An Plänen für die Neugestaltung wird derzeit gearbeitet: Seit dem Abriss des Rathauses 1972 zählt auch der Brunnenplatz zum Dalles dazu.
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An Plänen für die Neugestaltung wird derzeit gearbeitet: Seit dem Abriss des Rathauses 1972 zählt auch der Brunnenplatz zum Dalles dazu.

Platz zum Verweilen

Auf dem Dalles pulsieren Leben und Verkehr

  • vonChristine Fauerbach
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Treffpunkt der Jugend und Kerbplatz: Der Gronauer Dalles bildete einst auch gesellschaftlich das Zentrum von Gronau. Heute laden Bänke und ein Brunnen erneut zum Verweilen ein.

Heute wird die Gronauer Ortsmitte, der Dalles, vom Autoverkehr dominiert. Den Mittelpunkt der ehemaligen Kreuzung bildet ein kleiner, befahrbarer Kreisel. In früheren Zeiten spielte sich auf dem "Dalles" neben dem Verkehr ein Teil des Dorflebens ab.

Auf dem Dalles fand bis in die 1960er Jahre die Gronauer Kerb statt. "Die Schiffschaukel stand am Anfang der Berger Straße, die "Krinoline", das Karussell, gegenüber vor der Bäckerei (heute Pizzeria "Il Sorriso") und daneben rechts die Schieß- und/oder Ballwurfbude, wo heute Schaukästen der Vereine, Litfaßsäule und eine Bank stehen. Vorm Wirt (Gasthaus "Zur Rose, heute Weinhaus Hamm) war die Birke mit der Kerb-Lies aufgestellt", erinnert sich Maler und Grafiker Hansfried Münchberg, der in Gronau aufwuchs. "Auf dem Dalles hat sich sonntags die Dorfjugend getroffen, um dann nach Rendel, Niederdorfelden oder Vilbel ins Kino zu gehen", berichtet der Gronauer Werner Schwind.

Konzerte rund um den Brunnen

Hansfried Münchberg vermutet, dass der Name "Dalles" sich vom französischen "dalles de trottoir" (Bürgersteig- oder Fußwegplatten) ableitet. "Vermutlich, weil hier die erste gepflasterte Stelle im Ort war, was in Gronau auf jeden Fall zutrifft, denn die heutige "Hauptstraße" am alten Rathaus, wurde bereits 1569 gepflastert." Zu den Gebäuden rund um das Zentrum gehörten das der ehemaligen Bäckerei Wenzel, des Gasthauses "Zur Rose" und das alte Rathaus. Es wurde 1806 erbaut und 1972, ein Jahr nach der Eingemeindung nach Bad Vilbel, abgerissen.

Im unteren Stock des Fachwerkbaus befanden sich Backhaus und Feuerspritzenraum, im ersten Stock die "Rathausstube". Anstelle des Rathauses befindet sich vor der Metzgerei Wenzel eine gepflasterte Fläche mit Bäumen, einer Bank und einer der kunstvoll bemalten Perlenflaschen der Quellenstadt. Schräg davor stand einst der Dorfbrunnen. Auf dem Platz nördlich des alten Rathauses stand "das alte Feuerwehrhaus", auch Spritzenhaus genannt. Einige Meter entfernt die Gemeindewaage.

Früher war der Dalles, der Platz zwischen Bäckerei Wenzel und Rathaus. Nach Abriss des Rathauses und Spritzenhauses zählt der heutige Brunnenplatz zum Dalles dazu. Er ist von drei Seiten von Straßen, der Backhaus-, Haupt- und Schmiedestraße, eingefasst. Vor der Gemeindewaage und einem alten Pflug befindet sich seit 1977 ein von Rosenbüschen samt Spalier, Bäumen, Laternen und Bänken umstandener Sandsteinbrunnen. Der Brunnen und seine Technik sind in die Jahre gekommen. Zurzeit werden zwei Pläne zur Neugestaltung des Brunnenplatzes samt eines neuen Brunnens diskutiert. Trotz des Verkehrs lassen sich die Gronauer nicht aus ihrem Zentrum vertreiben. Auf dem Brunnenplatz und in der Einfahrt zur Schmiedestraße spielen Kinder. Auf den Bänken rund um den Brunnen und den Verkehrskreisel treffen sich Bürger, um die Sonne oder einen Imbiss zu genießen. Im Sommer verlegten Gronauer Sänger kurzerhand ihre Chorproben rund um den Brunnen auf dem Dalles. Die Bürger kamen in den Genuss von Open-Air-Konzerten.

Auch, die am 15. März 1929 gegründete Freiwillige Feuerwehr Gronau, belebt jedes Jahr den Dalles neu. Seit 29 Jahren laden die Floriansjünger immer im Juli oder August zum Brunnenfest auf den Dalles ein. Musik, Geselligkeit, Speisen und Getränke stehen dann wieder - wie einst bei der Kerb - im Zentrum von Gronau im Mittelpunkt.

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