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Ivonne Keller (l.) und Susanne Reichert sind bei der dritten Staffel wieder mit dabei.

Eine ganz neue Herausforderung

  • VonNiklas Mag
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Seit einigen Tagen läuft die dritte Staffel von »Der Nächste, bitte!«. Das Online-Format, für das sich wegen der Pandemie lokale Autoren zusammengefunden haben, läuft seit einem Jahr und hat mittlerweile mehr als 1000 feste Zuschauer, die der Seite folgen. Doch die Regeln haben sich im Vergleich zu den vergangenen Staffeln etwas geändert.

Mit Susanne Reichert und Ivonne Keller nehmen zwei Vilbeler Autorinnen an der überregionalen Lesereihe teil. »Im April 2020 haben wir mit der ersten Staffel begonnen. Es war ein völlig neues Format«, rekapituliert Reichert. Mehrere Autorinnen und Autoren, darunter auch die beiden Vilbelerinnen, hatten sich das Ziel gesetzt, eine mehrteilige Geschichte über einen Mann namens Lothar zu schreiben, dessen Alpen-Trip etwas außer Kontrolle gerät. Lothar, der Gipfelstürmer ist das Ergebnis der ersten Staffel von »Der Nächste, bitte!«.

Das Konzept ist schnell erklärt und vor allem pandemiesicher: »Jeder Autor hat ein Kapitel geschrieben und das dann selbst in einem Video vorgelesen und auf unsere gemeinsame Facebook-Seite geladen. Damit haben wir wohl einen Nerv getroffen«, freut sich Ivonne Keller. »Es war auch spannend für uns, weil wir so spontan sein mussten. Der Autor, der vor einem dran war, hat drei Worte vorgegeben, die eingebaut werden mussten«, erzählt Susanne Reichert.

Schnell sei die Frage aufgekommen, wie es weitergehen kann. »In den Sommerferien haben wir im vergangenen Jahr die Online-Lesereihe fortgesetzt. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, weil man vorher nichts planen konnte. Und den Zuschauern haben Staffel eins und zwei auch sehr gut gefallen.«

Die Besetzung hat mittlerweile mehrfach gewechselt. Unter anderem waren Henni Nachtsheim (Badesalz) und die Vilbeler Autorin Uli Aechtner mit dabei. Reichert und Keller sind bereits zum dritten Mal mit von der Partie. »Wir sind zu zehnt und die dritte Staffel läuft seit einigen Tagen.« Doch eine Fortsetzungsgeschichte soll es dieses Mal nicht sein. Stattdessen lesen die zehn Autorinnen und Autoren aus ihren Büchern, stoppen aber plötzlich. Drei andere Schreiber setzen an dieser Stelle ein, nur einer liest das originale Ende. »Wir wollten dieses Mal etwas machen, was die Autoren mit ihren eigenen Werken in Verbindung bringt. Die Zuschauer müssen nun raten, welches Ende das richtige ist und können die Bücher gewinnen«, berichtet Reichert.

Keine Einzelkämpfer

»Es ist eine ganz neue Herausforderung, denn man muss sich in die Kollegin oder den Kollegen hineinversetzten. Man kennt die Bücher zwar, aber nicht unbedingt die Handlung im Einzelnen oder wie sich die Figuren verhalten«, meint Keller. »Aber das ist total spannend, weil man dadurch in Genres abtaucht, in denen man sonst vielleicht nicht so unterwegs ist.«

Der technische Aufwand hingegen sei hoch. Der Nieder-Erlenbacher Autor Meddi Müller mache sich viel Mühe, um die Videos entsprechend zu schneiden. Alle drei Tage kommt eine neue Folge. »Unser großer Traum ist es, die Kollaboration einmal in irgendeiner Weise auf die Bühne zu bringen. Es gab ja leider keine Lesungen seit eineinhalb Jahren, das war auch ein Grund, warum wir das gestartet haben«, weiß Susanne Reichert. »Es ist wirklich schön, auf diese Weise mit den Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu sein oder sogar zusammenarbeiten zu können.«

Autoren seien eben keine Einzelkämpfer. »Es geht sehr viel gemeinsam und das macht uns allen großen Spaß«. Dementsprechend sei auch eine vierte Staffel von »Der nächste bitte« nicht ausgeschlossen.

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