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Die Umkleidekabinen im Bad Vilbeler Freibad sind neu gestrichen worden.

Einstimmiges Bekenntnis zum Freibad

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Das Freibad ist vielen Bad Vilbelern ans Herz gewachsen. Deshalb wunderte es nicht, dass sich zur Stadtverordnetensitzung diesmal deutlich mehr Zuhörer eingefunden haben als sonst. Viel Neues haben sie allerdings nicht erfahren.

D as ausführliche Gutachten ist zwar noch nicht bei der Stadt eingetroffen. Liegenschaftsdezernent und Stadtrat Klaus Minkel (CDU) konnte dennoch wie im Ausschuss eine Woche zuvor mitteilen, dass das Schwimmerbecken des Freischwimmbades in der Huizener Straße eines schönen Tages komplett erneuert werden muss. Die Stadt hatte kürzlich einen Gutachter beauftragt, den Betonboden des großen Schwimmerbeckens näher zu untersuchen. Dazu wurde nach dem Ende der Freibadsaison das Wasser komplett abgelassen. An verschiedenen Stellen wurden Bohrkerne entnommen und im Labor analysiert. Ergebnis laut Stadtrat: Der Beton sei nicht mehr zu sanieren. Kurz nach den Probenentnahmen wurden die Bohrlöcher wieder verfüllt und das Wasser eingefüllt. Denn laut Schwimmmeister Jörg Lau muss das Freibadbecken auch während der Wintermonate Wasser haben. Die Last des Wassers verhindere, dass sich bei eventuellem Nidda-Hochwasser das Becken von unten hebt.

Weil der Beton aber nicht mehr sanierbar ist, muss das Becken irgendwann ausgebaut und neu gebaut werden. Das alles und noch mehr kam zur Sprache, weil in der jüngsten Stadtverordnetensitzung zwei Anträge auf der Tagesordnung standen. Ein gemeinsamer Antrag der Oppositionsfraktionen SPD und Grünen forderte den Magistrat auf, ein Gutachten über die Qualität des Beckens zu erstellen und somit den kurz- und mittelfristigen Sanierungsbedarf festzustellen. Zudem soll nach Abschluss der Badesaison 2020 mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen werden. Der Gegenantrag kam von den Koalitionsfraktionen. Darin heißt es, die Stadtverordnetenversammlung bekenne sich zum Erhalt und zur Sanierung des Freibades und unterstütze alle Maßnahmen des Magistrats, wie er sie in dem Schreiben vom Juli an die BI aufgeführt habe. SPD-Stadtverordnete Lucia Andre forderte namens ihrer Fraktion, "eine zweite Fachmeinung einzuholen". Zudem plädierte sie dafür, der Magistrat möge sich kontinuierlich mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative austauschen.

Kein Zweitgutachten

Stadtrat Minkel konterte, bereits vor dem Entstehen der BI sei man aktiv geworden. In einer Pressemitteilung habe man vorausgesagt, "dass unser liebgewonnenes Freibad auf lange Sicht erhalten bleiben soll". Hintergrund sei damals gewesen, dass das geplante Freibad an den Wund-Thermen dem täglichen Ansturm in den Sommermonaten nicht gewachsen gewesen wäre. Deshalb sei sowieso geplant gewesen, das alte Freibad zu ertüchtigen und zu erhalten.

Die Forderung nach einem Zweitgutachten wies Minkel zurück. Es gebe keinen Grund, an dem jetzigen Gutachten zu zweifeln. Sobald das ausführliche Gutachten in der Stadt eintreffe, werde man es den Gremien und der BI zur Verfügung stellen.

FDP-Stadtverordneter Jörg-Uwe Hahn sagte namens der Koalition, es sei gut, wie sich die Bürger engagiert hätten. Allerdings sei der Magistrat bereits vor der Gründung der BI tätig gewesen. Den von Clemens Breest eingebrachten Zusatzantrag der Grünen, Geld im nächsten Haushalt einzustellen, wies Hahn zurück. "Ihr Antrag würde bedeuten, wir stellen Gelder erst im nächsten Doppelhaushalt im Januar 2021 zur Verfügung. "Was passiert, wenn wir schon vorher Geld brauchen, um notwendige Reparaturen vorzunehmen?"

Auch Bürgermeister und Kämmerer Dr. Thomas Stöhr (CDU) wies Breests Vorstoß zurück. Für die laufende Unterhaltung des Freibades sowie dessen Erhaltung seien Gelder vorhanden. So seien beispielsweise jetzt sämtliche Umkleidekabinen neu gestrichen worden. Auch an anderen Dingen werde im Freibad gearbeitet.

Schließlich einigten sich alle Stadtverordneten darauf, dass der als interfraktioneller Antrag umformulierte Beschluss aus dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss im Parlament abgestimmt wurde. Als Grundlage wurde der Koalitionsantrag genommen, ergänzt um folgenden Passus: "Der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss wird regelmäßig über aktuelle Themen bezüglich der Erhaltung des Freibades informiert."

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