Diskussion um Zufahrt zum Seniorenheim in Dortelweil

Bad Vilbel (dit). Ein Seniorenheim ist auf dem Grundstück des ehemaligen Hofguts Hensel in Dortelweil geplant. Wie das Alten- und Pflegeheim aussehen soll, wurde am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung in der Aula der Europäischen Schule mitgeteilt, zu der rund 100 Interessierte kamen.

Die Entwürfe sehen neben einem Pflegeheim mit 120 Plätzen in Einzelzimmern auch etwa 40 Wohneinheiten für betreutes Wohnen vor. Zudem soll das Seniorenheim ein öffentliches Bistro bekommen. Nach der Vorstellung der Entwürfe entwickelte sich eine rege Diskussion um die geplante Zufahrt zum Trakt für betreutes Wohnen über den Niedererlenbacher Weg. Einige Anwohner der Spielstraße kritisierten das Vorhaben.

Investor des geplanten Seniorenheims ist die Frankfurter Projektentwicklungs AG "Open Mainded", Betreiber wird die "AGO Betriebsgesellschaft für Sozialeinrichtungen mbH" mit Sitz in Köln sei. Nach der Begrüßung durch Bauamtsleiter Erik Schächer stellte Architektin Margaritha Drnec-Schmidt den Entwurf vor: Das denkmalgeschützte Haus bleibe bestehen, eine Nutzung als Gastronomiebetrieb sei denkbar, eventuell auch die Einrichtung von Fremdenzimmern. Es sei ausgeschlossen, das Gebäude als Hotel zu nutzen, sagte die Architektin.

Das Pflegeheim im vorderen, der Friedberger Straße zugewandten Teil der Fläche werde über diese Straße erschlossen. Die Zufahrt zur Tiefgarage, deren 18 Plätze den Bewohnern des betreuten Wohnens zur Verfügung stehen sollen, erfolge über den Niedererlenbacher Weg, an dem auch Parkplätze vorgesehen seien.

Diskussion um Sicherheit

Die Anwohner der Spielstraße wiesen auf das zu erwartende erhöhte Verkehrsaufkommen hin, äußerten Bedenken bezüglich der Sicherheit von Kindern und Passanten. Alternativ wurde eine Zufahrt über die Friedberger Straße – über eine Lieferanteneinfahrt auf der Nordseite des Grundstücks – oder über die nördlich gelegenen angrenzenden städtischen Flächen vorgeschlagen. Drnec-Schmidt antwortete: "Es handelt sich um zwei Flurstücke, die separat erschlossen werden." Ein Hindernis für eine Zufahrt ausschließlich über die Friedberger Straße sei der bis zu fünf Meter betragenden Höhenunterschiede. "Der Niedererlenbacher Weg nimmt das Gefälle auf." Günstig wiederum sei der Höhenunterschied für die Bebauung. "Das Erdgeschoss des Pflegeheims soll durch einen Gang mit dem Keller des betreuten Wohnens verbunden werden. Die Bewohner können dadurch trocknen Fußes von einem Gebäude zum anderen gelangen."

Stadtplaner Dieter Peters, der bis vor geraumer Zeit als Stadtbaurat tätig war und die Veranstaltung moderierte, erklärte: "Es gibt einen rechtskräftigen Bebauungsplan. Der Niedererlenbacher Weg ist schon immer öffentliche Verkehrsfläche und damit Erschließungsstraße für die beidseits gelegenen Grundstücke."

Verkehrsplaner Prof. Rüdiger Storost taxierte das derzeitige Verkehrsaufkommen im Niedererlenbacher Weg auf rund 200 Fahrten pro Tag. "Auf der Friedberger Straße sind es 12 000." Ausgehend davon, dass 50 bis 60 Prozent der Bewohner des betreuten Wohnens über ein Auto verfügten und unter Einbeziehung von Besuchern seien maximal 360 Fahrzeugen pro Tag zu erwarten. "Zugelassen sind 120 pro Stunde." Wie auch Peters betonte er, dass der Niedererlenbacher Weg verkehrsberuhigte Zone bleibe.

Zum Vorschlag, städtische Flächen für die Zufahrt zu nutzen, sagte Schächer: "Die Stadt muss auch wirtschaftlich denken." Absicht sei, so wenige Flächen wie möglich zu versiegeln. Eine Straße auf der Nordseite sei wegen des Gewerbegebietes zwar vorgesehen, nicht absehbar sei, ob und wann sie gebaut werde.

Zu wenig Stellplätze?

Im Laufe der Veranstaltung wurde auch Kritik dahingehend geäußert, dass insgesamt zu wenige Stellplätze vorhanden seien. Laut Dieter Peters ist in die Anzahl der vorgesehenen 47 Stellplätze der Bedarf von Besuchern eingerechnet. Schächer unterstrich, dass die Stellplatzordnung eingehalten werde.

Drnec-Schmidt verwies auf Erfahrungen des Betreibers, der Pflegeheime in Rosbach und Nidderau unterhält. "80 Prozent der Mitarbeiter kommen mit Bahn, Bus oder Fahrrad." Auf Bedenken von Anwohnern, dass ein Gastronomiebetrieb Beeinträchtigungen mit sich bringen könnte, entgegnete Drnec-Schmidt, dass das Platzangebot im denkmalgeschützten Gebäude eingeschränkt sei.

Begrüßt wurde der Vorschlag der Architektin, die ursprünglich auf der dem betreuten Wohnen gegenüberliegenden Straßenseite des Niedererlenbacher Weges auf das Grundstück des Altenheims zu verlagern und einen kleinen Wendehammer im Niedererlenbacher Weg einzurichten.

Schächer empfahl, bei der Offenlegung der Pläne vom 29. Oktober bis 30. November Einwände geltend zu machen.

Im Laufe der Debatte verließen viele Gäste, die sich Infos über das Pflegekonzept erhofft hatten, die Veranstaltung. Dieses Thema soll bei einem weiteren Infoabend besprochen werden.

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