Anwohner warnen

Dann "bleibt nur der rettende Sprung"

Die Anwohner der Falkenstraße in Dortelweil West sagen: Es reicht. Das Verkehrschaos, mit dem sie jeden Morgen zu kämpfen haben muss aufhören. Sie haben sich organisiert.

Bad Vilbel(app). Es ist ein ruhiger Abend in der Falkenstraße. Kaum ein Auto ist auf der Straße in Dortelweil West unterwegs, man hört die Vögel zwitschern. Doch morgens sieht die Situation für viele Anwohner ganz anders aus: Etliche Autofahrer nutzen die Straße als Umweg. Die Folge: Lärmbelästigung und eine besonders für die zahlreichen Kinder der Siedlung gefährliche Situation. Der Ursprung liegt kaum 500 Meter Luftlinie entfernt: Seit in der Europäischen Schule alle Klassen besetzt sind, hat der Verkehr enorm zugenommen. Anwohner sprechen vom Verkehrschaos. Und um dieses zu umfahren oder die Kinder schnell abzusetzen, dafür wird immer häufiger der Weg durch die Falkenstraße gewählt.

Fast umgefahren

"Irgendwann müssen wir als Anwohner einfach sagen: Es reicht", meint Beate Bender. Sie organisiert das Anliegen der Anwohner. Die Forderung: Es muss endlich etwas geschehen. "Auslöser war, dass jeden Morgen zu beobachten ist, dass Kinder hier fast umgefahren werden. Die Frage war für uns nicht ob, sondern wann etwas ernstes passiert."Ein besonderes Problem ist, dass die Straße keinen separat markierten Gehweg hat. Und so ziehen die Autos oft so rücksichtslos beim Überholen vorbei, so dass für die Fußgänger kein Platz bleibt. Manchmal bleibt sogar nur der rettende Sprung in die Büsche, wie Anwohner berichten. "Und wenn man sie anhält, wird man manchmal sogar noch blöd angemacht" sagt Bender wütend. "Die haben ihre Kinder ja im Auto, denen kann also nichts passieren."

"Ich würde der Situation hier eine Sechs mit Minus geben", sagt auch Anwohner Thomas Barth. Als Ingenieur hat er die Europäische Schule mit gebaut, aber auch mit Straßenplanung kennt er sich durch seine Ausbildung aus. So kann er also ganz gut einschätzen, was falsch läuft. "Hier fehlt einfach die Symbiose", meint er trocken. "Durch die Europäische Schule ist die Situation überlastet, die Infrastruktur ist dafür einfach nicht ausgelegt. Jeden Morgen herrscht an der B3-Abfahrt Stau, kein Wunder, dass die Leute Abkürzungen suchen."

Für die Anwohner der Falkenstraße ist dies mehr als nur ein kleines Ärgernis. "Es kann nicht sein, dass unsere Straße hier als schnelle Abkürzung genutzt wird, wenn in unmittelbarer Umgebung mehrere Kitas und Schulen sind", ärgert sich Barth. "Hier verläuft sogar ein offizieller Schulweg der Regenbogenschule entlang.

Das möchte man doch niemandem zumuten. Ich habe Angst um meinen Sohn. "Denn entweder wird deutlich schneller als 30 Kilometer pro Stunde gefahren oder der Verkehr staut sich, so dass die Kinder zwischen den Autos hindurch laufen müssen. Wie die Anwohner beobachtet haben, trägt hierzu auch noch ein weiteres Problem bei: "Viele sind ja gar keine Eltern", hat etwa eine Anwohnerin beobachtet. Gemeint damit sind die größeren schwarzen Limousinen mit Kennzeichen aus der ganzen Umgebung, oft von Eltern als Taxis für die Kinder bestellt. "Die fahren besonders rücksichtslos. Dass es noch keinen schweren Unfall gab, ist eigentlich ein Wunder."

Anwohner hoffnungsvoll

Nun soll sich etwas ändern. Bender, die auch SPD-Mitglied ist, wendete sich an Rainer Fich, SPD-Vertreter im Ortsbeirat Dortelweil. Dort wurde das Thema besprochen. Und auch die zuständige Straßenverkehrsbehörde beobachtet die Situation in der Falkenstraße. Noch im Juni, also vor den Ferien, soll eine Verkehrsschau in der Falkenstraße durchgeführt werden. Wenn die Situation so schlimm ist wie die Anwohner sagen, dann wird sich also etwas tun.

Die Anwohner sind hoffnungsvoll. Ob Einbahnstraße, zusätzliche Hindernisse für den Verkehr oder ein Durchfahrtsverbot für Nicht-Anwohner: Alles ist besser als die jetzige Situation. Doch die Gefahr ist da, dass das Ganze einschläft. Um das zu verhindern wurde nun eine Mailliste erstellt, um die anderen Anwohner mit auf dem Laufenden zu halten. Durch die Dokumentation der Situation sollen konkrete Beispiele vor Ort gesammelt und an die Straßenverkehrsbehörde weitergegeben werden. "Wir haben das Feuer angefacht", sagt Bender. "Nun werden wir sehen, dass wir es am brennen halten!"

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