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Matthias Stührwoldt (o.) ist mit seinen humoristischen Landwirtschaftsgeschichten Teil des Bühnenprogramms. Auf dem Festivalgelände hinter dem Dottenfelderhof ist es samstagmittags noch ruhig.

Feiern und "der Politik Druck machen"

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Bad Vilbel(nma). Der Dottenfelderhof begeistert die Menschen, ob beim wöchentlichen Einkauf oder zum Studium biologischer Landwirtschaft. Am Wochenende wurde der "Dotti" zum ersten Mal auch zum Festival-Gelände. "Beats und Bohne" fand auf dem Hofgelände zwischen Bad Vilbel und Dortelweil statt. Ein Festival, das vor allem junge Leute anzog, die mit der aktuellen Agrarpolitik unzufrieden sind.

Am Samstagmittag ist es relativ ruhig auf dem Festivalgelände. Einige der Besucher schlendern über den Hof, sprechen sich ab, welcher Workshop wann stattfindet. In einem Kellerraum mitten auf dem Hofgelände hat sich Stephan Hübner vom BUND Hessen eingerichtet. Vor ihm stehen Boxen, auf denen Teller stehen, auf denen sich wiederum verschiedene Nahrungsmittel aus Plastik befinden. "Wir wollten uns dieses Festival nicht entgehen lassen, wo es doch schon vor der eigenen Haustür ist", sagt er. Die Ausstellung soll einen Überblick über Ernährung, Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie geben. In den Boxen sind Zutaten und Informationen zur Herstellung des Produktes auf dem darüberliegenden Teller aufgelistet. "Dass das Beats-und-Bohne-Festival hier stattfindet, ist super.

Der Dottenfelderhof ist ein Demeter-Betrieb, der konsequent ökologische Landwirtschaft betreibt", findet Hübner.

Währenddessen sammeln sich auf der Festival-Wiese etwas östlich des Hofs zahlreiche Besucher in einem großen Zelt. Landwirt Matthias Stührwoldt aus Norddeutschland setzt hier zu seiner Lesung an. Er hat sich mittlerweile einen Namen gemacht als schreibender und erzählender Landwirt, schreibt unter anderem eine monatliche Kolumne in der TAZ. Christian Rollmann, der Festival-Sprecher, ist zufrieden: "Wir haben etwa 500 Leute hier dieses Wochenende", sagt er. Hinzu kommen Tagesgäste aus der näheren Umgebung. Das Festival sei aus der Bewegung "Wir haben es satt" entstanden, die regelmäßig in Berlin gegen die aktuelle Agrarpolitik demonstriert. "Dort sind immer wieder Leute vom Dottenfelderhof dabei, und so ist der Kontakt entstanden", sagt Rollmann.

Lesungen, Performances, Workshops und Musik umrahmen die vier Festivaltage. "Wichtig ist, dass wir nicht nur hier sind, um zu feiern. Wir wollen Druck machen auf die Regierung für eine bessere Agrarpolitik. Die Politik soll die Verantwortung übernehmen, die sie hat." Die gesamte Bewegung bestehe aus rund 50 verschiedenen Institutionen, das Festival sei ein voller Erfolg. "Inwieweit wir dieses Festival im nächsten Jahr organisieren, müssen wir uns überlegen. Aber die Stimmung ist super, deshalb wäre das absolut denkbar", meint er.

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