Norbert Baumgartl verliest als Trude Trash eine emotionale Rede, die er an die Weissagung "Erst wenn der letzte Baum…" angelehnt hat. FOTO: PV
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Norbert Baumgartl verliest als Trude Trash eine emotionale Rede, die er an die Weissagung "Erst wenn der letzte Baum…" angelehnt hat. FOTO: PV

Emotionale Rede sorgt für feuchte Augen

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Bad Vilbel(pm). "Erst wenn die letzte Geisterbahn echte Spinnweben ansetzt, sich das letzte Karussell nicht mehr dreht, der letzte DJ seine Platten schreddert, der letzte Ton-Lichttechniker nur noch selbst die Lampen an hat, der letzte Bühnenbauer sich an seiner Rig aufhängt, der letzte Kostüm Schneider an der Nadel hängt, des letzten Musikers Geige für immer verstummt, die letzte Sängerin bei Aldi an der Kasse sitzt, der letzte Tänzer die Autos anderer Leute wäscht, der letzte Intendant beim Amt Hartz 4 beantragt, die letzte Drag-Queen sich für immer abschminkt - dann werdet Ihr merken, dass in Euren Herzen die Sonne nicht mehr scheint und die Seele verkümmert. Aber wir sind es ja nicht - systemrelevant!"

Diese Rede hat Norbert Baumgartl jeweils am Anfang der von ihm organisierten Showabende vor Kurzem im Dortelweiler Kultur- und Sport-Forum gehalten. Es sei eine große Herausforderung für ihn gewesen, und es habe seinen Mut gefordert, in Corona-Zeiten Indoor-Veranstaltungen mit vielen Gästen zu planen, resümiert er.

Baumgartl ist als Travestiekünstler unter dem Namen Trude Trash bekannt und hat das Konzert "Night Fever a Tribute to the Bee Gees" und die Show "Trudes Live Night - die Travestieshow" organisiert. Das Konzert der europaweit bekannten Bee-Gees-Cover-Band sei fast ausverkauft gewesen, sagt Baumgartl, die Travestieshow sei bereits zwei Wochen vorher ausverkauft gewesen.

Spezifisches Hygienekonzept

Für diese Veranstaltung wurde ein spezifisches Hygienekonzept entwickelt, dass Baumgartl erst noch mit der Stadt Bad Vilbel abstimmen musste. Auch seitens der Stadt hatte man da wenig Erfahrung. "Aber es hat geklappt", freut sich Baumgartl. "Mit Anstand auf Abstand." Unterstützt wurde er von Jan Krieger und seinem Team vom Fachdienst Verwaltung der Bürger- und Vereinshäuser der Stadt Bad Vilbel. Der Travestiekünstler ist begeistert vom Publikum gewesen, das ganz entspannt und verständnisvoll mit den ganzen Vorschriften umgegangen sei.

Schon beim Einlass habe jeder Gast bemerken können, dass etwas anders ist. Im ganzen Haus, außer auf dem Sitzplatz, herrschte strikte Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Auf mehreren Monitoren im Foyer und über eine 32 m² große LED-Wand auf der Bühne wurde das Publikum ständig auf die Hygienemaßnahmen aufmerksam gemacht.

Die Gäste wurden an ihrem Platz gebracht und über alle Besonderheiten, wie den Toilettengang, das Abholen von Speisen und Getränken und den Auslass nach Sitzreihen informiert. Kein Gast kam in den Kontakt zu den Künstlern. Es gab keine Pause, um das Schlangenstehen vor den Toiletten zu vermeiden. Auch auf das Merchandising und das "Meet and Greet" mit den Künstlern musste verzichtet werden.

Weitere Shows geplant

Viele, Künstler wie Gäste, hätten schon zu Beginn der Veranstaltungen Tränen in den Augen gehabt, was vermutlich nicht zuletzt auch an der emotionalen Rede von Baumgartl gelegen hat.

Es gebe bereits Pläne für weitere Veranstaltungen, die aber noch mit der Stadt Bad Vilbel abgestimmt werden müssen, verrät Norbert Baumgartl.

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