"Ein Umzug mit Sicherheitsabstand macht keinen Sinn", sagt die Vorsitzende der Fidelen Sandhasen aus Bad Vilbel, Margot Hilling. Ob der Faschingsumzug sich im kommenden Jahr wieder durch Bad Vilbel schlängelt, steht noch in den Sternen. 	ARCHIVFOTO: SVENJA WALLOCHA
+
»Ein Umzug mit Sicherheitsabstand macht keinen Sinn«, sagt die Vorsitzende der Fidelen Sandhasen aus Bad Vilbel, Margot Hilling. Ob der Faschingsumzug sich im kommenden Jahr wieder durch Bad Vilbel schlängelt, steht noch in den Sternen. ARCHIVFOTO: SVENJA WALLOCHA

Fastnacht in Corona-Zeiten

Fastnacht 2020 in Bad Vilbel und Karben: Bei den Vereinen gilt das Prinzip Hoffnung

  • vonPatrick Eickhoff
    schließen

Die Corona-Pandemie erschwert den Karnevalsvereinen in Bad Vilbel und Karben die Vorbereitungen. Wie gehen sie damit um? Sind Sitzungen in Planung oder bereits abgesagt? Ein Stimmungsbild.

Eine Sitzung mit Sicherheitsabstand und Maskenpflicht? Für die Vereine in Karben und Bad Vilbel klingt das nicht unbedingt verlockend. Die Verantwortlichen sind in ihren Planungen unterschiedlich weit. Während die Fidelen Sandhasen in Bad Vilbel ihre Sitzung planen, übt man sich in Dortelweil und bei der SKG Okarben in Zurückhaltung.

Fidele Sandhasen : Die Vorsitzende Margot Hilling ist vorsichtig optimistisch, wenn es um die Organisation von Veranstaltungen geht. »Wir planen ganz normal und hoffen, dass die Kampagne stattfindet«, sagt sie. Die Orden werden bestellt, allerdings wird keine Jahreszahl eingraviert, sondern aufgeklebt. »So können wir sie zur Not auch im darauffolgenden Jahr verwenden.« Auch bei Verträgen wolle man sich absichern. »Wichtig ist, dass wir bei einer Absage keine Vertragsstrafen riskieren.«

»Unsere Gruppen trainieren wieder. Dennoch warten wir die Sommerferien noch ab, falls eine zweite Welle kommt«, sagt Margot Hilling, die allerdings Bedenken hat, wenn es um den Sicherheitsabstand geht. »Wenn dieser weiterhin bleibt, dann macht das wenig Sinn. Wir haben 100 Aktive.« Das Gleiche gelte für den Umzug durch die Innenstadt. »Ich kann keinen Umzug ausrichten, wenn man 1,5 Meter Abstand halten muss.« Dennoch planen die Verantwortlichen ihre Veranstaltungen. »Das ist das Prinzip Hoffnung.«

SKG Okarben : Abteilungsleiterin Nicola Weiser sagt: »Noch ist keine offizielle Entscheidung gefallen.« Man warte derzeit noch ab. »Wir entscheiden Anfang bis Mitte August, wie es weitergeht.« Sie habe auch noch nichts von umliegenden Vereinen gehört, die ihre Sitzungen bereits abgesagt hätten. Die ersten Gruppen haben auch bei der SKG, die neben fünf Fremdensitzungen auch eine Sonntagssitzung auf die Beine stellt, das Training wieder aufgenommen. »Unter den momentanen Voraussetzungen ist eine Sitzung natürlich schwierig umzusetzen, alleine vom Platz und dem Abstand. Wir warten ab.«

Showtanzgruppe Release: Stefanie Grefing ist Teil der Doppelspitze bei den Dortelweilerinnen, die die gut besuchte Weiberfaschingssitzung und die Narrennacht im Sport- und Kulturforum Dortelweil veranstalten. »Es ist schwer, eine klassische Sitzung zu planen, ohne zu wissen, wo es hingeht.«

Erste Überlegungen haben aber bereits stattgefunden. Derzeit gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die klassische Faschingssitzung so nicht stattfinden kann. »Wir überlegen, eine kleine Aktion zu organisieren.« Das müsse man jedoch alles erst mit dem Verein abstimmen. »Bisher sind es nur Überlegungen.«

Die Showtanzgruppe Release trainiert wieder. »Wir trainieren auf Abstand. Eigentlich hätten wir am Hessentag ein Programm zeigen wollen, da wurden wir ausgebremst.« Bevor aber zu viel gemacht wird, möchte Grefing erst mit dem Vereinsvorstand und der Stadt sprechen. »Wir entscheiden das bestimmt nicht alleine. Es ist einfach schwierig abzuschätzen.«

Gronauer Äppelscher : Heidrun Schäfer von den Gronauer Äppelschen ist relativ entspannt. »Wir beobachten die Situation. Wenn eine zweite Welle kommen sollte, dann ist das eben so.« Der Vorteil sei, dass der lose Zusammenschluss von elf Frauen spät entscheiden kann, ob es eine Sitzung geben wird, oder nicht. »Wenn es von der Stadt ein Go geben sollte, dann brauchen wir vier Wochen.«

Die Äppelscher sind ein Zusammenschluss, der aus alter Tradition des Kappenabends des Gronauer Gesangsverein hervorgegangen ist. Die Frauen organisieren mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Männer sowie der Feuerwehr einen Kappenabend in der Gronauer Breitwiesenhalle. »Dass wir direkt so großen Zuspruch erhalten, damit haben wir nicht gerechnet.«

Das Besondere ist, dass die Frauen die Einnahmen des Abends spenden. »Die Einnahmen des diesjährigen Kappenabends von insgesamt 2000 Euro gingen an »Frauen helfen Frauen«, an das »Hospiz Wetterau« und an den »Förderverein der Burgfestspiele Bad Vilbel«.

»Heidrun Schäfer sagt: Es wäre natürlich schade, wenn es keine Sitzung geben würde. Wir stehen jedenfalls in den Startlöchern.« FOTOS: PRIVAT

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare