Ein Baggerfahrer hat eine Gasleitung nahe eines Hofgebäudes beschädigt. FOTOS: NMA
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Ein Baggerfahrer hat eine Gasleitung nahe eines Hofgebäudes beschädigt. FOTOS: NMA

Explosionsgefahr durch Gasleck

  • vonNiklas Mag
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Bad Vilbel(nma). Wer am Montagabend auf dem Dottenfelderhof einkaufen gehen wollte, musste seine Pläne ändern. Denn die Zufahrten zum Gelände wurden von Feuerwehr und Polizei abgeriegelt. Grund dafür war eine geborstene Gasleitung, drei Menschen mussten aus dem Gebäude evakuiert werden. Verletzt wurde aber glücklicherweise niemand.

Um kurz nach fünf Uhr am Nachmittag ging der Alarm bei der Bad Vilbeler Feuerwehr ein. Ein Bagger hatte bei Arbeiten an einem der Gebäude des Hofs eine Gasleitung beschädigt. "Wir hatten es mit einem ziemlich starken Gasaustritt zu tun und das direkt am Gebäude", berichtet Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll später am Abend. Die Gefahren in so einem Fall seien vielfältig: "Wo Gas in dieser Menge ausströmt, gibt es eine Explosionsgefahr. Wir haben deshalb den gesamten Bereich stromlos geschaltet, und es durfte sich auch niemand mehr in der Nähe aufhalten." Die Funkgeräte der Feuerwehr seien gegen solche Fälle gesichert, alle anderen Geräte hätten potenzielle Zündquellen darstellen können. "Die Stadtwerke Bad Vilbel haben das Gas abgeschaltet. Der erste Versuch ist missglückt, da die Leitung offenbar noch nicht richtig verzeichnet war. Aber etwa 15 Minuten später konnte das Gas abgestellt werden", sagt der Stadtbrandinspektor.

Neben der Polizei und Rettungskräften waren die Vilbeler Wehren aus der Kernstadt, Gronau und vom Heilsberg mit 23 Einsatzkräften vor Ort, hinzukamen sechs Brandbekämpfer aus Friedberg, die über Messgeräte verfügen, die kreisweit eingesetzt werden.

"Wir haben am Anfang auch drei Menschen aus dem Gebäude herausgebracht, allerdings geht es allen bestens. Es gab keine Verletzten", berichtet Moll. Die Feuerwehr habe das Gebäude gründlich untersucht, denn aufsteigendes Gas kann sich theoretisch im Dachstuhl oder unter Giebeln und Decken zu einer Blase ballen. "Das fliegt einem dann irgendwann wortwörtlich um die Ohren. Wir konnten aber keinerlei Gas mehr feststellen."

Stadtwerke arbeiten bis in die Nacht

Nachdem die Leitung abgeschaltet war, begannen gleich die Arbeiten der Stadtwerke. Diese wurden in der Nacht fortgesetzt, damit das Rohr möglichst schnell wieder einsatzbereit ist. Sogar der Hofladen konnte eine halbe Stunde vor der Schließung noch einmal öffnen. Kunden, die während des Einsatzes im Laden waren, durften das Gelände verlassen. Lediglich die Einfahrt war für rund zwei Stunden nicht möglich.

Karlheinz Moll ist nach dem Einsatz zufrieden. Die Feuerwehren der Quellenstadt arbeiten rein ehrenamtlich und sehen sich zu Coronazeiten zwecks Infektionsschutz mit noch härteren Richtlinien im Einsatz konfrontiert. "Ich bin immer wieder froh, dass ich so gute Leute um mich habe", meint der Stadtbrandinspektor.

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