FDP gegen verlängerte Straßenbahnlinie

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Bad Vilbel (pm). Auf dem Neujahrsempfang der Bad Vilbeler Grünen hat sich der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir für eine Straßenbahn von Frankfurt bis zum Bad Vilbeler Nordbahnhof ausgesprochen. Die Vilbeler FDP ist dagegen.

Für die Verlängerung der Straßenbahn würden mindestens 100 Millionen Euro veranschlagt, schreibt die FDP. Diese Kosten seien eine erste Schätzung für die Verlängerung der Linie 18 ab der Unfallklinik entlang der Friedberger Landstraße bis zum Vilbeler Südbahnhof, evtl. mit einer Verlängerung bis zum Nordbahnhof. Für Thomas Reimann und David Gaida, Sprecher des FDP-Arbeitskreises Verkehr, sind diese Summen ein Alarmzeichen. Sie sehen aber auch Positives: »Nachdem jahrelang alle Vorschläge zur Entschärfung bzw. Entflechtung der Verkehrsbelastung auf der Friedberger Landstraße von Frankfurter Seite ignoriert oder abgelehnt worden sind, ist der 2020 begonnene Dialog eine erfreuliche Entwicklung.«

Bei den 100 Millionen Euro Kosten werde beschwichtigend angeführt, dass sich die Planer 60 Prozent vom Bund und 25 Prozent vom Land Hessen als Kostenübernahme erhoffen. Somit blieben 15 Millionen Euro, die aus dem Stadtsäckel von Frankfurt bzw. Bad Vilbel zu finanzieren wären. »Steuergeld bleibt Steuerzahlergeld, egal aus welchem Topf es kommt,« so FDP-Ortsvorsitzender Jörg-Uwe Hahn.

»Die Verlängerung der Straßenbahn ist nicht alternativlos,« sagt Dr. Michael Rudolphi, Mitglied des Heilsberger Ortsbeirats. »Wir fragen uns angesichts der Höhe der Investitionen und einer ungesicherten Finanzierung: Macht es Sinn, in den Voruntersuchungen ausschließlich auf eine derart teure Lösung wie die Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 zu setzen?« Die Möglichkeit, die Dieselbusse der Linie 30 durch Busse mit alternativen Antrieben zu ersetzen, sei ausgeblendet worden. Insbesondere mit Wasserstoff angetriebene Busse seien eine Alternative. »Diese Busse werden durch die Bundesregierung im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie gefördert.« Nur das Land Hessen mache noch nicht mit.

Bei der Verlängerung der Linie 18 seien auch Fragen zur Trassenführung noch nicht geklärt. Es blieben auch zu klärende Fragen, wie die Auswirkungen auf Parkplätze an der Frankfurter Straße. Die FDP stehe dafür, dass der ÖPNV weitere Verkehrslast übernimmt. Das könne auch durch engere Taktung im Fahrplan geschehen.

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