wpa_SBahn_080721_4c_3
+
DB-Projektleiter Wolf-Dieter Tigges informiert über die aktuellen Arbeiten an den S-Bahn-Gleisen.

»Die S6-Baustelle hat höchste Prioriät«

  • VonRedaktion
    schließen

Bad Vilbel (wpa). Im Sommer 2022 müssen Pendler ganz stark sein. In den Sommerferien plus zwei weiteren Wochen wird die S-Bahn-Strecke von Bad Vilbel nach Frankfurt voll gesperrt. Darüber informierte DB-Projektleiter Wolf-Dieter Tigges am Dienstagabend die Mitglieder des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses. Eine Sperrung dieser Art sei ein Zeichen, wie wichtig diese Baustelle sei.

Tigges sagte: »Es handelt sich um die höchst angesehene Baustelle in ganz Hessen.«

Niddabrücke wird abgerissen

Im Kultur- und Sportforum hielt Tigges eine rund 45-minütige Präsentation, berichtete über den aktuellen Stand - und alles, was die Bad Vilbeler in den kommenden zweieinhalb Jahren noch erwartet. Denn: Ende 2023 sollen die Bahnen auf vier Gleisen fahren. »Das kann ich ihnen versichern«, sagte Tigges.

Die größte Herausforderung stellt die Niddabrücke dar. »Sie ist mindestens 170 Jahre alt. Es gibt keine Bestandsunterlagen«, berichtete Tigges. Es sei also nicht gewährleistet, die nächsten 100 Jahre Züge über diese Brücke fahren zu lassen. »Also bauen wir eine neue.« Die Umsetzung erfolgt in zwei Bauabschnitten zwischen Juli 2021 und Dezember 2023. Insgesamt wird in fünf Bauphasen unterschieden: Erst wird in seitlicher Lage ein neues Bauwerk errichtet. Während dieser Herstellung ist die derzeitige Bestandsbrücke noch im Betrieb. Um das in Seitenlage gefertigte Bauteil einzuschieben, ist der Abbruch des Bestandsbauwerkes notwendig. In Phase 2 wird die sogenannte Abbruchebene hergestellt. In der dritten Phase wird die Brücke abgerissen. In diesem Zusammenhang wird die Strecke für acht Wochen voll gesperrt. Dann wird die neue Brücke eingeschoben. Anschließend alles wieder zurückgebaut. Tigges informierte, dass diese Arbeiten auch die Fußgänger betreffen. »Die Umleitung der Fußgänger erfolgt über einen provisorischen Übergang am Haltepunkt Bad Vilbel Süd mit angrenzenden Fußgängerweg und Behelfsbrücke über die Nidda.« Diese werde extra gebaut und eingerichtet. Erster Stadtrat Sebastian Wysocki fügte hinzu, dass man bereits in den Planungen sei, wie der Radweg an der Nidda umgeleitet werde. Sabina Eberlein (Grüne) wollte wissen, wie es mit einer Absicherung gegen Hochwasser aussieht. Tigges sagte: »Das Hochwasser kann kommen.« Es gebe enge Absprachen mit allen Behörden - auch der Unteren Wasserschutzbehörde. Weil während der Arbeiten die Nidda an einer Stelle durch Rohre geleitet wird, wollte ihr Parteikollege Peter Paul wissen, »ob die Fische wirklich durch diese Rohre schwimmen?«. Auch diese Frage beantwortetet Tigges mit einem klaren Ja.

Zum Thema Verkehr führte Tigges aus, dass pro Woche mehrere Tausend Tonnen Material über die Gleise antransportiert werden.« Das entlaste den Verkehr ebenso wie die neue Behelfsbrücke an der B3 (diese Zeitung berichtete).

Lärmschutzwälle werden begrünt

Die neuen Lärmschutzwälle sollen farblich bemalt werden. Jens Matthias (Grüne) wollte wissen, wie hoch diese denn werden. Tigges sagte: »3,50 bis 4,50 Meter.« Peter Paul (Grüne) stellte fest, dass diese ganz schön massiv seien. Projektleiter Wolf-Dieter Tigges entgegnete: »Die sind nicht massiv. Die sind hoch, aber nicht massiv.«

Sabina Eberlein - ebenfalls Grüne - sagte: »Ich würde mir wünschen, dass es an manchen Stellen wieder grünt wie vorher.« Wolf-Dieter Tigges betonte, dass man das mit der Stadt klären müsse, schließlich koste eine Unterhaltung auch Geld.

Abschließend drehten sich die Fragen rund um den Verkehr - auch auf den Gleisen. Die Baustelle an der Homburger Straße soll bis September 2022 fertig sein. »Wenn es früher ist, umso besser.« Zum Zugverkehr sagte Tigges: »Da brauchen sie keine Angst haben. S-Bahn-Gleise sind nicht für den Fernverkehr ausgelegt.« Der Projektleiter bedankte sich bei der Stadt für die Unterstützung, ohne die, eine schnelle Umsetzung nicht möglich wäre. »Das ist längst nicht in jeder Stadt so.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare