"Blick über Tellerand fehlt"

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Bad Vilbel(pm). Für die FDP fehlt bei den Sozialdemokraten in Bad Vilbel der Blick über den Tellerrand. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Erich Schleßmann konstatierte in einer Fraktionssitzung: "Wie sich die Bad Vilbeler SPD zur Wohnungsnot im Rhein-Main-Gebiet erklärt, sorgt für Erstaunen. Von leerstehenden Spekulationsobjekten und gierigen Investoren darf man lesen, die teuer bauen und Menschen vertreiben."

Wohnraummangel ist unstrittig

Sicher unstrittig sei, dass der Markt durch Angebot und Nachfrage maßgeblich bestimmt werde und der Zuzug in die Metropolregion anhalte. Gestiegene Materialkosten und Lohnsteigerungen führten damit auch zwangsläufig zu höheren Kosten beim Wohnungsbau. "Wir haben bereits einen erheblichen Mangel an Wohnungen und Bauflächen in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet", stellt die FDP fest. "Doch Angst machen gilt nicht", heißt es weiter. So werte der heimische Stadtverordnete Thomas Reimann etwa ein mögliches Scheitern des Wohnungsbauprojekts "Günthersburghöfe" im Frankfurter Nordend als ein schlechtes Signal für die Bau- und Immobilienbranche, auch für die Bürger in Bad Vilbel. "Planungsdezernent Mike (SPD) tut gut daran, die Umsetzung des Projekts voranzutreiben."

Reimann kritisiert die verbreitete Skepsis in der Bevölkerung gegenüber größeren Wohnbauprojekten und bürokratische Hemmnisse, die zu Verzögerungen und unnötigen Kostensteigerungen führten: "Wir müssen gerade für Projekte dieser Art die Regelwerke entschlacken. Wir haben die Chance, die Genehmigungsverfahren zu straffen. Wir haben auch die Möglichkeit durch Digitalisierung Zeit zu gewinnen, ohne den Bürger dabei zu vergessen. In Projekte dieser Art gehört der Bürger eingebunden. Große öffentliche Wohnbauprojekte, bei denen der Druck privater Aktionäre fehlt, benötigen dann erst recht eine professionelle Bauführung, weniger politische Feinsteuerung und mehr Know-how."

Reimann, der zum Vizepräsidenten der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände gewählt wurde, sei es wichtig, "banale Angstkampagnen zu vermeiden". Ausführungen, wie am Immobilienabend der SPD, seien für ihn und die FDP nicht hilfreich.

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