Besonderer Stolz: Das mit Perlen und Kristallen besetzte Diadem, das Sarah Weisenstein angefertigt hat, wurde für die Zeitschrift Vogue fotografiert. In ihrem Büro berät sie jungen Frauen, die sich individuellen Hochzeitsschmuck von ihr anfertigen lassen wollen. FOTOS: ANNE-ROSE DOSTALEK
+
Besonderer Stolz: Das mit Perlen und Kristallen besetzte Diadem, das Sarah Weisenstein angefertigt hat, wurde für die Zeitschrift Vogue fotografiert. In ihrem Büro berät sie jungen Frauen, die sich individuellen Hochzeitsschmuck von ihr anfertigen lassen wollen. FOTOS: ANNE-ROSE DOSTALEK

INFO

Brautschmuck aus Perlen

  • vonHedwig Rohde
    schließen

Im Januar ist Sarah Weisenstein in die Selbstständigkeit gestartet - im März kam der Corona-Lockdown. Doch der jungen Schmuckdesignerin aus Bad Vilbel ist es gelungen, mit ihrem Brautschmuck aus Svarowski-Perlen Aufmerksamkeit zu erregen. Ihre Kollektion kommt an - bei Bräuten und der britischen Modezeitschrift Vogue, die auf ihren Hochzeitssonderseiten einige ihrer Schmuckstücke zeigt.

V iel Platz für ihre Werkstatt braucht Sarah Weisenstein nicht. Die 27-Jährige greift hinter sich ins Regal und legt einige kleine Papiertüten und Sortierboxen auf den Tisch. Da drin sind ihre Schätze, schimmernde Perlen in den unterschiedlichsten Farbschattierungen und Größen. "Weiß ist die Farbe der Bräute", sagt sie, aber es gebe nicht nur ein Weiß, sondern eine Abstufung von reinweiß bis elfenbeinfarben , von matt bis glänzend. Die Formen reichten von den klassisch runden Perlen bis ovalen und tropfenförmigen. Zu den Perlen gesellen sich Kristalle, filigrane Blättchen und winzige Blümchen aus Porzellan.

Filigrane Arbeit mit Schmucksteinen

Wenn Weisenstein einen Auftrag für eine Kette oder ein Diadem hat, dann hat sie das alles vor sich liegen. "Ich probiere aus, schiebe die Perlen, Kristalle, Blättchen hin und her, lege zusammen, was zusammenpassen würde", erklärt sie. Die Skizze liegt daneben, aber zuerst entsteht die Idee im Kopf oder aus einem Gespräch mit der Braut, die ihre Wünsche äußert. Dann sind es die Finger, die die Hauptarbeit leisten müssen, die Perle für Perle aufnehmen, sie auffädeln auf gold- oder silberfarbenem Draht. Die Kristalle werden eingefasst und auf einen Haarreif gesetzt, umrahmt von Perlen, Blättchen oder anderen Schmucksteinen, "Mir liegt das filigrane Arbeiten", sagt Weisenstein. Die Perlen, die sie verwendet, sind nicht die "echten Perlen" aus Perlmutt, sondern Schmucksteine aus geschliffenem Glas.

Ausschließlich auf den österreichischen Hersteller Swarovski greift Weisenstein zurück, um sich einzudecken mit Kristallen und Perlen für ihre Schmuckkollektionen. "Ich verwende nur hochwertige Produkte und Swarovski ist für den feinen Schliff der Kristalle und den Glanz der Perlen bekannt", sagt die junge Schmuckdesignerin. In der Branche ist sie eine Quereinsteigerin, die sich das alles selber beigebracht hat. Was zuerst nur ein Hobby gewesen war, das sie seit Kindesbeinen pflegte, wurde zu einer Leidenschaft. "Als mein Freund mir den Heiratsantrag machte, stand für mich fest: Den Brautschmuck mache ich mir selber", erzählt die junge Frau.

2018 war das und den Schmuck, der unter ihren geschickten Händen entstand, zeigte sie einer befreundeten Stylistin. "Das ist cool, was du machst", sagte diese ihr. Auch andere Bekannte waren begeistert. So entschloss sich Weisenstein, einige ihrer Ketten, Armringe und Ohranhänger zu einem Brautstudio zu bringen.

Brautschmuck für eigene Hochzeit

Ihre Kontakte wuchsen, sie besuchte Messen und stattete die ersten Bräute mit Schmuck aus. Dass Weisenstein kaufmännisches Wissen hat, half ihr, den Weg in die Selbstständigkeit realistisch zu planen und umzusetzen. Ihr Freund und ihre Familie unterstützten sie, Vertrauen in das eigene Können kamen dazu. Seit Januar 2020 arbeitet Weisenstein selbstständig von zu Hause aus ."Ich spreche mit den Bräuten, frage nach ihren Vorstellungen, lasse mir ein Foto zeigen vom Brautkleid und welche Frisur sie tragen wollen. Es muss alles zusammenpassen und der Schmuck ist das i-Tüpfelchen dadrauf. "

Ihre Schmuckkollektion hat sie mittlerweile bei fünfzehn Brautstudios und anderen Partnern untergebracht. Dass jetzt die britische Modezeitschrift Vogue auf sie aufmerksam wurde, hat Weisenstein zuerst in ungläubiges Staunen versetzt. Dann fasste sie sich ein Herz, antwortete auf die E-Mail, eine Fotografin kam und so sind einige ihrer Schmuckstücke auf den Hochzeitssonderseiten der Vougue zu sehen. Auf das stylische Diadem, das Weisenstein in ihrer Werkstatt präsentiert, ist sie besonders stolz. "Das ist eines meiner teureren Modelle", sagt sie und nennt eine Preisspanne für individuell gefertigten Haarschmuck von 70 bis 250 Euro.

Auch wenn in diesem Jahre coronabedingt viele Hochzeiten auf 2021 verschoben sind, auch ihre eigene, blickt die junge Schmuckdesignerin optimistisch in die Zukunft. "Ich arbeite schon an meiner Kollektion 2021."

Weitere Informationen zu den Arbeiten von Schmuckdesignerin Sarah Weisenstein gibt es im Internet unter www.perlenbräute.de. Dort gibt es auch eine Galerie mit Bildern der Arbeiten der 27-Jährigen. dos

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare