Kurhaus-Umbau

Erste Ideen fürs Kongresszentrum

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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Von der Abrissbirne ist das Kurhaus nicht bedroht, aber in Bad Vilbel rauchen derzeit die Köpfe, wie das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu einem modernen Kongresszentrum werden kann.

Das Kurhaus muss saniert werden - so viel steht fest. Dabei darf es nicht entkernt werden - so viel steht ebenfalls fest, Denkmalschutz eben. Aber Bad Vilbel will Hessentagsstadt werden und braucht dafür ein modernes Veranstaltungszentrum im Herzen der Stadt. Also braucht es Ideen, wie das unter den genannten Bedingungen gelingen kann. Dass etwas getan werden muss, ist nämlich über alle politischen Grenzen hinweg klar.

Entkernung abgelehnt

Die Aussagen der Verantwortlichen, das Kurhaus bleibe erhalten, freut den stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Arabin. Er könne sich noch gut daran erinnern, dass aus der CDU angekündigt worden sei, dass das Kurhaus keine Zukunft habe, sogar ein Abriss sei 2001 ins Spiel gebracht worden. Der Sozialdemokrat weiß, dass das Haus aber nicht so umzubauen sein wird, dass es den heutigen Anforderungen genügen kann. Die Überlegung, die neue Stadthalle anzubauen (die WZ berichtete am 24. Januar ), sei sicher eine der realistischen Möglichkeiten. Ob da noch Platz für ein Hotel bleibe, ohne den Kurpark massiv zu dezimieren, könne er sich im Moment noch nicht vorstellen, sagte Arabin weiter und fordert: »Der Kurpark muss als grüne Lunge erhalten bleiben.«

Die aktuell erneuerte Verdächtigung durch Arabin, das Kurhaus sollte schon 2001 abgerissen werden, sei weder durch irgendeine Beschlusslage der Stadt, der CDU, der CDU-Fraktion oder eine verantwortliche Erklärung der Stadt oder der CDU sowie den Ablauf belegbar. Unlängst hatte der Landtagsabgeordnete Tobias Utter einen Gesprächstermin beim Präsidenten der Landesdenkmalbehörde vermittelt. Das Gespräch war laut Stadtrat Klaus Minkel insofern wertvoll, als Klarheit erzielt worden sei. »Da eine Entkernung abgelehnt wird, bleibt es weitgehend unangetastet erhalten.« Das bedeutet, dass die moderne Stadthalle ans Kurhaus angegliedert werden müsse. City-Parkplatz wird begrünt

Laut Stadtrat hat eine Abschätzung der Baumassen ergeben, dass Kurhaus, Stadthalle und Tagungshotel fast deckungsgleich von den bisher bebauten Flächen aufgenommen werden könnten.

Die Gedankenspiele sehen weiter vor, unter der neuen Stadthalle eine Tiefgarage zu bauen. Damit könnte der jetzige City-Parkplatz wieder zum Kurpark zurückgebaut werden. »Das Grün wird zunehmen, der Park zurückgewonnen.« Minkel spricht sich zudem für ein Hotel aus, das für die Stadt eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung hätte. »Die Woche über ist die Stadt selten in der Lage, eine neue Stadthalle mit städtischen Veranstaltungen zu füllen. Es bieten sich also Synergien durch ein Hotel und Tagungen an, die die wirtschaftliche Belastung einer neuen Stadthalle mildern.«  

\n\t\t\tGutachten seit den 1980er Jahren\n\t\t\t
\n\t\t\t1985 hat es laut Stadtrat Klaus Minkel ein erstes Gutachten zum Kurhaus gegeben, das für 3,5 Millionen D-Mark aber nur eine bessere »Pinselsanierung« gewesen wäre. Eine zweite Studie 1986 habe Anbauten nach Norden und Süden vorgesehen. Kosten: 18 Millionen. Das Konzept hätte aber das brandpolizeiliche Problem der Räumung nicht gelöst. Der Saal hätte geringen Zugewinn durch eine schlauchartige Verlängerung bekommen. Das Problem der viel zu kleinen Verkehrsflächen, etwa im Foyer, wäre nicht gelöst gewesen, sagt der Stadtrat weiter. Ein 1992/1993 verfasstes Konzept sah vor, das Kurhaus freizulegen und einer neuen Nutzung zuzuführen, Hallenbad, Hotel und Stadthalle in einer Randbebauung an der Kasseler Straße und am Schwarzen Weg (Parkstraße) unterzubringen. »Es gab seinerzeit keinen Hotelbetreiber, sodass auch dieses Konzept nicht weiter verfolgt wurde.« 2005 sei eine Entkernung des Kurhauses vorgeschlagen worden, um einen vergrößerten Saal im Obergeschoss zu haben und ein vergrößertes Foyer. Dieser Plan habe den Umfang der notwendigen Nebenräume nicht berücksichtigt. »Es wäre in jedem Falle ein bedeutender Anbau nötig gewesen.« (pm)\n\t\t\t

20 Millionen Euro haben die Stadtverordneten insgesamt für dessen Sanierung und Umbau bis 2020 in den Investitionsplan eingestellt. Die ersten fünf Millionen Euro sollen 2018 abgerufen werden. In diesem Jahr geht es an die Planung.

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