Eine ganze Branche bangt um ihre Existenz

  • vonred Redaktion
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Bad Vilbel(pm). "Wer davon lebt, dass sich viele Menschen an einem Ort aufhalten, bangt weiterhin um seine Existenz. Für Organisatoren von Messen oder Veranstaltungen, für Club-Betreiber oder auch Künstler ist noch lange keine Normalität in Sicht", konstatiert der Bad Vilbeler FDP-Vorsitzende und Landtagsvizepräsident Jörg-Uwe Hahn. In Bad Vilbel hat der Liberale aufgrund der dramatischen Situation in der Veranstaltungsbranche die heimische Firma Eventservice besucht, um mit dem Unternehmer Daniel Schneider über die aktuelle Situation seines Unternehmens und der gesamten Branche zu sprechen.

Das Unternehmen betreut unterschiedlichste Veranstaltungen als Dienstleister rund um die Organisation und die Technik. Beispielsweise sorgt das Unternehmen für Bühnenaufbau, Belichtung und Ton. Insbesondere in Bad Vilbel ist Schneider mit seiner Mannschaft beim Quellenfest, den Weihnachtsmärkten und zahlreichen Veranstaltungen in der Burg aktiv gewesen. "Die Lage in der Veranstaltungswirtschaft ist aktuell sehr ernst und existenzbedrohend. Wir steckten als Erste in der Krise und kommen offensichtlich als Letzte raus. Kaum eine Branche leidet mehr unter der Krise", stellte Schneider fest.

Viele Veranstaltungen seien auch vor der zweiten Welle ersatzlos abgesagt worden und ausgefallen, nur wenige neue Aufträge fänden derzeit den Weg in die ohnehin schon leeren Auftragsbücher. "Unserer Branche fehlt eine Perspektive, niemand weiß, wann es weitergehen wird", so der Unternehmer.

Rentenversicherung gekündigt

So wurde von Eventservice die Veranstaltungsreihe Summer-Emotions in Dortelweil auf dem Platz vor dem Kulturzentrum im Sommer durchgeführt.

Schneider nutzte die Möglichkeit, um Hahn drauf hinzuweisen, dass Selbstständige und Kleinunternehmer in den vergangenen Monaten beispielsweise zwar die Überbrückungshilfen für die Betriebskosten bekommen hätten, aber für die Deckung ihrer Lebenshaltungskosten nur auf Hartz-IV verwiesen würden, mit den Folgen, dass viele zum Teil ihr Material verkauft und ihre Rentenversicherungen aufgelöst hätten, da das vorhandene Vermögen zunächst aufgebraucht werden musste, bevor es finanzielle Unterstützung gegeben hätte.

Bei Hahn stieß Schneider damit auf offene Ohren. "Wir Freie Demokraten haben bereits vor der Sommerpause im Hessischen Landtag einen Entwurf für ein Corona-Hilfegesetz vorgelegt, das auch die Veranstaltungsbranche bedarfsgerecht unterstützt hätte. Auch auf Ebene der Bundespolitik muss der Branche endlich besser geholfen werden, auch durch eine unbürokratische Unterstützung der Lebenshaltungskosten für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer anstatt der dreiste Verweis auf Hartz IV", äußerte sich Hahn dazu.

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