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Die Besucher der Bad Vilbeler Sommertage können sich auf dem weitläufigen Gelände gut verteilen.

Sommertage in Bad Vilbel

Endlich wieder Volksfest

Die Bad Vilbeler Sommertage bieten einen Ausschnitt des Vilbeler Marktes. Besucher strahlen, Schausteller verdienen wieder Geld und die beiden Marktmeister haben das Treiben genau im Blick.

Am frühen Samstagabend ist das Marktgelände gut besucht, aber nicht überlaufen. Die Marktmeister Jens Gonera und Thomas Juszczak haben ihre Runde beendet und blicken auf das Festgelände im Sonnenuntergang. Die Resonanz sei extrem positiv, die Besucher hielten sich ausnahmslos an die Corona-Maßnahmen, achteten auf Abstände und die von den Schaustellern präparierten Einbahnstraßen, nutzten die Desinfektionsmittelspender nutzen. »Alle zwei Stunden machen wir in der Sitz-Gastronomie einen Check. Das bedeutet, dass die Leute dort wie im Restaurant sich in einer App registrieren müssen und wir uns dann die Listen abholen, um einen Überblick zu haben, wie viele Leute da sind.«

Probleme habe es bei den Sommertagen bislang keine gegeben. Das Festgelände ist weitläufig, die Besucher verteilen sich, die Stimmung ist gut. An den Ständen waren die Besucher in Grüppchen geduldig, bis sie dran sind. Eine Schlange hat sich vor dem Marktpavillon gebildet. Hier ist das mobile Impfteam des Wetteraukreises im Einsatz. Das Interesse der Besucher an der schnellen Impfung ist groß, die meisten halten die nötigen Unterlagen schon bereit.

Schausteller achten auf Abstand

Auf dem Festgelände lädt Elias Werner am Schießstand von Belinda Blum gerade sein Gewehr nach und schießt gekonnt drei weitere Blumen aus der Halterung. »Es ist toll, wieder auf so ein Event gehen zu können«, findet er. »Wegen Corona mache ich mir hier wenig Gedanken. Ich glaube, an jedem Bahnhof zur Rush Hour ist es deutlich schwieriger als hier.« Die Schausteller achten auch auf ausreichend Abstand. Belinda Blum erläutert: »Normalerweise liegt der gesamte Stand voller Gewehre. 20 Stück, damit möglichst viele Leute gleichzeitig hier schießen können. Jetzt haben wir nur vier Gewehre hier liegen, damit eben die Abstände eingehalten werden können.« Nach jedem Schützen werden die Kerb-Waffen außerdem desinfiziert.

Die Corona-Pandemie sei natürlich ein herber Rückschlag für sie und ihre Familie gewesen, sagt Blum rückblickend. Sie wisse von vielen Familienbetrieben im Schaustellergewerbe, die bereits wegen der Pandemie hätten schließen müssen. »Wir sind eigentlich auch ein kleiner Betrieb, aber wir haben das Glück, dass mein Vater auch noch eine Schweißerfirma betreibt.« Dennoch: Bis auf ein Intermezzo auf dem Freudenberg in Wiesbaden sei mit den Schausteller-Ständen seit eineinhalb Jahren kein Geld zu verdienen gewesen.

Die Stadt hatte dem Schaustellerverband Rhein-Main per Sondergenehmigung gestattet, die Schausteller auszuwählen und die Standplätze an diese gratis zu vergeben. Dabei hatte sich der Schaustellerverband auf Fahrgeschäfte und Stände aus der Region konzentriert, um den Reiseaufwand niedrig zu halten. Der Verbandsvorsitzende Thomas Roie sprach davon, dass endlich Konzepte entwickelt werden müssen, um auch während der Pandemie Feste dieser Art zu realisieren.

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