlossen, eine Teilfläche des Kurparks an einen Investor zu verkaufen, damit dieser dort ein Kongresshotel errichten sollte. Während seinerzeit noch alles einstimmig beschlossen wurde, zeigte sich schon in der folgenden Sitzung, dass die Grünen dem Hotelprojekt skeptisch gegenüberstanden. Als dann der entsprechende Bebauungsplan diskutiert wurde, rückten die Grünen von dem Projekt ganz ab. Das bekräftigten sie in der jüngsten Stadtparlamentssitzung. Deren Fraktionsvorsitzender Jens Matthias sagte: »Das Hotel tragen wir nicht mit.« Die neue Stadthalle aber sei eine »Chance für die Stadt«. Für problematisch hält die Fraktion nicht nur das mit den Projekten erhöhte Verkehrsaufkommen in der Kasseler Straße und im Schwarzen Weg, sondern auch, dass damit eine Freifläche im Kurpark wegfällt. »Eine Stadt kann sich nur entwickeln, wenn sich Menschen treffen können«, so Matthias.

Den westlichen Kurpark als Treffpunkt sehen die anderen Fraktionen aber nicht. CDU-Stadtverordneter Cleve sieht die Ecke »eher trostlos«. Zurzeit sei dieser Teil des Kurparks unbelebt. »Mit dem Hotel kriegen wir dort eine höhere Aufenthaltsqualität, denn dort ist auch ein Restaurant vorgesehen.« SPD-Fraktnschef Christian Kühl pflichtete bei: »Wenn sie abends aus dem Schwimmbad kommen, ist dort nichts mehr los.«

Auch das erhöhte Verkehrsaufkommen, das die Grünen ins Feld führen, befürchten die anderen Fraktionen nicht. Cleve meinte, es werde »zwischen 70 und 150 Fahrzeugbewegungen« durch das Hotel geben. »So viel ist das nicht.« Er verwies zudem darauf, dass die neue Stadthalle »gut an den ÖPNV angebunden ist«.

Ein weiterer Aspekt der Debatte waren die Finanzen. Die Grünen befürchten für die Stadt ein hohes Risiko. Die Kurhaussanierung und der Bau der Stadthalle würden rund 50 Millionen Euro kosten, rechnete Matthias vor. Er gab auch zu bedenken, dass die von Investor Wund zugesagten jährlichen 5,5 Millionen Euro an die Stadt aus der Therme »erst fließen werden, wenn der erste Besucher durchs Drehkreuz gegangen ist«. Dagegen rechneten die anderen Fraktionen vor, dass die Hessentagsstadt Millionen vom Land erhalte. CDU-Stadtverordneter Tobias Utter meinte, ein solches Projekt sei »nicht ohne Risiko. Aber sollen wir deswegen die Risiken scheuen?« FDP-Stadtverordneter Thomas Reimann fand es »traurig, dass es so viele Selbstzweifel gibt«. Dabei wolle man die Stadt »doch zu einem Leuchtturm der Rhein-Main-Region entwickeln«.

Die Abstimmung fiel entsprechend aus: Die Grünen sagten nein, der Rest des Hauses ja. Damit ist der Weg für die Projekte frei.

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