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Sein ganzer Stolz: Das Fitnessstudio von Dirk Pruchnewski feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen.

Sport in Bad Vilbel

Das Fitness- wird zum Filmstudio

  • vonPatrick Eickhoff
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Eigentlich hat Dirk Pruchnewski allen Grund zum Feiern. Das Depot-Fitnessstudio in Massenheim feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Doch die Pandemie macht dem Geschäftsführer einen Strich durch die Rechnung. Der erneute Lockdown hat die Kreativität des Teams geweckt.

Bad Vilbel. Die Markierungen am Boden weisen noch auf andere Zeiten hin. Pfeile geben im Depot-Fitnessstudio in Massenheim die Laufrichtung vor, Desinfektionsspender am Eingang sowie Plexiglasscheiben an der Theke sollen Mitarbeiter und Personal schützen. Benötigt wird das alles derzeit nicht. »Wir waren mit die ersten, die schließen mussten, und werden mit die letzten sein, die wieder aufmachen dürfen«, bedauert Geschäftsführer Dirk Pruchnewski. Gewappnet für eine baldige Öffnung sind sie in Massenheim allemal.

Hybrid-Modell soll beibehalten werden

Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, hat sich Pruchnewski gemeinsam mit seiner Studioleiterin Susanne Cöster etwas einfallen lassen. »Wir bieten unsere Kurse jetzt digital an«, berichtet der 50-Jährige. Deshalb hat er den Trainingsraum, in dem sonst Kurse vom Rückenfitness bis zum Bodystyling stattfinden kurzerhand umfunktioniert und umgebaut. Das Fitnessstudio ist zum Filmstudio geworden. 37-mal in der Woche geht ein Trainer oder eine Trainerin live und macht die Übungen vor. »Die Teilnehmer können entscheiden, ob sie ihre Kamera anlassen oder nicht«, erläutert der 50-jährige Sportwissenschaftler. Als Plattform nutzt das Studio Jitsi. »Dort ist alles transparent im Sinne des Datenschutzes, aber man muss sich nicht registrieren«, berichtet Pruchnewski.

Entstanden ist das Modell aus der sogenannten Hybrid-Lösung wie der Geschäftsführer betont. »Wir konnten nach dem ersten Lockdown unsere Kurse nicht mehr in der richtigen Größe durchziehen«, sagt der Sportanbieter. Abstandsregeln sowie das Teilnehmer-Durchschnittsalter von 49 Jahren spiele da eine Rolle. »Wir haben ein bunt gemischtes Publikum, aber natürlich auch einige Ältere. Die gehören eventuell zur Risikogruppe und wollen keinen Kurs im Studio besuchen.«

Deshalb stellten Pruchnewski und Cöster das Angebot teilweise digital um. Wer wollte, konnte in Massenheim im Studio trainieren oder eben von zu Hause. »Diese Lösung wollen wir auch beibehalten, wenn wir wieder aufmachen dürfen«, ergänzt Cöster.

80 bis 90 Teilnehmer am Tag

Eigentlich wollten die beiden dieses Jahr das 25-Jährige Bestehen des Studios feiern. »Leider macht uns Corona da einen Strich durch die Rechnung«, sagt die Studioleiterin, die ebenfalls Sportwissenschaftlerin ist. Pruchnewski ist seit 1999 dabei, hat wenige Jahre später das Studio übernommen. Dann stieß Cöster dazu. In der großen Halle in Massenheim ist das Studio seit 2007 zu Hause. »Wir haben es selbst umgebaut. Viele aus dem Team sind seit vielen Jahren dabei«, sagt der 50-Jährige. »Wir sind eine große Familie und uns für keinen Spaß zu schade«, ergänzt Cöster. Beide verweisen auf Fotos in den sozialen Netzwerken. »Wir laden gerne mal ein Bild von damals oder in einem lustigen Outfit hoch, um den Kontakt zu halten. In der Weihnachtszeit haben wir jeden einzelnen Kunden angerufen und uns für die Treue bedankt.« Und weil die nicht nur treu sind, sondern das Vertrauen auch groß ist, hat Pruchnewski kurzerhand die Gerätschaften wie Langhanteln verliehen. »Die haben hier einiges rausgeschleppt«, sagt er und lacht.

Derzeit gilt der Fokus dem Online-Training. Das werde gut angenommen, berichtet Dirk Pruchnewski. »80 bis 90 Personen nehmen am Tag an den verschiedenen Angeboten teil. Außerdem laden wir regelmäßig Trainingsvideos auf unserem Youtube-Kanal hoch.« Wer sich also unsicher sei, Kunde zu werden, könne das Angebot so ausprobieren. In Zeiten von Homeoffice und vielen wegfallenden Sportangeboten sei das wichtig.

»Wir sind kein Studio, in dem man sich nur aufpumpt. Wir sind Gesundheitsexperten.« Wer sich also dauerhaft über Rückenschmerzen beklage, aber nichts dagegen unternehme, der brauche sich auch nicht beschweren. »Es liegt immer an einem selbst«, sagt der Sportwissenschaftler. »Wer erst einen Hinweis oder eine Bescheinigung der Krankenkasse braucht, um seine Schmerzen in den Griff zu bekommen, der macht etwas falsch.«

Eine Übersicht über die digitalen Kurse sowie die Preise beim Depot-Fitness in Bad Vilbel gibt es unter www.depot-fitness.de. Dort gibt es auch eine Übersicht über das Hygienekonzept. wpa

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