CDU und FDP: Großes Interesse anderer Investoren

Bad Vilbel (pm/pe). Zum geplatzten Vertrag bezüglich des chinesischen Handelszentrums haben sich am Freitagnachmittag auch die Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Irene Utter und Jörg-Uwe Hahn, in einer gemeinsamen Pressemitteilung geäußert.

Wie berichtet, hatte Stadtrat Klaus Minkel (CDU) am Tag zuvor bekanntgegeben, dass Stadt und chinesischer Investor den Vertrag einvernehmlich aufgelöst hatten, weil es Probleme mit der Konvertierbarkeit der chinesischen Währung in Euro gegeben habe und die vereinbarten 45 Millionen Euro somit nicht fristgemäß überwiesen wurden.

Die Koalitionsfraktionen bedauerten am Freitag, dass sich die Pläne des Investors zerschlagen haben. "Dennoch war es richtig und im Interesse der Stadt, diese Option einzuräumen. Die Stadt war in dem ganzen Prozess ein fairer Verhandlungspartner. Allerdings wurden Risiken für Bad Vilbel durch einen klugen Optionsvertrag ausgeschlossen. Das Scheitern zeigt, dass die Volksrepublik China trotz der gewaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre noch immer keine freie Wirtschaft hat. Die fehlende Konvertierbarkeit der Währung erweist sich Hemmschuh für die weitere internationale Ausrichtung der chinesischen Wirtschaft", erklärten die Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP weiter.

Die christlich-liberale Koalition ist der Auffassung, dass sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China in den kommenden Jahren intensivieren werden. Ein Großhandelszentrum in Bad Vilbel wäre ein Vorteil für die gesamte Region gewesen. Doch von Anfang an habe man seitens der Koalitionäre die Chancen "realistisch eingeschätzt und den Kapitalfluss von China nach Deutschland als die größte Hürde auf dem Weg der Realisierung angesehen".

Als erfreulich bezeichnen es Utter und Hahn, dass durch die umfangreiche Medienberichterstattung der "Quellenpark" als eine erstklassige Immobile in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit getreten sei. Zahlreiche Anfragen bei der Stadt ließen es als realistisch erscheinen, dass noch in diesem Jahr Grundstücksverkäufe im Quellenpark umgesetzt werden könnten.

CDU und FDP hätten es bevorzugt, wenn zuerst der Gewerbeteil des Quellenparks bebaut worden wäre, doch schließen sie nun auch ein Vorziehen der Wohnbebauung nicht aus. Hierfür gäbe es mehrere Interessenten. Die Koalition möchte durch Grundstückverkäufe die Ansprüche der Alt-Eigentümer abgelten. Als positiv wird bewertet, dass durch die Preisentwicklung der letzten zwei Jahre nun ein höherer Erlös für die Stadt möglich ist. "Wir wissen um die städtebauliche und um die finanzielle Verantwortung, die wir als Koalitionsfraktionen gerne übernommen haben. Deshalb werden wir den Magistrat bei der weiteren Entwicklung des Gebietes im Parlament unterstützen. Wir werden auch die Folgeüberlegungen von Straßen- und ÖPNV-Infrastruktur bis hin zu möglichen zusätzlichen Kinderbetreuungseinrichtung zeitnah anstellen." Man wolle aber auch neben der jetzt verstärkt zu beachtenden Gewerbevermarktung für kleine und mittlere Unternehmen das Großprojekt Segmüller zu einem schnellen und guten Ende führen. So werde der Quellenpark anders, aber ebenso sinnvoll ausgebaut werden.

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