Grundstück in Dortelweil

Chinesen wollen kaufen

  • Ines Dauernheim
    VonInes Dauernheim
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Das Areal in der Nachbarschaft zum neuen Bad Vilbeler Rathaus soll verkauft werden. Pläne für die Bebauung gibt's bereits.

Chinesische Investoren aus der Region Urumtschi beabsichtigen, in Dortelweil ein Grundstück zu kaufen. Auf dem Areal in der Nachbarschaft zum Rathaus und zur Europäischen Schule soll ein Hotelkomplex mit Restaurant und Appartements entstehen. Das kündigt Stadtrat Klaus Minkel an. Damit wagt er einen zweiten Anlauf, chinesische Investoren nach Bad Vilbel zu locken. Vor etwas mehr als drei Jahren gab es schon einmal einen Vertrag mit Chinesen, die in den Quellenpark investieren wollten. Damals floss kein Geld und die Verträge wurden in beiderseitigem Einvernehmen aufgehoben. »Vielleicht war das Projekt seinerzeit eine Nummer zu groß«, sagt Minkel im Gespräch mit der WZ. Für 45 Millionen Euro wollten die Chinesen damals Flächen in Bad Vilbel kaufen. »Wir sind damals aber ohne jeglichen Schaden aus dem Projekt herausgekommen«, betont er.

7,3 Millionen Euro-Überweisung »Eine Investorengruppe aus Urumtschi, einer Millionenstadt in der Sinkiang-Provinz, will nun das Grundstück zwischen Rathausparkplatz und Europäischer Schule für 1000 Euro je Quadratmeter erwerben«, sagt er. Das Areal gehört der Stadt. 7,3 Millionen Euro wollen die chinesischen Investoren nach Bad Vilbel überweisen. Geld, das in der Stadt gut gebraucht wird. Denn die Stadt will das Kurhaus renovieren und eine Stadthalle errichten. »Wir kratzen gerade Gelder für dieses Projekt zusammen«, bestätigt Minkel.

Ehe der Geldsegen kommt, müssen noch einige Hürden überwunden werden. Zuerst gilt es, die Stadtverordneten von dem Grundstücksverkauf zu überzeugen. Die Kommunalpolitiker tagen am kommenden Dienstag, 28. März, um 18 Uhr im Kultur- und Sportforum.

Minkel verrät, dass die Investoren ein Hotel mit Restaurant und damit verbundenen Appartements sowie entlang der Theodor-Heuss-Straße auch Wohneinheiten bauen möchten. Seit fünf Jahren pflege er intensive Kontakte nach China. Zweimal besuchte der Bürgermeister von Urumtschi schon Bad Vilbel. »Die Kontakte sind trotz des ersten Fehlschlags zu keiner Zeit abgerissen.

« China sei so stark, dass man es nicht ignorieren dürfe. Die hohe Sparquote von mehr als 50 Prozent verschaffe dem Land zudem eine überwältigende Finanzkraft, erklärt Minkel.

Einen weiteren Vorteil des Geschäfts macht der Stadtrat aus: Städtebaulich sei das Projekt eine starke Aufwertung, da nun eine störende Baulücke am Stadtwerke-Kreisel durch ein repräsentatives Gebäude-Ensemble geschlossen werde. Erst Geld, dann Beschlüsse Vertraglich sei mit den Chinesen vereinbart worden, dass sie fünf Prozent der Grundstückskaufsumme anzahlen. Diese gehe für den Käufer verloren, wenn er aus dem Vertrag aussteigen würde. Fließt das Geld, stehen weitere Beschlüsse an, denn erst dann soll der Bebauungsplan geändert werden. Dies sei nötig, weil der in dem Gebiet festgelegte gewerbliche Nutzungsanteil stark zurückgeht. Ein neuer Bebauungsplan bedeutet für die Dortelweiler, die in dem Areal wohnen, eine Verbesserung, erklärt Minkel.

Zwischen Urumtschi und Bad Vilbel bahnten sich weitere interessante Geschäfte an, verrät Minkel. Das sei alles im Zusammenhang mit dem »Seidenstraßen-Projekt« zu sehen, bei dem Urumtschi als westlichster Vorposten von China eine bedeutende Rolle spiele. Das Seidenstraßen-Projekt werde dazu führen, dass China und Europa enger zusammenrücken.

Froh ist Minkel, dass die Investoren ein Hotel planen. »Mit Hotels sind wir noch unterbesetzt.« Wie viele Gäste beherbergt werden könnten, dazu könne sich der Stadtrat noch nicht äußern. »Das ist Bestandteil des Bauantrags und der Bebauungsplanänderung.« Minkel ist zuversichtlich, dass das China-Geschäft diesmal zustande kommt.

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