Bürgerinitiave legt Lärmbeschwerde ein

Bad Vilbel/Karben (khn). Fast alle Flugzeuge, die auf der Abflugroute Nord-07-lang unterwegs sind, halten sich nicht an die offiziellen Flugrouten. Das hat die Bürgerinitiative (BI) "Bad Vilbel minus Fluglärm" beobachtet.

Dies sei mit Hilfe von GPS-Daten, Fotos und Flugkarten sowie der Unterstützung von einem ehemaligen, leitenden Fluglotsen geschehen, wie BI-Sprecher Dr. Roland Kasten erklärt. Die Initiative hat deshalb eine Sicherheits- und Lärmbeschwerde beim Bundesamt für Flugaufsicht (BFA) eingereicht.

Fast zu 100 Prozent würden die Flugzeuge auf der Route um etwa 1,5 nautische Meilen (NM) nach Westen abweichen, sagt Kasten. 1 NM sind 1852 Meter. Sie würden damit "fächerförmig und vermeidbar die Kernstadt in Höhen bis hinunter auf 800 bis 900 Metern überfliegen." Auffällig sei auch, dass die Fanomos-Daten in den Radarspuren fehlerhaft dargestellt würden. Das sei auf einen systematischen Fehler im Trackingsystem Rhein-Main zurückzuführen. So werde ein "eklatantes Unfallrisiko" erzeugt, wenn beispielsweise ein Privatflugzeug und eine Verkehrsmaschine nicht die gleichen Positions- und Radardaten verwendeten.

Die BI fordert nun vom BFA, die aktuelle Situation sofort zu überprüfen und die aktuelle Abflugpraxis zu korrigieren. Denn die offiziellen Flugkartenlinie erlaube eine Abweichung von maximal 300 Metern – "das heißt deutlich östlich an der Stadt vorbei, entlang der Bundesstraße B 521" und damit über weitgehend landwirtschaftlich genutztem Gebiet.

Kasten hofft, dass der Magistrat die Beschwerde unterstützt. Dieser ist gerade erst von den Stadtverordneten beauftragt worden, einen Sitz in der Fluglärmkommission zu beantragen. Diesen Weg will nun auch Karben gehen. Im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit sollen die beiden Nachbarstädte gemeinsam im Gremium des hessischen Wirtschaftsministeriums vertreten sein. Grund: "Auch wenn in Karben die Belastung durch Fluglärm verglichen mit anderen Verkehrsträgern gering ist, nehmen wir die Beschwerden der Bürger ernst", sagt CDU-Vorsitzender Mario Beck. Auch als Flughafen-Befürworter sehe er in Sachen Lärmschutz "sinnvolle Optimierungsmöglichkeiten".

Mit einem gemeinsamen Sitz Karbens und Bad Vilbels in der Kommission könnten die Interessen der südlichen Wetterau gegenüber dem nördlichen Rhein-Main-Gebiet besser vertreten werden.

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