+
Immer wieder werden bei Bauarbeiten Weltkriegsbomben gefunden, die dann entschärft werden müssen, so wie dieses Exemplar in Kassel.

Täuschung

Fliegerbombenfund vorgetäuscht – Neue Betrugsmasche?

Falsche Behördenmitarbeiter haben in Bad Vilbel versucht, Senioren aus ihrem Haus zu locken. Angeblicher Grund: Entschärfung einer Fliegerbombe. Eine Bombe gab es jedoch nie. Die Polizei steht vor einem Rätsel.

Von AGS

Ist es eine neue Betrugsmasche? War es ein schlechter Scherz? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter? Zwei Anrufe, die am Dienstagnachmittag bei Seniorinnen aus Bad Vilbel eingegangen sind, stellen die Polizei vor ein Rätsel.

Bei beiden Damen meldete sich eine Frau Schmidt, die behauptete, von der Umweltbehörde zu sein. Sie berichtete, in der jeweiligen Straße, in der die Frauen wohnen, sei eine Fliegerbombe gefunden worden, und forderte die Vilbelerinnen auf, wegen der baldigen Bombenentschärfung ihre Wohnungen zu verlassen. Eine Lüge. Die Fliegerbombe gab es nie, sie war eine Erfindung. Laut Polizeisprecherin Sylvia Frech ist derzeit noch unklar, was das Ziel der Angreifer war. Es sei denkbar, dass sie die Seniorinnen aus ihren Wohnungen locken wollten, um danach ungestört in diese einsteigen zu können. Es könne sich aber genauso gut um einen "dummen Streich" handeln. "Das ist alles Spekulation", sagt Frech.

Plan ging nicht auf

Fest steht aber, dass der Plan der Anrufer nicht aufging. Die Vilbelerinnen ließen sich nicht hinters Licht führen, blieben in ihren Häusern und verständigten die Polizei. Diese rät Senioren davon ab, sich mit ihrer Telefonnummer in öffentlichen Verzeichnissen wie dem Telefonbuch eintragen zu lassen. Das eröffne einen Angriffspunkt für Betrüger. Auch im Fall des erfundenen Bombenfundes, so vermuten die Ermittler, könnten die genutzten Kontaktdaten von dort stammen.

Außerdem raten die Ermittler, stets misstrauisch zu sein. Sollte tatsächlich eine Fliegerbombe gefunden werden, würden die Betroffenen bei einer Evakuation nicht per Telefon informiert – und schon gar nicht von der Umweltbehörde. Die Nachricht werde über die Medien verbreitet, außerdem gingen Polizei und Feuerwehr von Haus zu Haus, um die Anwohner persönlich zu alarmieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare