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Betreuungsschule feiert 20-jähriges Bestehen

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Bad Vilbel (cf). Licht und Schatten, Sonne und Regen wechselten sich bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Betreuungsschule in der Stadtschule ab. Damit spiegelte das Wetter die wechselvolle Geschichte der für Kinder und Eltern wichtigen Einrichtung des Wetteraukreises wieder.

Betreut werden in den Räumen der Stadtschule derzeit 61 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren von drei Erziehern. Von ihnen hat allein der leitende Diplom-Pädagoge Peter Koch eine Vollzeitstelle. Seine beiden Kolleginnen, die Erzieherinnen Gertrud Morgen und Petra Kalkowski, arbeiten vier beziehungsweise fünf Stunden täglich.

Die 1990 eröffnete Betreuungsschule gewährleistet den Eltern täglich von 7.30 bis 15 Uhr eine pädagogische Betreuung ihrer Kinder vor und nach dem Unterricht. Das Angebot erstreckt sich von der Hausaufgabenhilfe über Vertiefung von Unterrichtsinhalten bis zu erlebnis- und freizeitorientierten Aktivitäten. Das Angebot orientiert sich an den Interessen und Bedürfnissen der Grundschüler. Leistungs- und Konkurrenzsituationen sind tabu.

Zu den auf freiwilliger Basis wahrgenommenen Angeboten gehören freies Spielen und Toben auf dem Schulhof und in der Turnhalle. Zu den Favoriten der Kinder gehören Ballspiele wie Fußball, Stelzenlauf, Pedalos fahren oder im Sandkasten spielen. Das Mittagessen wird von einem Caterer angeliefert.

Peter Koch und seine beiden Mitarbeiterinnen konnten zur 20-Jahrfeier neben den aktuell von ihnen betreuten Kindern und deren Eltern auch viele Ehemalige begrüßen. Besonders erfreut war das Team über den Besuch der ehemaligen Elternbeiräte. Zu ihnen gehörte mit Dekada Kroh die erste gewählte Elternbeirätin aus dem Gründungsjahr 1990. Auch ihre Nachfolgerinnen Claudia Diemann-Paeth (1997-2002) und Kirstin Teschner-Lütz (2002-2007) waren zum Gratulieren gekommen.

Sorgen bereitet dem Team die um Kürzung des Selbstbehaltes um 75 Prozent von 1,60 Euro monatlich auf 60 Euro. »Damit erhöhen sich für die Eltern die Beiträge im Monat auf 80 Euro pro Kind ohne Essen«, erklärte Koch. Die Kinder merkten bei der Feier von den Sorgen der Eltern und Erzieher nichts. Sie spielten ausgelassen auf dem eigens aufgebauten Abenteuerspielplatz mit Hüpfburg, Kistenstapeln, Bull-Riding und Tombola, kletterten oder kickten auf dem Schulgelände. Für das leibliche Wohl der Gäste standen Kaffee und Kuchen sowie Softdrinks und Grilladen zur Verfügung. Auf Fotos und Infotafeln konnten Besucher die Geschichte der Einrichtung verfolgen.

Vor 20 Jahren hatte die damalige Stadtschulrektorin Angelika Ringler die Notwendigkeit einer Betreuung vor und nach dem Unterricht der Grundschüler bedingt durch die zunehmende Berufstätigkeit der Mütter erkannt. Sie entwickelte ein Konzept, das die politisch Verantwortlichen überzeugte. Damit rief Ringler die erste Betreuungsschule des Wetteraukreises an der Stadtschule ins Leben. Diese nahm mit Beginn des Schuljahres 1990/91 mit 60 Kindern und drei Betreuerinnen ihre Arbeit auf. Träger war der Wetteraukreis, der die Bad Vilbeler Betreuungsschule als Pilotprojekt ansah. Die Stadt schoss auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Günther Biwer 40 000 D-Mark jährlich zu. Das Land Hessen bezuschusste das Projekt mit 30 000 Mark im Jahr. Die Eltern der betreuten Kinder zahlten monatlich 50 Mark. Die restlichen Kosten übernahm der Wetteraukreis.

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