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Die Sandhasen Margot Hilling und Horst Hilling hoffen auf Unterstützung. FOTO: NIKLAS MAG

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Fidele Sandhasen müssen kleinere Brötchen backen

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Bad Vilbel(nma). Es ist zu erkennen, dass die Absage des Waldfestes an Margot und Horst Hilling nagt. "Zum ersten Mal seit 48 Jahren findet das Fest nicht statt. Am Donnerstag wäre es so weit gewesen", berichtet Horst Hilling, Pressesprecher der Sandhasen. Die Erste Vorsitzende Margot Hilling ergänzt: "Wir sind froh, dass die Saison aber noch komplett durchlief. Unsere Sitzungen konnten alle noch stattfinden, sogar das Abschlussfest am Aschermittwoch."

Die Jahreshauptversammlung des Vereins Ende April hatten die Sandhasen zunächst verschoben, mittlerweile aber komplett abgesagt. Der Aufwand für eine virtuelle Jahreshauptversammlung schien zu groß, zudem erlaube es ein neuer Corona-Beschluss Vereinen, ihren Vorstand ein Jahr länger im Amt zu lassen, erklärt Margot Hilling.

Waldfest in 70er Jahren wiederbelebt

Die zahlreichen Jugendgruppen des Vereins seien selbstverständlich ebenfalls eingestellt. Zahlreiche Kinder und Jugendliche trainieren in dieser Zeit eigentlich im "Hasenstall" in der Frankfurter Straße ihre Tänze. "Die Kleinen, die Purzelgarde, haben momentan gar kein Training. Die Älteren haben sich selbst arrangiert, soweit es möglich war." Eine der Gruppen trainiere mittlerweile im Freien, andere nutzen digitale Hilfsmittel.

"Normalerweise würde nach den Osterferien für die kommende Kampagne trainiert werden, aber wie das weitergeht, ist erst mal fraglich", meint Horst Hilling. Im Januar würde bereits die erste Sitzung stattfinden. Schade sei das ausfallende Training allemal, denn viele Kinder und Jugendliche im Verein würden das Tanzen bei den Sandhasen nicht zur zum Spaß, sondern auch als Sport betreiben. Doch halten die Mitglieder dem Verein die Treue, Austritte seien keine zu verzeichnen, auch wenn das Vereinsleben, wie überall, auf null gestellt wäre.

Sitzungen in Dortelweil

Sorgen bereiten dem Vorstand allerdings die Vereinsfinanzen. "Die Mitgliedsbeiträge liegen bei 25 Euro im Jahr und bei den Sitzungen nehmen wir nicht viel Eintrittsgeld", beschreibt Margot Hilling. "Einen Großteil unserer Einnahmen kommen vom Waldfest am Himmelfahrtstag." Das Waldfest fand bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in Vilbel statt und wurde von den Sandhasen in den 70er Jahren wiederbelebt. Bis zu 5000 Besucher finden sich Jahr für Jahr im Vilbeler Wald ein, werden bewirtet, genießen die Stimmung und die Atmosphäre. Ein den Vilbelern lieb gewordenes Familienfest, das nun nach 48 Jahren erstmalig wieder pausieren muss. "Durch das Waldfest finanzieren wir fast die gesamte Jugendarbeit und dafür wird einiges an Geld benötigt", sagt Horst Hilling. "Da landet man schnell im fünfstelligen Bereich." Zudem habe der Verein wegen des Kurhausumbaus in diesem Jahr in Dortelweil die Sitzungen abgehalten, was leider zu geringeren Einnahmen geführt habe. "Auch Zuschüsse können wir keine beantragen, denn wir gelten nicht als gemeinnützig."

Existenzbedrohend sei das ausfallende Waldfest für die Vilbeler Sandhasen zwar nicht direkt, doch Margot Hilling weiß: "Wir müssen ab jetzt kleinere Brötchen backen." Damit der Verein nicht zu stark in die Miesen rutscht, hoffen die Sandhasen auf Hilfe aus der Bevölkerung. "Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, dass uns mit den 25 Euro Jahresbeitrag unterstützen möchte. Sowohl aktive Mitglieder als auch passive Mitglieder helfen uns sehr", sagt Horst Hilling.

Damit auch nach Corona die wilden Faschingssitzungen der Sandhasen in Bad Vilbel stattfinden können, freut sich der Verein über neue Mitglieder. Informationen dazu gibt es auf der Hompage der Sandhasen unter www.bv-sandhasen.de, bei Margot Hilling unter Telefon 01 52/29 99 68 87 oder per E-Mail an die Adresse sandhasen- vorstand@web.de. nma

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