Nicht überall in Bad Vilbel sind Anwohnerparkzonen möglich. Doch eine solche Zone rund um die Stadthalle wäre eine Überlegung wert, finden die Mitglieder des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses.	FOTO: NIKLAS MAG
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Nicht überall in Bad Vilbel sind Anwohnerparkzonen möglich. Doch eine solche Zone rund um die Stadthalle wäre eine Überlegung wert, finden die Mitglieder des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses. FOTO: NIKLAS MAG

Anwohnerparken

Braucht Bad Vilbel mehr Anwohnerparkplätze?

  • vonNiklas Mag
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Der Parkdruck in Bad Vilbel wird immer größer. Das beobachtet die SPD und hat deshalb eine stadtweite Prüfung für Anwohnerparkzonen im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss beantragt.

Bad Vilbel – Eine Stadthalle, eine Therme und Tausende neue Mitbürger in den Baugebieten. Auf Bad Vilbel kommt jede Menge Autoverkehr zu, der entsprechenden Parkdruck erzeugt. Die SPD Bad Vilbel stellte deshalb im Planungs,- Bau,- und Umweltausschuss am Dienstagabend einen Prüfantrag für Anwohnerparkzonen. »Wir wollen, dass es da eine entsprechende Regelung gibt«, erläutert Lucia André (SPD).

In Frankfurt soll es künftig in allen Stadtteilen ein Bewohnerparkkonzept geben, das vergangenes Jahr probeweise in Bornheim eingeführt wurde. Zu viele Pendler nutzten den Stadtteil als Park-and-Ride-Parkplatz, weshalb für die Anwohner keine Stellplätze mehr übrig blieben.

Anwohnerparken in Bad Vilbel: Umfangreiche Aspekte erfüllen

Der Magistrat solle nun prüfen, heißt es im SPD-Antrag, in welchen Straßen die Einführung eines Bewohnerparkens in Bad Vilbel empfohlen werden kann. »Die Prüfung solle sich nicht nur auf die Kernstadt, sondern auch auf die Straßen in den Ortsteilen erstrecken, in denen eine angespannte Parksituation besteht.«

Doch der Erste Stadtrat und Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU) hat einige Einwände: »Bewohnerparken einzuführen ist nicht so leicht, wie man sich das vorstellt.« Dafür gebe es bestimmte Aspekte, die laut Straßenverkehrsordnung alle auf einen Bereich zutreffen müssen. »Und das ist relativ umfangreich«, weiß Wysocki. Bewohnerparkzonen seien demnach nur dort zulässig, wo keine ausreichenden Parkplätze für Bewohner zur Verfügung stehen und nicht zumutbare Strecken zu Fuß zurückgelegt werden müssten. Das seien in etwa 1000 Meter. »Das ist schon recht weit. Auch muss ein allgemeiner Parkdruck bestehen.« Das sei meist an Punkten wie Bahnhöfen oder öffentlichen Einrichtungen der Fall.

Anwohnerparken in Bad Vilbel: Anrecht auf einen Parkplatz pro Haus

»In Bad Vilbel gibt es auf der Ostseite des Nordbahnhofs, an der Alten Mühle und am Berufsförderungswerk Bewohnerparkzonen, da dort wegen den Örtlichkeiten zu hoher Parkdruck herrscht«, erklärt der Erste Stadtrat. Weiterhin habe jedes Haus nur Anrecht auf einen Bewohnerparkplatz. Familien mit drei oder vier Autos würden auch mit der Regelung weiterhin auf Parkplatzsuche gehen müssen. Bei Neubauten habe die Stadt die Investoren zu zwei Stellplätzen pro Haus verpflichtet, um Parkdruck vorzubeugen. »Eine pauschale Bewertung des Stadtgebiets ist also nicht möglich. Wir sollten die Niddastraße und die Parkstraße wegen der neuen Stadthalle aber in den Fokus nehmen«, hält Wysocki fest. In den äußeren Stadtteilen gäbe es keine Einrichtungen, die Bewohnerparken nötig machten.

Timo Jehner, Fachdienstleiter der Straßenverkehrsbehörde, war in der Auschusssitzung zu Gast und ergänzt: »Wir haben festgestellt, dass wir viele Wünsche nach Bewohnerparken erhalten, wenn es irgendwo eine Baustelle gibt. Das flacht dann aber wieder ab.« In keiner Straße in Bad Vilbel würden Bewohnerparkzonen dauerhaft gefordert.

Anwohnerparken in Bad Vilbel: SPD-Antrag zurückgezogen

Clemens Breest (Grüne) schlägt vor, den Antrag auf den Südbahnhof, die Westseite des Nordbahnhofs und die neue Stadthalle zu beschränken. »An den Bahnhöfen sehe ich das anders. Am Südbahnhof gibt es keine Beschwerden und am Nordbahnhof bauen wir ja Neubauten mit zwei Parkplätzen pro Wohneinheit«, entgegnet Wysocki. Der Ausschussvorsitzende Jens Völker (CDU) fügt an, dass weder die Westseite Nordbahnhof noch die Stadthalle fertiggestellt seien und der Antrag zum jetzigen Zeitpunkt deshalb nicht viel ausrichten könne. Die SPD zog ihren Antrag daraufhin vorerst zurück.

Zum Jahreswechsel sollen in Bad Vilbel 22 Fahrzeuge unter der Marke »Vilcar« zum Sharing bereitstehen. Die Stadt erweitert damit ihr Carsharing-Angebot massiv. Bei der Pressekonferenz erklärte Sebastian Wysocki, dass sich die Stadt dadurch auf lange Sicht weniger Parkdruck erhoffe, da Angebote wie »Vilcar« dafür sorgen könnten, dass nicht jede Familie mehrere Autos vor der Tür haben will. nma

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