Corona-Regeln ausreichend bekannt?

  • vonPatrick Eickhoff
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Bad Vilbel (wpa). Rainer Fich (SPD) hat in den vergangenen Wochen einige Veränderungen festgestellt. »Ich bin viel draußen unterwegs«, sagt er. Der Dortelweiler registriert, dass mit den ersten Lockerungen im Zuge der Corona-Maßnahmen immer mehr Menschen wieder zusammenkommen. »Im Garten, auf der Straße - einmal waren es sogar 35 Personen.« Viele würden die Dinge lockerer sehen, wüssten aber nicht, was erlaubt ist, und was nicht. »Ich möchte überhaupt niemandem einen Vorwurf machen.«

In Gesprächen mit den betreffenden Personen stellt das Dortelweiler Ortsbeiratsmitglied fest, dass es immer wieder zu Missverständnissen komme. »Die Kontaktbeschränkungen gelten noch, allerdings werden diese alle zwei Wochen aktualisiert. Ich habe das Gefühl, dass einfach bei all den unterschiedlichen Regeln nicht jedem bewusst ist, was er darf und was nicht.«

Deshalb nutzt Fich seine Funktion und stellt mit der Dortelweiler SPD-Fraktion eine Anfrage an den Magistrat. Dieser solle in »geeigneter Form öffentlich für Aufklärung sorgen«. Die Antwort fällt Fich »zu einfach aus«. Es wird auf die Verordnung des Landes verwiesen. »Die ist, um ehrlich zu sein, ziemlich komplex und nicht gerade kurz. Es kann nicht von jedem verlangt werden, sie komplett zu kennen.«

Doch wie informiert die Stadt ihre Bürger? Pressesprecher Yannick Schwander sagt: »Wir haben auf unserer Homepage eigens eine ›Corona-Seite‹ eingerichtet.« Unter www.bad- vilbel.de/de/rathaus/sachstand-coronavirus sind nicht nur alle Verordnungen des Landes und Allgemeinverfügungen der Stadt, sondern auch alle Pressemitteilungen eingestellt. »Wir haben insbesondere in der Anfangszeit, in der sich die Verordnungen, Allgemeinverfügungen und Co. nahezu täglich verändert haben, dies auch per Pressemitteilung, Facebook- und Instagramkacheln und -storys begleitet.«

Anschreiben und Aushänge

Auch jetzt gebe es bei wichtigen Änderungen eine Veröffentlichung. »Hinzukommen direkte Anschreiben, beispielsweise an Vereine, wenn es um die Hallenöffnung für Vereinssport geht oder an Kita-Eltern, wenn es sie betrifft.« Außerdem gibt es an den Dienststellen Aushänge der Regelungen.

Reiner Fich glaubt, dass es sich nicht nur um ein Dortelweiler beziehungsweise Bad Vilbeler Phänomen handelt. »Ich glaube nicht, dass nur bei uns die Leute sich nicht an Regeln halten. Viele wissen einfach nicht, ab wann ist Kontakt erlaubt? Wann ist ein Hygieneplan notwendig?« Deshalb sei mehr Transparenz notwendig.

Schwander betont, dass die Reaktionen auf die Hinweise der Stadt bislang stets positiv gewesen seien. »Doch trotz aller Bemühungen - und ich denke, wie man sieht, haben wir wirklich sehr ausführlich und breit kommuniziert - gibt es immer wieder Personen, die wir nicht erreichen. Aber da muss man sich dann auch einmal ehrlich machen und konstatieren, dass die Bringschuld der Stadt irgendwann an ihre Grenzen stößt.« FOTO: PRIVAT

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