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An vorderster Stelle: Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll setzt in Krisenzeiten auf Disziplin und klare Linie. 

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Feuerwehr Bad Vilbel: Einsatzfähig trotz Corona

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Die Bad Vilbeler Feuerwehr ist auch während der Corona-Krise einsatzfähig. Das erfordert von den Verantwortlichen ein hohes Maß an Planung und von den freiwilligen Feuerwehrleuten Disziplin.

Es sind nicht nur Berufsgruppen wie Ärzte, Krankenpfleger oder Supermarktkassierer, denen dieser Tage gedankt werden muss. Bei der Feuerwehr Bad Vilbel sind es Freiwillige, die derzeit die Pandemie deutlich spüren. Denn Priorität Nummer eins bei der Vilbeler Wehr lautet: Auf keinen Fall anstecken, damit die Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten werden kann.

"Wir mussten natürlich einige Maßnahmen umsetzen, damit wir der Krise trotzen können", erklärt Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll. "Das Wichtigste ist, eine ganz klare Linie zu fahren. Das war von Anfang an unsere Taktik." Selbstverständlich seien sämtliche Formen der Brandschutzerziehungen, Übungen, sowie die Kinder- und Jugendfeuerwehr vorerst auf Eis gelegt. "Wir treffen uns nur noch für Einsatzzwecke".

Entsprechend verweist seien die Gerätehäuser in den Stadtteilen und der Feuerwehrstützpunkt in der Kernstadt. "Keine freundschaftlichen Treffen mehr. Gerätehäuser dürfen nur noch auf Anweisung betreten werden und auch dann gibt es Vorschriften, was die Desinfektion betrifft." Feuerwehrfremde Personen dürften in so einem Fall sogar nur bestimmte Teile der Gerätehäuser betreten, in andere Teile darf nur die Einsatzabteilung. Und gerade für diese gibt es neue Regeln, wenn es irgendwo brennt.

Feuerwehr Bad Vilbel: Auf mehrere Fahrzeuge verteilt

"Vor jedem Einsatz müssen sich alle desinfizieren. Es folgen weitere Schutzmaßnahmen und natürlich müssen entsprechende Abstände eingehalten werden." Man nehme deshalb mehrere Fahrzeuge zu einem Einsatz mit, so können sich die Mitglieder der Einsatzabteilung besser verteilen und sitzen nicht so gedrängt. Weiterhin werde aktuell darauf geachtet, dass sich Mitglieder der verschiedenen Wehren im Einsatz nicht mischen. "Wenn es nicht gerade ein Großeinsatz ist, wo die volle Stärke aller Wehren benötigt wird, schauen wir, dass nur eine Stadtteilwehr vor Ort ist." Auch beim Einsatz lauere die Gefahr der Ansteckung. "Wenn es in einer Wohnung brennt, fragen wir natürlich nicht vorher beim Gesundheitsamt nach, ob sich dort jemand drin befindet, der möglicherweise unter Quarantäne steht", sagt Moll.

"Diese Zeit haben wir ja gar nicht. Die oberste Priorität bei einem Einsatz ist es, Menschenleben zu retten. Ob diese Person gesund oder krank ist oder welche Gefahren sonst lauern, das ist eben das Los der Feuerwehrfrauen und -männer."

Bei kleineren Einsätzen werde versucht die Ansteckungsgefahr so weit wie möglich zu reduzieren. "Bei Fehlalarmen geht nur noch einer nachschauen, bei Türöffnungen reicht es, wenn derjenige an der Tür ist, der dort agiert", sagt Moll. "Der Einsatzleiter vor Ort schaut, dass er die Leute entsprechend anweist und steuert."

Feuerwehr Bad Vilbel: Gitterbox vorm Stützpunkt

Die Schutzmaßnahmen gehen nach dem Einsatz weiter: "Vorm Stützpunkt steht eine Box. Hier kommt nach dem Einsatz sämtliches Material hinein, das getragen wurde, damit kein kontaminiertes Material in den Stützpunkt gelangen kann." Dieses werde danach von den Hauptamtlichen der Feuerwehr weiter behandelt. "Das muss kein Freiwilliger machen", sagt Moll.

"Das sind alles Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, dass sich niemand ansteckt", erklärt der Stadtbrandinspektor. "Das gilt für unsere Feuerwehrfrauen- und -männer natürlich auch im Privaten. Wir verbieten es nicht, aber wir haben alle gebeten, sich soweit zurückzuhalten, dass es keine Ansteckungsgefahr gibt." Wobei er den Ehrenamtlichen ein Kompliment macht: "Die Kollegen wissen, wie ernst die Lage ist, und halten sich daran."

Feuerwehr Bad Vilbel: Freiwilliges Engagement

Bis auf wenige Hauptamtliche in der Führungsebene bestehen die fünf Stadtteilwehren der Feuerwehr Bad Vilbel ausschließlich aus Ehrenamtlichen. Deren Opferbereitschaft und die Wichtigkeit der regelmäßigen Trainings und Ausbildungen zeigen sich Krisen wie der aktuellen Pandemie oder beim Hochwasser von 2016. Doch auch im "normalen" Alltag ist das Engagement der Feuerwehrleute gefragt, die stets Unterstützung brauchen von Kindern, Jugendlichen und Quereinsteigern. Infos unter www.ffw-badvilbel.de oder 0 61 01/5 46 61 04.

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