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Drei Neue für den großen Umbruch

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Gehen mit Bad Vilbel den »Pastoralen Weg« (von links): Pfarrer Dieter Bockholt, Pfarrer Sebastian Goldner und Pastoralreferent Andreas Münster. © PATRICK EICKHOFF

Pater George Arul Jeganathan auf dem Heilsberg und Pfarrer Herbert Jung sind weg. Pfarrer Sebastian Goldner, Pfarrer Dieter Bockholt und Pastroralreferent Andreas Münster sind da. Ein Umbruch.

Weniger Ehrenamtliche, weniger Mitglieder. Die Rolle der Kirchen in der Gesellschaft verändert sich. »Deshalb müssen wir uns mitverändern«, sagt Pastoralreferent Andreas Münster. Er sitzt gemeinsam mit Pfarrer Dieter Bockholt und Pfarrer Sebastian Goldner im Gemeindezentrum St. Nikolaus in Bad Vilbel. Mit einem Wort lässt sich diese Veränderung nicht beschreiben, vielmehr mit drei. »Der Pastorale Weg« ist in vollem Gange. »Die erste Phase ist seit Anfang des Jahres abgeschlossen«, sagt Sebastian Goldner. Das bringt auch Veränderungen in Bad Vilbel mit sich.

Was komplex klingt, ist einfach erklärt ein Zusammenschluss von Gemeinden, der 2019 begonnen hat. Das Bistum Mainz reagiert damit auf eben jene Veränderung der Kirche in der Gesellschaft. »Entwicklung und Erneuerung«, nennt das Sebastian Goldner. Seit Beginn der zweiten Phase des Pastoralen Weges gibt es 46 Pastoralräume im Bistum, aus denen bis zum Jahr 2030 insgesamt 46 neue Pfarreien hervorgehen sollen.

Das Bistum Mainz gliedert sich künftig in die vier Regionen Oberhessen (bisherige Dekanate Alsfeld, Gießen, Wetterau-Ost und -West), Mainlinie (bisherige Dekanate Dreieich, Offenbach, Rodgau, Rüsselsheim, Seligenstadt), Rheinhessen (bisherige Dekanate Alzey-Gau-Bickelheim, Bingen, Mainz-Stadt und -Süd, Worms) und Südhessen (bisherige Dekanate Bergstraße-Mitte, -Ost, -West, Darmstadt, Dieburg, Erbach). Zum Pastoralraum Wetterau Süd gehören die katholischen Gemeinden von Bad Vilbel (mit Ausnahme von Gronau), der Frankfurter Stadteile Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach, der Bad Homburger Stadteile Ober-Erlenbach und Ober-Eschbach, sowie Burgholzhausen. Sebastian Goldner, der das Team und den Raum Wetterau-Süd leiten wird, sagt: »Es geht darum, Synergien zu nutzen.«

Das bringt Änderungen mit sich. Pfarrer Dieter Bockholt ist seit September in der Quellenstadt, beschreibt die Vilbeler »als sehr sehr offen«. Der 69-Jährige hat, wie er selbst salopp sagt, »44 Priesterjahre auf dem Buckel« - ein Großteil davon in Seligenstadt.

Er betont: »Ich bin nicht der Pfarrer von Bad Vilbel, sondern in Bad Vilbel. Das fasst den Pastoralen Weg gut zusammen.« Es sei verständlich, dass das ein wenig Zeit brauche. »Aber wir sind auf einem guten Weg ohne große Widerstände. Wir brauchen einander.«

Sebastian Goldner erläutert, dass dies natürlich auch immer eine emotionale Frage sei. Viele seien auch in den Gottesdienst gegangen eben wegen des Pfarrers. »Es kann aber auch Vorteile haben. Vielleicht kann ich mit der einen Person nicht so reden, wie mit der anderen. Jetzt wird gewechselt und das ist gut so.« Ziel sei es, dass es auf Dauer einen hauptamtlichen Leiter für die Kommunion und einen für die Firmung gibt. Goldner sagt: »Es wird darum gehen, Schwerpunkte zu bilden.« Er weist aber daraufhin, dass der Wechsel auch für sie neu sei. »Auch wir brauchen Zeit.«

Entwicklung und Erneuerung

In Bad Vilbel würden alle gut miteinander harmonieren. »Das durschnittliche Engagement des Teams und auch der Ehrenamtlichen ist sehr hoch«, berichtet Pastroralreferent Andreas Münster. »Die Basis ist gut.« Vielmehr würde es jetzt darum gehen, auch die Prozesse zu begleiten, wo es Zoff geben könnte.«

Über Bad Vilbel können die drei bisher nur Positives berichten. Goldner sagt: »Ich bin seltener hier, aber ich habe bisher nur Gutes vernommen.« Goldner wollte eigentlich Ingenieur werden, hat sich während des Zivildienstes intensiv mit dem Älterwerden und dem Sterben auseinandergesetzt. »Dann habe ich mich entschieden, Priester zu werden.«

Koordinator Andreas Münster, kennt als ehemaliger Dekanatsreferent Wetterau-West die Wetterau am besten, von den drei neuen. Er findet die angedachte Pfarrereifusion sinnvoll. »Man kann viel mit einnander erreichen, wenn man miteinander kooperiert.«

Das ist Lernprozess. Das große Ziel sei 2026 die Pfarreien zu fusionieren. Das habe man im Blick und sei optimistisch. Münster zieht einen Vergleich mit einer Wanderung: »Wenn man sich nicht verläuft oder sich ein Bein bricht, kann man das Ziel erreichen, ohne am Ende sprinten zu müssen.«

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