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Die neue Behindertenbeauftragte Dagmar Schnurpfeil möchte sich - sobald es möglich ist - in Schulen und Kindergärten vorstellen.

»Wenn ich etwas mache, dann richtig«

Dagmar Schnurpfeil ist Bad Vilbels neue Behindertenbeauftragte

  • vonPatrick Eickhoff
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Die Stadtverordneten haben Dagmar Schnurpfeil einstimmig zur neuen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt gewählt. Die 59-Jährige ist in Bad Vilbel keine Unbekannte.

Dagmar Schnurpfeil ist eine Frau, der ehrlichen Worte. Auf die Frage, was die neue ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt Bad Vilbel als erstes in Angriff nehmen möchte, antwortet sie: »Ich könnte mich jetzt hinstellen und sagen, dieses und jenes muss ich unbedingt angehen.« Doch das wäre nicht richtig, wie sie betont. »Ich stecke meine Ziele nach den Bedürfnissen der Leute und nicht umgekehrt.«

Dagmar Schnurpfeil macht einen selbstbewussten Eindruck. Die gelernte Bauzeichnerin wohnt seit 1999 in Bad Vilbel, arbeitet als gelernte Verlagskauffrau für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dort hat sie sich vor mehreren Jahren für den Betriebsrat aufstellen lassen und ist seit fünf Jahren Schwerbehindertenbeauftragte. »Wenn ich etwas mache, dann richtig.« Die 59-Jährige ist eine engagierte Frau. Schnurpfeil war Vorsitzende des Fördervereins Saalburgschule und John-F.-Kennedy-Schule, kümmerte sich unter anderem um die Schülerbetreuung. »Das war nicht immer leicht, aber wir haben es gut hinbekommen«, sagt sie.

Neue Behindertenbeauftragte für Bad Vilbel: Ehrenamts-Stelle war zuvor vakant

Jetzt ist sie neue Behindertenbeauftragte der Quellenstadt. Seit dem Wegzug von Hajo Prassel im Sommer 2019 war diese Stelle nicht besetzt. Lange wurde ein Nachfolger gesucht. Dagmar Schnurpfeil hat sich durchgesetzt und sagt: »Ich weiß, dass ich in große Fußstapfen trete.« Wichtig ist ihr, dass Hajo Prassel die Teilhabeberatung weiterführt. »Da sprechen wir von Bereichen, in denen ich mich nicht auskenne«, gibt sie zu. »Deshalb ist es gut, dass zwischen uns ein enger Austausch herrscht. Wir haben sehr viel geredet,«

An eine Bewerbung für das Ehrenamt hat Dagmar Schnurpfeil zunächst gar nicht gedacht. »Ich muss ehrlich sagen, dass ich das nicht mal richtig mitbekommen habe, bis mich mein Mann angesprochen hat, und meinte, das wäre was für mich.« Die 59-Jährige überlegt und holt sich Meinungen ein. »Es bringt mir nichts, wenn ich davon überzeugt bin und alle Weggefährten und Freunde sagen, dass das nicht zu mir passt.« Doch sie sind anderer Meinung, Schnurpfeil bewirbt sich und überzeugt die Arbeitsgruppe Barrierefreiheit, Hajo Prassel und Sozialdezernent Jörg Uwe-Hahn mit ihrer ehrlichen und direkten Art. Die zweifache Mutter sagt: »Konstruktiv diskutieren ist wichtig. Jetzt geht es an die Arbeit.« Als Behindertenbeauftragte ist sie in den Prozess der Bautätigkeiten eingebunden, ist Ansprechpartnerin von Menschen mit Behinderung.

Neue Behindertenbeauftragte für Bad Vilbel: Dagmar Schnurpfeil sieht Bedarf in Kindergärten und Schulen

Zunächst heißt es jedoch einarbeiten: »Ich werde an vielen Sitzungen teilnehmen und schauen, welche Themen da sind.« Ein eigenes Büro braucht sie dafür nicht, wie die 59-Jährige betont. »Ich habe die Möglichkeit einen Raum im Rathaus zu bekommen, wenn ich einen brauche. Da ich dieses Amt aber ehrenamtlich nebenbei mache, werde ich es mir gut einteilen und brauche keinen festen Raum.«

Dagmar Schnurpfeil betont zwar, sich keine zu großen Ziele gesteckt zu haben, fügt aber an: »Ich möchte in die Schulen und Kindergärten gehen, denn dort ist Bedarf da. Es geht darum, Berührungsängste vor dem Thema Behinderung zu nehmen.«

Man müsse auf Menschen mit Behinderung eingehen. Sie habe das Gefühl, dass es durchaus Hemmschwellen gebe. »Wir müssen miteinander reden.« Das ist der 59-Jährigen besonders wichtig. »Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt und bin auch keine Politikerin«, sagt sie. »Ich muss keine großen Reden schwingen. Ich muss für die Bürger da sein.« Und da ist sich Dagmar Schnurpfeil sicher, dass sie bei künftigen Projekten die Anliegen aller Bad Vilbeler mit Behinderung einbringen kann. Schließlich wachse auch sie an ihren Aufgaben. »Im Optimalfall ist es am Ende eine Win-win-Situation für alle.«

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