"Brücke ist dem Baugebiet nicht angemessen"

Bad Vilbel (cf). Die Verkehrssituation am oberen Kreisel in Dortelweil-West stand am Mittwochabend im Zentrum der Sitzung des Ortsbeirats. Konkret ging es um die Fußgängerbrücke über der Theodor-Heuss-Straße im Kreuzungsbereich Konrad-Adenauer-Allee und Lupinenweg.

Die Grünen hatten per Antrag gefordert, den Verkehrskreisel der Theodor-Heuss-Straße an der Zu- und Abfahrt zur B 3 umzubauen. Er solle mit Zebrastreifen und einem beleuchteten Überweg ausgestattet werden. Der Antrag führte zur Diskussion unter den Ortsbeirats-Mitgliedern, beim anschließenden Bürgergespräch diskutierten auch Interessierte mit.

Kurt Sänger hatte für die Grünen den Antrag damit begründet, dass die "Überquerung der Theodor-Heuss-Straße für die Anwohner im Lupinenweg zwischenzeitlich durch das erhöhte Verkehrsaufkommen nach der Eröffnung der Europäischen Schule mit erheblichen Gefahren verbunden ist, insbesondere für Radfahrer, Gehbehinderte, Rollator- und Rollstuhlfahrer sowie Personen mit Kinderwagen." Auch Schulkinder seien bei Querung der Straße in Gefahr. Verschärft werde die Situation durch die nur bedingte Nutzung der vorhandenen Fußgängerbrücke mit Treppenaufgang und Aufzug, da letzterer häufig nicht funktioniere.

Die Fußgängerbrücke über die Theodor-Heuss-Straße sei ursprünglich für ein – anstelle des Wohngebietes Lupinenweg – geplantes Schnellrestaurant und eine Tankstelle gebaut worden. Nach Bürgerprotesten sei jedoch das Baugebiet mit 110 Wohneinheiten entstanden.

Anwohner: Aufzug stinkt

Der Bau der Brückenanlage mit Treppenaufgang und Aufzug sei im Einvernehmen mit den ersten Bewohnern des Neubaugebiets Dortelweil-West beschlossen worden. Seitdem bestehe auch die vertraglich geregelte Vereinbarung, dass die Eigentümergemeinschaft Lupinenweg den Aufzug zwei Mal täglich kontrolliere und Schäden umgehend melde, erinnerte Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU). Er widersprach der von Anwohnern vorgebrachten Behauptung, dass der Aufzug oft defekt sei. In 2011 habe es drei Ausfälle, in 2012 bisher zwölf technische Probleme gegeben. Seitens der Anwohner gebe es Klagen, der Aufzug sei dreckig und stinke, sagte Frank, der fragte: "Wer benutzt den Aufzug denn? Doch die Anwohner."

SPD Ortsbezirksvorsitzender Hans-Joachim Hisgen sagte: "Die Fußgängerbrücke wird von den Anwohnern nicht genutzt, auch wenn der Aufzug funktioniert." Stattdessen überquerten die Bewohner die Straße am Verkehrskreisel. Die Stadt solle den Bau einer Rampe und eines Zebrastreifens prüfen lassen.

Stadtrat Frank blieb standhaft: "Die Infrastrukturmaßnahmen sind voll funktionsfähig." Was die Sicherheit der Kinder anbelange, sollten Eltern seiner Ansicht nach eher darauf achten, dass ihr Nachwuchs den Weg über die Brücke nutze und nicht unkontrolliert die Straße überquere. Ein alternativer Weg führe vom Wohngebiet Lupinenweg auf dem Bürgersteig an der Europäischen Schule vorbei bis zum Kreisel und von dort über den Zebrastreifen. Stadtverordneter Rainer Fich (SPD) sagte, die Situation am Kreisel sei ein Dilemma, das die Stadt verursacht habe. Die Fußgängerbrücke sei dem Baugebiet nicht angemessen. Eine Lösung mit Zebrastreifen sei nur möglich, wenn der Verkehr von der B 3 kommend abgebremst werde.

Kommt ein neuer Blitzer?

Kurt Sänger regte an, den Starenkasten aufzustellen, der früher am Ende der Theodor-Heuss-Straße stand und inzwischen durch eine neue Anlage ersetzt wurde. Frank gab zu bedenken, dass besagte Straße zum Teil Kreisstraße sei, und das Aufstellen eines Blitzers mit dem Wetteraukreis abgestimmt werden müsse. Aufgestellt würden die Starenkästen nur an Unfallschwerpunkten. Das Aufstellen des Ortseingangsschilds westlich von Kreisel liege im Ermessen der Stadt.

Der Antrag der Grünen wurde von SPD und CDU abgelehnt. Mit Gegenstimme von Kurt Sänger und Enthaltung von Kathrin Anders wurde ein Antrag verabschiedet, der den Bau einer Rampe auf der nördlichen Fußgängerbrückenseite und eines Zebrastreifens auf der westlichen Seite prüfen soll.

Herbert Anders sieht den Bau des Zebrastreifens mit neuen Problemen verbunden, da sich auf der dem Lupinenweg gegenüberliegenden Seite an der Lärmschutzmauer kein Bürgersteig befindet. Auch handele es sich um eine Hanglage. Bei überfrierender Nässe seien bereits viele Autos in den Kreisel gerutscht, Lampen hätten ausgetauscht werden müssen.

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