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Saskia Köller (stehend) ist die neue Pfarrsekretärin von St. Nikolaus. Sie ist Nachfolgerin von Angelika Mahler, die sich 15 Jahre lang um die Belange der Bad Vilbeler katholischen Pfarrei kümmerte und Ende dieses Monats in Ruhestand geht.

»Die Zeit verging wie im Flug«

  • vonChristine Fauerbach
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Angelika Mahler geht Ende des Monats nach 15 Jahren im Büro der Bad Vilbeler katholischen Pfarrei St. Nikolaus in Ruhestand. Seit Anfang Mai hat sie Nachfolgerin Saskia Köller eingearbeitet. Pfarrer Herbert Jung hat die beiden Frauen vor der Gemeinde bereits im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedet beziehungsweise begrüßt.

M ehr al 15 Jahre ist es her, dass Angelika Mahler eine Stellenanzeige im Internet entdeckte, die sie sofort ansprach. Gesucht wurde ein Pfarrsekretärin in Teilzeit für die katholische Pfarrei Bad Vilbel St. Nikolaus mit den Seelsorgegebieten St. Marien Dortelweil und Herz-Jesu Massenheim. »Die Stelle ist vielseitig, stand dort, und das stimmt«, bilanziert die Ober-Erlenbacherin. Mahler war damals bereits ein Vierteljahr arbeitslos gewesen. Nach ihrer kaufmännischen Lehre bei Fresenius hatte sie als Sachbearbeiterin in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gearbeitet. »Die Behörde zog nach Bonn, ich konnte wegen der Familie nicht mitziehen«, erzählt sie.

Ihr erster Arbeitstag in der Pfarrei von St. Nikolaus war am 1. März 2006. Die Zeit sei wie im Fluge vergangen. »Die Arbeit hat Spaß gemacht. Man hat Kontakt zu sehr unterschiedlichen Menschen. Das Arbeitspensum ist groß, die Aufgaben sind abwechslungsreich«, sagt Mahler. Die Bandbreite reicht von Telefonaten und Gesprächen vor Ort zu Themen wie Taufe, Trauungen und Beerdigungen über Verwaltung und Schriftverkehr, Erstellen der Pfarrbriefe, Führung der Kirchenbücher und Datenpflege des Meldewesens im bischöflichen Ordinariat bis zu Buchhaltung, Führung von Kassen und Konten, die nicht unters Ordinariat fallen, Vermietung und Verwaltung von Sälen.

»Es war eine schöne Zeit. Ich werde meine Arbeit sehr vermissen. Ich habe Berufserfahrung in der Wirtschaft, in einer Behörde und in der Kirche gesammelt. Die Arbeit für die Kirche war ganz anders als die in den Stellen davor. Die Mit- und Zusammenarbeit mit Pfarrer Jung und den beiden Gemeindereferentinnen war wie mit den Ehrenamtlichen stets gut.« Jetzt freut sich die 66-Jährige auf ihren Ruhestand, mehr Zeit für die Familie und die Betreuung des Enkels und auf mehr Zeit für ihre Hobbys. Sie ist in ihrem Wohnort aktives Mitglied des Bachkatzenchores Ober-Erlenbach sowie im Vorstand und ist Mitglied der Gesangsgruppe des örtlichen Faschingsvereins.

Seit Anfang Mai arbeitet Angelika Mahler ihre Nachfolgerin Saskia Köller ein. Diese kommt aus Ober-Wöllstadt, hat im Westerwald Hotelfachfrau gelernt, im Ausland gearbeitet, war zwölf Jahre lang in Oberursel beim Touristikkonzern Thomas Cook beschäftigt und hat sich dann als Coach selbstständig gemacht.

»Nebenberuflich werde ich noch weiter als Coach Achtsamkeits-Kurse und zur Persönlichkeitsentwicklung anbieten«, sagt die 43-Jährige. Auch sie hat die Anzeige ihrer neue Stelle im Internet entdeckt.

Nachfolgerin eingearbeitet

»Ich wurde hier von allen sehr herzlich willkommen geheißen. Die Arbeit in einer Pfarrei ist ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte. Vor allem ist sie viel fortschrittlicher als gedacht«, sagt Saskia Köller. Neue Medien werden genutzt, unter anderem zur Kontaktpflege mit Jugendlichen. Gemeinsam ist beiden Frauen ihr katholischer Glaube. Und ihre Kritik an der Haltung der Kirche gegenüber ihrer Arbeit. »Die Arbeit in und für die Gemeinde ist wichtig und wertvoll. Was fehlt, sind die Anerkennung seitens der Kirche und eine adäquate Bezahlung.«

Das Duo hat aber noch eine Gemeinsamkeit, die neben der Arbeit für Gesprächsstoff sorgt und ihnen das Kennenlernen erleichterte. »Wir haben beide einen Rauhaardackel.« Die klugen kleinen Wirbelwinde verfügten über ein gesundes Selbstbewusstsein, seien verspielt, klug, stur, hingebungsvoll, lebendig und tapfer. Und sie sorgen bei ihren Halterinnen für ausreichend Bewegung an der frischen Luft nach einem langen Arbeitstag am Schreibtisch.

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