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Sie sitzen auf gepackten Koffern: Die Burgfestspiele bringen die rastlose Geschichte der Comedian Harmonists auf die Bühne der Bad Vilbeler Wasserburg.

Bad Vilbeler Burgfestspiele

Comedian Harmonists leben wieder auf

  • vonChristine Fauerbach
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Corona zum Trotz: Die Saison 2021 der Bad Vilbeler Burgfestspiele ist eröffnet. Die Revue-Premiere »Die Comedian Harmonists« erobert mit Ohrwürmern, Charisma und Humor das Publikum.

A ngekündigt wurde die Vorstellung mit Donnergrollen. Sodann wurden die 150 Premierengäste von Bürgermeister Thomas Stöhr gemeinsam mit Landtagspräsident Boris Rhein, dem Schirmherrn der Burgfestspiele Bad Vilbel, und Intendant Claus-Günther Kunzmann. Das Stadtoberhaupt betonte: »Die Burgfestspiele sind ein ganz wichtiges Aushängeschild unserer Stadt geworden«. Bad Vilbel hat die besucherstärksten Theaterfestspiele Hessens, liegt bei der AG deutscher Festspielorte auf Platz zwei und setzt auf viele Eigenproduktionen. Kürzlich förderte das Land Hessen das Projekt »Theater für Kinder« mit 70 000 Euro. Schirmherr Rhein lobte: »Die Bad Vilbeler Burgfestspiele haben sich längst zu einem Markenzeichen für die Stadt Bad Vilbel und das Land Hessen entwickelt.« Und er bezeichnete Kunzmann, als die »Seele der Bad Vilbeler Burgfestspiele«. Worauf dieser vor Publikum versprach: »Ich bleibe!« Rhein betonte: »Heute ist ein ganz besonderer Abend für viele, denn das Größte, was man genießen kann, das ist Kultur. Das ist ein ganz besonderer Abend, der eine Zeit der Kulturlosigkeit unterbricht.« Er überreichte an Bürgermeister und Intendant als Dankeschön für ihren Einsatz je einen Hessischen Löwen aus Höchster Porzellan.

Freude, wieder spielen zu können

Der Intendant betonte, dass er sich sehr freue, »dass wir wieder für Sie spielen und unser Programm wie vorgesehen auf die Bühne bringen können. Wir haben trotz Corona wunderbare Inszenierungen für eine großartige Festspielsaison vorbereitet.« Er dankte Claudia Sebastian und dem Team des Kartenbüros für ihren Einsatz.

Danach gehörte die Bühne den fünf nahezu perfekten Doubles der berühmten Vokalartisten, ihrem Pianisten, ihrer unsterblichen Musik und der bewegenden Geschichte der legendären Comedian Harmonists. Die auf dem Buch von Gottfried Greiffenhagen und der musikalischen Einrichtung von Franz Wittenbrink basierende, schmissige wie ergreifende Revue hat bei den Burgfestspielen Regisseur Ulrich Cyran inszeniert. Regieassistent ist Gerald Liebenow, Abendregisseur Stephan Bestier und musikalischer Leiter Horst-Maria Merz. Zum künstlerichen Stab gehören auch Dorothea Mines (Bühne), Anja Müller (Kostüme), Isabella-Clara Arndt (Choreografie) und Ruth Schröfel (Dramaturgie). Zu sehen und hören waren als Comedian Harmonists in der Rolle von Erstem Tenor Ari Leschnikoff Sänger Samuel Meister, sein Kollege Christian Müller als Zweiter Tenor Erich Collin, David Severin als Bariton Roman Cycowski, Lukas Benjamin Engel als Tenor-Buffo Harry Frommermann und Daniel Pastewski als Bass Robert Biberti. Horst Maria Merz ist Pianist Erwin Bootz und Hendrik Vogt tritt als Schauspieler Hans und Moderator vors Publikum. Das honorierte die stimmlichen, tänzerischen und darstellerischen Leistungen des mitreißenden Ensembles immer wieder mit Szenenapplaus.

Die Geschichte der ersten »Boygroup« der Moderne spielt in einem minimalistischen schwarz-weißen Bühnenbild. Es lässt den Darstellern viel Raum, um die steile Erfolgsgeschichte der Harmonists ergreifend zu schildern. Bei aller Härte und Tragik kommen Witz, Unkonventionelles und Lebenslust in der Inszenierung gut zur Geltung. Nach dem Vorbild des amerikanischen Vokal-Quartetts »The Revelers« begeisterten die Comedian Harmonists seinerzeit mit ihrer Mischung aus Unterhaltungsschlagern und lupenreinem Harmoniegesang das Publikum. Ihre Schlager haben nichts von ihrer Wirkung verloren, wie die Reaktion des Premierenpublikums zeigte.

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