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So soll das Jugendhaus auf dem Heilsberg laut Plan des Architekturbüros Tzschoppe einmal aussehen. COMPUTERSIMULATION/FOTO: PV

Beim Thema Jugendhaus geht’s zur Sache

  • vonPatrick Eickhoff
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Bad Vilbel (wpa). In ihrer jüngsten Sitzung sind Bad Vilbels Stadtverordnete beim Thema Jugendhaus auf dem Heilsberg ordentlich aneinandergeraten. Streitpunkt: Ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. Dieser hatte bereits im Sozialausschuss zu heftigen Diskussion geführt.

Im Antrag der größten Oppositionspartei der Quellenstadt heißt es: »Der Magistrat wird aufgefordert, bereits während des Baus des Jugendhauses die Jugendarbeit auf dem Heilsberg zu intensivieren. Insbesondere die 13- bis 18-jährigen Jugendlichen, aber auch die jungen Erwachsenen sollen aktiv in die Gestaltung des Jugendhauses einbezogen werden. Neben den Jugendlichen sollen auch externe Experten einbezogen werden, um gemeinsam eine moderne, zielgruppengerechte Konzeption für die Jugendarbeit auf dem Heilsberg zu erarbeiten.« Kathrin Anders (Grüne) sagte dazu: »Wir sprechen ganz bewusst von einer Intensivierung, da wir sehr wohl wissen, dass bereits jetzt zweimal wöchentlich, das Jugendmobil an der Dirt-Bike-Bahn ist.« Doch das reiche nicht aus. »Um eine Intensivierung leisten zu können, braucht es mehr Ressourcen. Sowohl finanzieller als auch personeller Art.«

Anders sagte, dass sich die Bedarfe verändert hätten. Die Jugendlichen, die damals mit eingebunden wurden, würden heute an ihrer Bachelorarbeit sitzen. »Wir sollten die Chance nutzen, um jetzige Jugendliche anzusprechen.« Dabei könne es helfen, externe Berater einzubeziehen.

Das sei ein gängiges Verfahren bei der sozialen Arbeit. »Nach 20 Jahren als Erzieherin und Sozialpädagogin habe ich einige Konzeptionen mitentwickelt und das fand nie ohne externe Beratung statt.«

Antrag und Rede kamen besonders bei den Christdemokraten nicht gut an. Deliah Eckhardt (CDU) sagte, der Antrag der Grünen sei mit Respektlosigkeiten gespickt. »Sie fordern in Ihrem Antrag, es soll ein Konzept erarbeiten werden für die künftige Jugendarbeit auf dem Heilsberg. Ihr Antrag sagt also, dass es nicht bereits ein fundiertes Konzept für die pädagogische Arbeit im Jugendhaus gibt. Das ist vor allem ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen im Kinder- und Jugendbüro, die bereits seit langer Zeit genau daran arbeiten. Und die übrigens, im Gegensatz zu Ihnen, in ständigem Kontakt und Austausch mit den Jugendlichen stehen.«

Isil Yönter (Grüne) bedauerte den »Verlust der Debattenkultur«. Der Antrag sei kein Angriff auf die städtischen Mitarbeiter. Sie adressierte die anderen Parteien: »Es geht nicht um die Debatte, sondern um Befindlichkeiten.«

Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) ergriff anschließend das Wort. »Sie mahnen immer Sachen an, geben aber selbst kein gutes Bild ab«, sagte er in Richtung Grüne. Es sei ein Antrag mit großem Misstrauen gegenüber der Jugendarbeit. »Ich spreche noch mal mein Vertrauen gegenüber der Kinder- und Jugendarbeit aus.« Dafür gab’s großen Applaus der Fraktionen, besonders aber der CDU.

Der CDU-Fraktionsvorsitzenden Irene Utter rutschte anschließend gar ein: »Das war unter aller Sau« am Mikrofon heraus. Sie entschuldigte sich dafür aber umgehend. Der Antrag sei eine Respektlosigkeit und werde so auch von vielen Mitarbeitern der Stadt aufgefasst.

Jens Völker (CDU) fasste die Arbeit, die in den vergangenen Jahren anstand noch mal zusammen. Zusammen mit Hartmut Schrade (CDU) oder Heike Freud-Hahn (FDP) habe er viel Herzblut in das Projekt gesteckt. »Wir haben oft zusammengesessen und Modelle entworfen und geplant.« Man müsse die Kinder raus- holen - weg vom Computer. »Dafür braucht es allerdings mehr Leute«. Dafür gab’s wiederum Applaus von den Grünen.

Stockbauer: Ein Schlag ins Gesicht

Iris Stockbauer (CDU) betonte, sie habe sich immer ruhig verhalten. »Aber diesmal finde ich es so einen Schlag ins Gesicht.« Sie habe viel mitgeholfen, ob bei der Tafel oder Nachbarschaftshilfe. »Da habe ich nie einen von Ihnen mal gesehen.«

Nach zahlreichen CDU-Beiträgen trat abschließend Kathrin Anders (Grüne) ans Mikrofon. »Das weise ich zurück. Es ist unter anderem mir zu verdanken, dass es in Bad Vilbel einen Waldkindergarten gibt.« Anders lobte die Rede von Jens Völker und fügte an: »1,5 Stellen werden nicht reichen. Es geht uns hier um die Jugendlichen. Alles andere ist freie Interpretation.«

Die Grünen stimmten für den Antrag. CDU, SPD, FDP, FW und AfD dagegen.

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