Frauenquote

Frauenförderplan wird aktualisiert

  • vonThomas Kopp
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Erst im März hatte die Bad Vilbeler Politik über einen neuen Frauenförderplan diskutiert. FDP-Fraktionschef Jörg-Uwe Hahn lobt die aktuellen Werte in Sachen Frauenbeschäftigung in der Stadtverwaltung. Trotzdem gibt es in den einzelnen Bereichen der Verwaltung erhebliche Unterschiede.

I nsgesamt 59 Prozent der Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind Frauen. Das ist ein gutes Ergebnis der praktizierten Frauenförderung der vergangenen Jahre", stellt der FDP-Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament, Jörg-Uwe Hahn, fest. Er bezieht sich dabei auf eine Aufstellung, die am 1. März erstellt wurde. Denn in der damals laufenden politischen Sitzungsrunde hatten die Grünen einen neuen Frauenförderplan gefordert. Der alte war abgelaufen.

Zwar scheiterten die Grünen damals mit weitergehenden Forderungen, so etwa dem Schutz vor sexueller Belästigung. Dies lehnte die Mehrheit ab, weil derartige Mechanismen ohnehin im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verankert seien.

Drei Frauen leiten Fachbereiche

Doch am neuen Frauenförderplan wird derzeit gearbeitet, wie Stadtsprecher Yannick Schwander versichert. Das Projekt läuft unter der Federführung von Hauptamtsleiterin Petra Steinhuber-Honus. Sie ist eine von drei Frauen, die Fachbereiche leiten. Insgesamt gibt es sieben Fachbereiche. Doch Jörg-Uwe Hahn spricht von erheblichen Unterschieden in den einzelnen Bereichen. In der klassischen Verwaltung seien 63 Prozent weiblich. "Bis auf die Eingruppierung (EG) 9a und EG 10 sind in allen Bereichen mehr Frauen als Männer, das zeigt, in diesem Segment sind die Bezahlungen nicht diskriminierend." In der Tarifstufe 9a gilt ein Bruttoeinkommen von 2711 Euro, in Stufe 10 gibt es brutto 3089 Euro. Hierin eingestuft werden etwa Sachbearbeiter.

"Im gewerblich/technischen Bereich dagegen besteht ein erheblicher Unterschied zwischen Männern und Frauen. 118 Männer stehen 28 Frauen gegenüber, das sind gerade einmal 19 Prozent", berichtet Hahn weiter. Natürlich liege dies an der besonderen körperlichen Arbeit etwa auf dem Bauhof oder beim Grünamt.

Erzieher gesucht

Ganz anders sähe es wieder im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes aus. Gerade einmal zehn Männer kämen auf 149 Frauen, eine Quote von sechs Prozent. Das zeige aber auch, dass man verstärkt männliche Erzieher brauche. In dem vierten Segment der Beamten sei ein Gleichstand von jeweils sieben Personen gezählt worden. "Hier fällt leider noch auf, dass es Unterschiede in der Besoldung gibt, die Damen belegen die unteren Besoldungsgruppen und die Herren die höheren, da ist noch Luft nach oben", sagt Hahn.

Er macht deutlich, dass für die Freien Demokraten Frauenförderung wichtig sei und in der Praxis auch umgesetzt werde. "Mit unserer Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn stellen wir die einzige weibliche Dezernentin im Magistrat. Sicherlich liegt es auch an ihrem Aufgabenbereich, dass dort auch die meisten weiblichen Mitarbeiter tätig sind", so der FDP Fraktionschef.

Bad Vilbel könne sich aber wirklich positiv sehen lassen. Hahn: "Da braucht die Opposition sich keine zusätzlichen Sorgen, wie im Frühjahr geschehen, machen."

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