Dreifaches Gronau, eine Tradition

  • vonJürgen W. Niehoff
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Feuerwehrleute treffen sich nicht nur bei Katastrophen, denn oftmals bieten schöne Anlässe den Grund für ein unterhaltsames Wochenende – beispielsweise das Gronauer Feuerwehrtreffen am Wochenende in Bad Vilbel.

Feuerwehrleute treffen sich nicht nur bei Katastrophen, denn oftmals bieten schöne Anlässe den Grund für ein unterhaltsames Wochenende – beispielsweise das Gronauer Feuerwehrtreffen am Wochenende in Bad Vilbel.

Eigentlich hätten es fünf Delegationen aus den fünf Ortschaften mit dem Namen Gronau sein müssen, die sich für das Wochenende im Bad Vilbeler Ortsteil Gronau zu einem fast schon traditionellen Treffen verabredet hatten. Aber die Feuerwehrkameraden aus Niedersachsen hatten ihre Kerb und waren deshalb entschuldigt. Und die Kameraden aus dem hessischen Gronau/Bensheim fehlten ohne Entschuldigung. Doch auch im kleineren Kreis mit den Kameraden aus dem westfälischen und dem pfälzischen Gronau war die Wiedersehensfreude am Freitagabend in der Gronauer Feuerwehrwache in Bad Vilbel groß.

Auf die Idee, die Feuerwehren aus den namensgleichen Orten Gronau einzuladen, war der hiesige Wehrführer Gerald Lamb 2004 bei der 75-Jahr-Feier der örtlichen Feuerwehr gekommen. Bei ihrer Gründung 1929 besaß die Gronauer Feuerwehr gerade einmal drei Feuerleitern, drei Einreißhaken, zwölf Feuereimer, eine per Hand zu betätigende Spritze, einen Mast zum Trocknen der Schläuche, 120 Meter Schlauch und vier Schlüssel. Die Feuermeldung erfolgte durch Glocken, Handsirene und Hornist mit Hornsignal. Das hat sich grundlegend geändert – auch im hiesigen Gronau. Heute stehen modernste Löschfahrzeuge in der Garage. "Und trotzdem gibt es Unterschiede, und man kann bei solchen Treffen immer wieder dazu lernen", wies Lamb auch auf einen praktischen Sinn dieser Treffen hin.

Bummel und Berufsfeuerwehr

Zum ersten größeren Treffen der vier Feuerwehren aus den vier namensgleichen Orten kam es 2008. Es folgten die Treffen 2011 in Gronau/Leine, 2013 in Gronau/Westfalen und 2015 in Gronau/Pfalz. Bei den Treffen tauschten sich die Führungskräfte der einzelnen Feuerwehren über ihren Erfahrungsstand aus. Auch das Vergnügen kam nicht zu kurz. So wurden am Freitagabend erst einmal Geschenke unter den Delegationen ausgetauscht, bevor es zum gemütlichen Teil des Abends überging, wobei einige der örtlichen 31 Einsatzkräfte den Service übernahmen.

Am Samstag folgten zunächst der Besuch bei der Apfelweinkelterei Possmann in Frankfurt, dann bei der Berufsfeuerwehr in Frankfurt und schließlich ein gemütlicher Ausklang in Nieder-Erlenbach. Am Sonntag waren dann die zwölf Besucher aus den beiden anderen Gronau-Gemeinden zu einem Bummel durch Bad Vilbel eingeladen. "Wir haben einen Bummel durch die Kernstadt gewählt, denn bei einem Gang durch unser Gronau wären wir schon nach 15 Minuten am Ende", sagte Lamb und lachte.

Dass diese Treffen in der Tat schon fast Tradition sind, haben Erster Stadtrat und Brandschutzdezernent Sebastian Wysocki und Ortsvorsteher Karl-Peter Schäfer noch am Freitagabend erfahren. Als sie die Feuerwehr-Delegationen für das nächste Treffen in zwei Jahren zur Einweihung der dann neuen Feuerwehrwache im hiesigen Gronau einluden, gab es sofort Protest. "Nein, nein, dann sind wir dran. Wir haben auch eine schöne neue Wache, die wir gern mal zeigen würden", meldete sich Marco van Schelve, der Leiter der Feuerwehr Gronau/Westfalen, scherzend zu Wort.

So scheinen die Idee von Gerald Lamb auf fruchtbaren Boden gefallen und die nächsten Treffen deshalb schon so gut wie sicher zu sein.

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