Brunnen- und Bädermuseum ist nach 13 Monaten Bauzeit fertig

Bad Vilbel (süd). Nach 13-monatiger Bauzeit ist es fertig: das neue Brunnen- und Bädermuseum. Am Freitagmittag verließen die letzten Handwerker das traditionsreiche Weihlsche Haus am Marktplatz 3, am Samstag um 11 Uhr wird das Museum offiziell eingeweiht, ab 13 Uhr stehen die Türen des historischen Gebäudes für die Besucher offen.

Die dürfen sich auf Besonderes freuen. »Es ist eindrucksvoll, wirklich gut«, sagte am Freitag bei einer ersten Besichtigung Markus Demmig von der Sport- und Kulturförderung, die die Sanierung des Gebäudes wie weitere Sponsoren unterstützt hat.

Über das Museumsprojekt informierten Ehrenbürger Günter Hinkel, Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr und Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann in einem Pressegespräch. Das Museum bietet auf einer Fläche von 200 Quadratmetern einen umfangreichen Überblick über die mehr als 450-jährige Geschichte der Bad Vilbeler Mineralquellen, die zugleich ein Stück Familien- und Industriegeschichte widerspiegelt. »Ein schöner Anlass«, sagte deshalb Hassia-Seniorchef Hinkel, als er den Weg zur neuen Einrichtung schilderte. Bad Vilbel verfüge immer noch über 30 Quellvorkommen, das sei »einmalig in der Welt«. Deshalb sei es auch sein Bestreben gewesen, »ein einzigartiges Museum« zu schaffen.

Bisher war das Museum in der Wasserburg untergebracht. Hier musste es jedoch ausgerechnet zu den Zeiten, in denen aufgrund der Burgfestspiele die meisten Besucher in der Stadt waren, geschlossen werden. Mit dem Weihlschen Haus sei ein »optimaler Standort im Zentrum der Stadt« gefunden worden: »Etwas Schöneres hätte ich mir nicht vorstellen können«, sagte Hinkel. Er habe Gespräche mit der Stadt und der Frankfurter Volksbank geführt, der das Gebäude gehört. Das Ergebnis war Anfang 2008 ein langfristiger Mietvertrag, den die Stadt mit dem Kreditinstitut geschlossen hat, die wiederum das Gebäude an den Geschichtsverein untervermietet hat. Nach vielen Vorbereitungen - unter anderem war die Frage der Barrierefreiheit zu klären - begann die Sanierung im Januar 2009. In der Bauzeit standen immer wieder Statik, Denkmal- und Brandschutz auf dem Prüfstand. »Es war eine spannende Zeit«, bekannte Hinkel. Das Museum sei nun aber im Vergleich zum Vorgänger in der Burg zu rund 90 Prozent neu gestaltet.

Sollte das Museum ursprünglich 300 000 Euro kosten, ist man am Ende bei 530 000 Euro gelandet. Rund 10 000 Arbeitsstunden wurden in das Projekt gesteckt, davon waren gut 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Die Stadt hat das Projekt mit 200 000 Euro bezuschusst, die Sport- und Kulturförderung gab 100 000 Euro dazu, vom Land kamen 45 000 Euro. Die beiden Ehrenbürger Hinkel und Kurt Ochs nutzten ihre runden Geburtstage, um um Spenden zu bitten, allein von Hinkel gab es so eine Zuwendung von 45 000 Euro. Hassia Mineralbrunnen, Volksbank, Geschichtsverein sowie weitere private Spender trugen den Rest, sodass das Projekt schuldenfrei ist, wie Hinkel sagte.

Der Bürgermeister bekannte, er empfinde »Freude, Dank und Stolz« angesichts der erfolgreichen Umsetzung. Er sei »von Anfang an begeistert« gewesen. Das Museum passe städtebaulich zu Altem Rathaus, Römermosaik, Burg und Haus der Begegnung, für die Außendarstellung der Stadt sei hier ein »besonderes Quartier« entstanden. Das Museum stehe nun dort, wo der Ursprung der Mineralwasserindustrie war. Die Betriebe befanden sich im Kern der Stadt, bis sie vor einigen Jahrzehnten an den Stadtrand zogen. Jetzt kehre ein Stück Tradition an den ursprünglichen Standort zurück.

Stöhr hob auch das Zusammenwirken von Unternehmen, Vereinen, engagierten Bürgern und Stadt hervor, die bei diesem Projekt zusammengefunden hätten, »um wichtige Dinge voranzubringen«. Er lobte vor allem den persönlichen Einsatz von Hinkel für das Museum. Er sei »Hauptinitiator, Bauleiter und Mittelbeschaffer« in einem gewesen: »Ihre Leidenschaft steckt in diesem Museum.«

Kunzmann, der auch Vorsitzender des Geschichtsvereins ist, bezeichnete das Museum als »Glanzpunkt im Herzen einer Kleinstadt«, der ihr einen weiteren Kulturstempel aufdrücke. Dr. Hanno Broo, Berater des Museumsverbandes für Südhessen, stellte heraus, dass es wichtig sei, thematische Schwerpunkte zu setzen. Auch durch »Sach- und Fachkompetenz vor Ort« habe Bad Vilbel eine »hohe geschichtliche Potenz«. Das sei in die Förderempfehlung an das Land eingeflossen.

7 Das Museum kann am heutigen Samstag von 13 bis 18 Uhr und am morgigen Sonntag von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare