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Johannes Fellner ist seit Dezember Leiter des Seniorenzentrums AGO Bad Vilbel. Er ist selbst in Bad Vilbel aufgewachsen und hat für die Dortelweiler Einrichtung viel geplant. 

Alloheim Dortelweil

Pflegenotstand: Neuer Alloheim-Leiter will Veränderungen

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Seit Kurzem leitet Johannes Fellner das Alloheim Senioren- und Pflegeheim in Dortelweil. Kopfzerbrechen bereitet ihm die allgemeine Personalsituation in der Pflege.

Zurzeit leben 100 Bewohner leben im Seniorenzentrum AGO Bad Vilbel. Die große Einrichtung an der Friedberger Straße wird seit dem ersten Dezember von Johannes Fellner geleitet. "Ich bin in Bad Vilbel aufgewachsen und auch zur Schule gegangen", berichtet er. Der gelernte Sozialwirt hatte sich gleich auf die Stelle beworben, nachdem die Vakanz zu ihm durchgedrungen war. Und Johannes Fellner möchte seinen Heimvorteil ausspielen.

Sein Wunsch lautet: "Das Haus soll sich noch mehr zur Stadt hin öffnen." In vielen Gesprächen habe er in seinen ersten Wochen Kontakte geknüpft und aufgefrischt, sei es mit Vertretern der Stadt oder Ortsvorsteher Herbert Anders (CDU). "Vor allem haben wir aber auch unser Bistro für alle Menschen zugänglich gemacht. Dort können die Dortelweiler nun Mittagessen, Kaffeetrinken oder die Räumlichkeiten für Stammtische, Veranstaltungen oder Selbsthilfegruppen nutzen", sagt Fellner. Genau diese Art von Öffnung nach außen wolle er künftig weiter forcieren. So schildert er: "Dadurch lebt dieses Haus, in dem Menschen ja ihren neuen Lebensmittelpunkt gefunden haben."

Ehrenamtliche für Bewohner gesucht

Um die Angebote für die Bewohner und gleichzeitig für den Stadtteil Dortelweil zu erweitern, möchte der Heimleiter noch mehr ehrenamtliches Engagement in das Seniorenzentrum bringen. "Das ist durchaus als Aufruf zu sehen. Wir sind nämlich immer auf der Suche nach Menschen, die unsere Bewohner im Alltag unterstützen, begleiten und erfreuen."

Dabei gehe es vorwiegend um Besuche, bei denen beispielsweise vorgelesen wird, auch Fahrdienste sind denkbar. "Mal einkaufen fahren oder auch zusammen Ausflüge planen, bei denen die Ehrenamtlichen dann durch unsere Mitarbeiter unterstützt werden", erläutert der Heimleiter seine Ideen. Gerade bei Ausflügen sei häufig eine Eins-zu-Eins-Betreuung erforderlich. Derzeit arbeitet das Seniorenheim schon mit der Bad Vilbeler Nachbarschaftshilfe zusammen, auch möchte Fellner den Austausch mit anderen Vereinen starten. So würden nun auch regelmäßig junge Vilbeler Feuerwehrleute im Rahmen ihrer Jugendfeuerwehr-Ausbildung kurzzeitige Praktika im Heim absolvieren. "Wir bieten das liebend gern an und ich habe außerdem die Hoffnung, dass auf diese Weise junge Leute an Berufe in der Pflege herangeführt werden können", ergänzt Johannes Fellner. "Dafür stehe ich und das möchte ich gerne ausbauen."

Wohnungssuche bleibt schwierig

Denn Nachwuchskräfte zu finden wird im Bereich der Altenpflege nicht gerade leichter. Der Fachkräftemangel trifft die gesamte Branche schwer. "Es gibt in Deutschland mehrere zehntausend offene Stellen für Pflegekräfte, entsprechend schwierig ist die Suche", verdeutlicht Fellner das Problem: "Wir können unsere Stellen in der Regel aber zügig besetzen, auch weil wir sehr attraktive Gehälter zahlen." Für ausgebildete Pflegekräfte aus anderen Ländern, die nach Deutschland kommen, sei aber die Wohnungssuche in Bad Vilbel (und vergleichbaren Städten) oftmals ein großes Problem. "Bezahlbarer Wohnraum muss erst einmal gefunden werden. Wir hoffen in Bad Vilbel derzeit vor allem auf Mundpropaganda."

Im Seniorenheim seien entsprechende Plakate aufgehängt. "Möglicherweise kennen die Angehörigen unserer Bewohner jemanden oder auch Dortelweiler, die auf die Aushänge aufmerksam werden."

"AGO Engel" im Alloheim

Der ehrenamtiche Besuchsdienst des Alloheim Seniorenzentrums ist unter dem Namen "AGO Engel" organisiert. Insbesondere Bewohner, die seltener Besuch bekommen, freuen sich über Gesellschaft und sollen davon profitieren. Das Pflegeheim sucht immer nach Menschen, die ein Ehrenamt übernehmen wollen. Jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist kann den "AGO Engeln" beitreten. Wie viel Zeit ein Ehrenamtlicher dafür investieren will, entscheidet dieser selbst, sagt Johannes Fellner. Informationen dazu und zu weiteren Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit sind unter Telefonnummer 0 61 01/9 83 60 zu erhalten.

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