Mit vielen Logenplätzen: Das erste "Fensterkonzert" der AWO hat im Dortelweiler Seniorenheim stattgefunden. FOTO: NIKLAS MAG
+
Mit vielen Logenplätzen: Das erste "Fensterkonzert" der AWO hat im Dortelweiler Seniorenheim stattgefunden. FOTO: NIKLAS MAG

Erste Hilfe für gebeutelte Branche

  • vonNiklas Mag
    schließen

Vor wenigen Wochen haben Event-Veranstalter deutschlandweit mit einer groß angelegten Licht-Aktion um Hilfe gebeten. Auch in Bad Vilbel. Klaus Arabin und die Arbeiterwohlfahrt hatten eine Idee, um Veranstaltern und Künstlern zu helfen. Am Mittwoch nun hat das erste "Fensterkonzert" stattgefunden.

V or wenigen Wochen hat der Bad Vilbeler Stadtverordnete und AWO-Vorstandsmitglied Klaus Arabin in dieser Zeitung von den Problemen der Event-Veranstalter und -Techniker gelesen, die auf nicht absehbare Zeit ohne Aufträge klarkommen müssen. Deshalb hat er sich im Gespräch mit dieser Zeitung an Sponsoren gewandt. "Fensterkozerte" wollte Arabin veranstalten, virensicher und zumindest wieder etwas Arbeit für den Bad Vilbeler Event-Techniker Daniel Schneider.

Mikros auf dem Hof - Bewohner drinnen

Am Mittwoch war es dann soweit: Auf dem Hof des AGO-Seniorenzentrums sind Mikrofone und Instrumente aufgebaut, die Bewohner sehen von der Terrasse, dem Café oder aus ihren Fenstern zu.

"Die Grundidee war eben, dass Veranstaltungstechniker und auch Künstler wieder etwas zu tun haben", erklärt Rainer Fich, AWO-Vorsitzender in der Quellenstadt kurz vor Beginn des Fensterkonzerts. Klaus Arabin konnte der Veranstaltung am Nachmittag leider nicht selbst beiwohnen. "Es gab kleinere Spenden von Privatleuten, so können wir Daniel Schneider als Veranstaltungstechniker für seine Dienste heute entlohnen", sagt Fich, der in Vertretung für Arabin gekommen ist.

Der Hof der AGO eigne sich perfekt für diese Art von Veranstaltung, da die Fenster des mehrstöckigen Gebäudes wie auch die Terrassen für die Dortelweiler Senioren eine perfekte Tribüne bilden, ohne, dass diese sich in Ansteckungsgefahr begeben müssen. Die rein ehrenamtlich agierende Arbeiterwohlfahrt in Bad Vilbel werde sich nach diesem Nachmittag mit der Frage beschäftigen, wie dieses Veranstaltungskonzept, das auf Spenden angewiesen ist, um Event-Techniker und Künstler entsprechend zu bezahlen, weiterzuentwickeln wäre.

Stadt will Konzerte mitfinanzieren

"Eine weitere gute Nachricht ist, dass die Stadt Bad Vilbel angedeutet hat, diese Konzerte zukünftig, sollten wir das wiederholen, finanziell zu unterstützen. Da gab es positive Signale", teilt Rainer Fich mit.

Ein solches positives Signal möchte auch Sebastian Wysocki (CDU), Erster Stadtrat Bad Vilbels, mit seiner Teilnahme am Konzert ausdrücken. Und mehr noch, Wysocki eröffnet den Nachmittag sogar: "Als ich gefragt wurde, ob ich nicht etwas vorlesen könnte, wusste ich gar nicht, was. Ich habe mich dann für zwei Fußball-Geschichten aus Bad Vilbel entschieden", erzählt er den Anwesenden. So liest Wysocki zuerst die Vilbeler Geschichte von Friedrich "Friedel" Lutz vor. Ein Bad Vilbeler Bub, der es auf die Weltbühne des Fußballs geschafft hat. 1939 wurde Lutz in Bad Vilbel geboren, absolvierte über 200 Bundesligaspiele und wurde mit Eintracht Frankfurt Deutscher Meister. 1960 spielte er mit der Eintracht sogar im damaligen Europapokal-Wettbewerb im Finale gegen Real Madrid.

Ingemarie und Johann Henning bilden nach dem Musiker Guido Faludi einen weiteren Teil der Veranstaltung. Auch sie lesen Vilbeler Geschichten vor. Zu guter Letzt treten "Hats ’n’ Stripes" auf. Das Musiker-Ehepaar aus Friedrichsdorf hatte sich für den Auftritt gemeldet, nachdem sie Arabins Idee in der Zeitung entdeckt hatten. Ob und wann ein nächstes Fensterkonzert stattfindet, warten die Verantwortlichen erst einmal ab. Sie wollen sehen, wie sie das Konzept weiterentwickeln und weiter finanzieren können.

Spenden an die AWO Bad Vilbel können unter DE 76 5019 0000 0001 0005 78 entrichtet werden. Die AWO und ihr Vorstand agieren rein ehrenamtlich. Weitere Infos sind unter http://awo-badvilbel.de/ zu finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare